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Nahverkehr am Limit
DGB kritisiert: Pendler fahren wie Sardinen in einer Büchse

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Symbolfoto © Foto: dpa
Janine Richter / 20.07.2019, 10:00 Uhr
Potsdam. (MOZ) Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Berlin-Brandenburg hat anlässlich der Landtagswahl die Parteien dazu aufgerufen, für grundlegende Verbesserungen im Nahverkehr zu sorgen. "Die meisten Pendler kennen das Gefühl, wie die Sardine in der Büchse zur Arbeit zu fahren." Mit diesen drastischen Worten beschreibt der DGB-Landesvorsitzende Christian Hoßbach die Verhältnisse in den Regionalzügen der Bahn.

"Die Kapazitäten sind nicht so mitgewachsen, wie es nötig wäre", sagte Hoßbach. Während die Pendlerzahlen seit der Landtagswahl vor fünf Jahren um 40 Prozent gestiegen seien, wären die gefahrenen Zugkilometer  unverändert geblieben. Obwohl die Platzzahl in einigen Regionalzügen im Frühjahr aufgestockt wurde, sei der Handlungsbedarf "nach wie vor riesig".

Die zukünftige Landesregierung müsse für einen Stundentakt bei den Regionalzügen im ganzen Land und mehr Kapazitäten in den Zügen sorgen. Außerdem brauche es entschiedene Investitionen in die Infrastruktur sowie mehr Bus- und Tram-Fahrer und bessere Arbeitsplatzbedingungen für Mitarbeiter aller Verkehrsunternehmen.

Ein Beleg für den Nachholbedarf sind die derzeitigen Verhältnisse auf der RE1-Strecke zwischen Berlin-Ostbahnhof und Frankfurt (Oder). Pendler brauchen dort schon seit Wochen starke Nerven. Seit Beginn dieser Woche sind sie ab Erkner auf die S-Bahn angewiesen. Seit Freitagmorgen besteht zudem ein halbstündiger Schienenersatzverkehr zwischen Erkner und Fangschleuse.

Doch damit nicht genug: Am Freitagmorgen fielen zwischen 8 und 10 Uhr gleich zwei Anschlusszüge nach Frankfurt (Oder) aus. Nachdem es zunächst hieß, dass sich Tiere im Gleisbett befänden, korrigierte Bahnsprecher Burkhard Ahlert auf Nachfrage: "Ein Güterzug zwischen Pillgram und Fangschleuse war liegen geblieben." Die Einschränkungen zwischen Erkner und Fangschleuse sollen noch bis Donnerstagmorgen gelten.

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Ralf H. Janetschek 21.07.2019 - 07:38:15

Verantwortlichkeiten

Der erste Schritt zur Behebung eines Mißstandes ist eine klare und vollständige Systemanalyse. Ohne eine klare Analyse der Ursachen und Wirkungen, der logischen Zusammenhänge und der Benennung der Verursacher des Übels wird es keine Verbesserung geben. Von den Verursachern des Übels zu erwarten, daß sie selbiges wieder beseitigen werden, ist ein traumhaftes Wunschdenken. Wer Teil eines Problems ist, kann nicht Teil der Lösung sein (Eldrige Cleaver). Die Behebung des Mißstandes hat direkt an der Wurzel des Übels zu erfolgen, anders wird es nicht gehen, weder mit Denkverboten noch mit Handlungsausschlüssen. Seit 30 Jahren regiert in Brandenburg die SPD, sie ist damit verantwortlich, daß die Zustände so sind, wie sie sind, und so lange die SPD weiterregiert, werden sie auch so bleiben, wie sie sind.

Marco Habeck 20.07.2019 - 15:45:46

naja was rein geht geht rein...

Viel schlimmer ist das die DB-Regio nicht das Material auf die Schiene bringt welches bestellt wurde. In meinen Augen ist das das Betrug, wenn man schon vor der Unterzeichnung weis das man den Vertrag nicht erfüllen kann. Das trifft auch auf den Mangel an Fahrpersonal zu, denn den Mangel hat man selbst mit schlechten Arbeitsbedingungen verursacht! Der Nahverkehr in Brandenburg ist eigentlich nicht schlecht aufgestellt, stößt aber immer öfter an seine Grenzen. Die ganzen Baustellen sind ein Teil des Umdenkens in dem man mehr Geld in die Schiene gibt. Aber das ist er lächerlich, man wollte z.Bsp.1200km Elektrifizieren um den CO2 Ausstoß für Diesel zu senken. Geld hat man im Bundeshaushalt nur für 7km eingeplant. Die Maut fließt immer noch ausschließlich in den Straßenverkehr, Kommunen werden mit der Finanzierungen neuer Busse und Straßenbahnen alleine gelassen. Zeugnis einer fürchterlichen Bundespolitik. 500 Millionen sind für die PKW Maut verbrannt worden, das man am BER Milliarden für die Luftfahrt versenkt sind weitere Ursachen.

Piefke Saga 20.07.2019 - 13:31:56

Und noch einmal, wie bereits merhmals in der Vergangenheit erwähnt... Ich gehe davon aus, dass insbesondere die RE-Züge keine Betriebserlaubnis ...

für den Personentransport haben, wenn Fahrgäste mangels ausreichend vorhandener Sitzplätze, stehen müssen. Schon wegen der außerorts üblichen Geschwindigkeit von mind. 120 km/h nicht und weil nicht einmal ausreichend Festhaltevorrichtungen vorhanden sind. Logische Folgerung, die Züge dürften bei zu vielen Fahrgästen nicht mehr fahren. Was folgen würde ... zu Pendlerzeiten geht nichts mehr. So weit sind wir heute, jeden Tag wird bewusst, wissentlich gegen Sicherheits- und Zulassungsbestimmungen verstoßen. ... bis es knallt, fürchterlich knallt und dann will keinr die Verantwortung übernehmen.

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