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In der von Hardenberg-Kaserne Strausberg der Männer und Frauen des deutschen Widerstandes vor 75 Jahren gedacht.

Gedenken
Erinnerung wachhalten

Gedenken: Bürgermeisterin Elke Stadeler und Oberst i. G. Ralf Vogel am Ehrenmal für Oberst i. G. Claus Schenk Graf von Stauffenberg in der von-Hardenberg-Kaserne
Gedenken: Bürgermeisterin Elke Stadeler und Oberst i. G. Ralf Vogel am Ehrenmal für Oberst i. G. Claus Schenk Graf von Stauffenberg in der von-Hardenberg-Kaserne © Foto: Margrit Meier
Margrit Meier / 21.07.2019, 20:38 Uhr
Strausberg (MOZ) Sonnabend vor 75 Jahren hat eine Gruppe von Männern und Frauen, allen voran Claus Schenk Graf von Stauffenberg, versucht, Adolf Hitler zu töten. Um den sinnlosen Krieg, die Massenvernichtung zu stoppen. Der Versuch scheitert. Stauffenberg und viele andere bezahlen dafür mit ihrem Leben.

Vorbild für heutige Bundeswehr

In Gedenken an diese mutige Tat kamen am Sonnabend in der von-Hardenberg-Kaserne rund 30 Männer und Frauen zusammen. Der stellvertretende Standortälteste, Oberst i. G. Ralf Vogel,sagte: "Das Attentat auf Hitler war als wichtigste Aktion des militärischen Widerstandes in der Zeit des Nationalsozialismus zuallererst ein Widerstand der Soldaten. ... Trotz einer Vielzahl ... unterschiedlicher politischer und religiöser Motive ließen sich die Widerstandskämpfer vor allem von ihrem soldatischen Selbstverständnis, ihren Vorstellungen von Freiheit, Recht und Ehre und nicht zuletzt von ihrem Gewissen leiten. Genau deshalb sind sie gute Vorbilder für die Bundeswehr von heute und für die Zukunft", sagte Oberst Vogel.Strausbergs Bürgermeisterin Elke Stadeler betonte, dass es Aufgabe der heutigen Generation sei, gemeinsam mit den Schulen nicht nur die Erinnerung an den 20. Juli 1944 wach zu halten, sondern auch die Lehren aus dem Geschehenen zu ziehen. Sie lud herzlich zum Vortrag von Gerd-Ulrich Hermann in das Heimatsmuseum am 31. Juli, 17 Uhr, zum Thema "Gehorsam, Verantwortung, Gewissen" ein.

Basis war der George-Kreis

Gastredner war Oberstleutnant Dr. Christian-Jürgen Bühring, der sich mit dem George-Kreis, dem auch Claus Schenk Graf von Stauffenberg und seine Brüder angehörten, beschäftigt. Er ging der Frage nach, warum Stauffenberg mit absolutem Willen an dem Vorhaben, Hitler zu töten, festhielt, obwohl er wusste, dass das Unterfangen gefährlich, der Erfolg ungewiss ist. Der deutsche Lyriker Stefan George lädt in seinen George-Kreis junge Männer ein, die alle auf eigene Weise besonders, beruflich erfolgreich sind, Loyalität besitzen, die nach dem Vorbild der Platon-Akademie das Echte, Wesenhafte, Ursprüngliche im Denken anstreben. George sammelt einen Kreis von Jüngern um sich, die so denken. Stauffenberg sei, so Bühring, für ein geistiges, hellenisch-römisches, ein europäisches Deutschland, ein Land, das unverfügbare Gebote kennt und anerkennt, in den Krieg gezogen. Nicht für Hitler. Der zerstört und schändet dieses Denken, korrumpiert das Recht. Das Ausschalten staatlicher Willkür und die Garantie der Menschenrechte, heute im Grundgesetz verankert, waren es, die Stauffenberg den Mut gaben, nicht zu zögern.

Vom 6. bis 30. August ist im Foyer der Bibliothek des Bundeswehr-Campus, Prötzeler Chaussee, die Ausstellung "Der Führer Adolf Hitler ist tot. Attentat und Staatsstreichversuch am 20. Juli 1944" des militärhistorischen Museums der Bundeswehr Dresden zu sehen. Dienstag und Donnerstag ist die Ausstellung von 10 bis 16 Uhr, mittwochs bis 19 Uhr geöffnet.

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