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Die Naturparkstadt ist der dritte Ort im Barnim, der über eine Ausleihstation für elektrische Fahrzeuge verfügt. Zugleich ging am Marktplatz eine öffentliche Ladesäule ans Netz.

BARshare
Mit dem E-Auto durch Biesenthal

Probe aufs Exempel: Projektleiterin Saskia Schartow (l.) und Geschäftsführer Christian Mehnert (2.v.l.) von den Barnimer Kreiswerken eröffnen am Freitagnachmittag die Ausleih-und Ladestation für Elektrofahrzeuge am Markt in Biesenthal.
Probe aufs Exempel: Projektleiterin Saskia Schartow (l.) und Geschäftsführer Christian Mehnert (2.v.l.) von den Barnimer Kreiswerken eröffnen am Freitagnachmittag die Ausleih-und Ladestation für Elektrofahrzeuge am Markt in Biesenthal. © Foto: Sergej Scheibe
Sabine Rakitin / 22.07.2019, 06:45 Uhr
Biesenthal (MOZ) Drei Biesenthaler haben sich bereits angemeldet. Sie wollen den elektrischen Renault Zoe, der seit Freitag seinen Standort am Markt in Biesenthal hat, ausleihen. Die erste Tour ist für Sonnabend, 17.30 Uhr, gebucht. Andreas Krone und seine Frau Julia, er Stadtverordneter für Bündnis 90/Die Grünen, sie Mitarbeiterin der Kreisverwaltung, planen eine Privatfahrt nach Börnicke.

Julia Krone hat bereits Erfahrung mit E-Autos. Die Barnimer Kreisverwaltung probierte elektrische Fahrzeuge als Dienstwagen aus. Die Biesenthalerin sieht nur Vorteile. "Automatik zu fahren, macht Spaß", sagt sie. Die Wagen seien sehr leise, für kurze Wege bestens geeignet "und aus klimapolitischer Sicht natürlich erst recht ein Muss", findet sie.

"Energiewende heißt auch Verkehrswende", sagt Christian Mehnert, der Geschäftsführer der Barnimer Kreiswerke am Freitag, als er den elektrischen Renault Zoe zum Ausleihen und die öffentliche Ladestation übergibt.

Mehr als 200 Anmeldungen

Biesenthal ist nach dem BARshare-Start am 1. Juni neben Eberswalde und Britz der dritte Ort im Barnim, der über eine Ausleihstation für elektrische Fahrzeuge verfügt. Für das Ladenetz Barnim geht die nunmehr sechste Ladesäule für Elektrofahrzeuge ans Netz und schließt damit eine weitere Ladelücke im Landkreis. Bis 2020 soll die Infrastruktur im Barnim so ausgebaut sein, dass es alle zehn bis 15 Kilometer eine Ladestation gibt, nennt Mehnert das Ziel der Kreiswerke.

Das Elektro-Auto zum Ausleihen wird zunächst der Amtsverwaltung Biesenthal-Barnim als Dienstwagen zur Verfügung gestellt. Außerhalb der Dienstzeiten – in den Abendstunden und an Wochenenden – kann es ganz einfach über eine App von jedermann gebucht werden.

Die nächsten Orte, in denen BARshare Station macht, sind Melchow im August und danach die Stadt Bernau. Insgesamt will Christian Mehnert es in diesem Jahr auf 15 Standorte im Landkreis bringen. Er ist überzeugt, dass sich das lohnt. "Seit dem Start von BARshare am 1. Juni haben sich bereits mehr als 200 Personen dafür angemeldet", stellt er zufrieden fest. 100 Mal seien die aktuell 15 Fahrzeuge bereits für private Fahrten genutzt worden. "Im Schnitt sind sie in einem Umkreis von 20 bis 30 Kilometer unterwegs und werden für zwei bis vier Stunden ausgeliehen", listet Projektleiterin Saskia Schartow auf. Vor etwa 20 Neugierigen erklärt sie sodann bis ins Detail, wie "BAR-KW 38E", der kleine Stadtflitzer mit Platz für fünf Personen und einer Reichweite von rund 300 Kilometern, in Gang gesetzt und am Ladepunkt "aufgetankt" wird. Die Ladesäule ist normgerecht mit 22 Kilowatt Ladeleistung und einem Typ-2-Stecker ausgestattet und steht auch privaten E-Fahrzeughaltern zum Laden zur Verfügung.

In Biesenthal ist neben den Krones Bürgermeister Carsten Bruch (CDU) mit gutem Beispiel vorangegangen. "Ich denke, der Standort hier am Markt ist gut", bemerkt er, liebäugelt aber schon mit einem zweiten E-Auto. "Das könnte vielleicht am Bahnhof stationiert werden", überlegt das Stadtoberhaupt laut in die Zukunft.

Tarife und Preise für die Ausleihe eines E-Autos

Der Hauptnutzer-Tarifist attraktiv für diejenigen, die mehr als 30 Stunden in der Woche das CarSharing-Angebot regelmäßig nutzen wollen. Für 30 Stunden in der Woche sind pro Monat 339 Euro zu bezahlen, bei 40 Stunden 429 Euro und bei 50 Stunden 479 Euro – zuzüglich zehn Cent pro Kilometer.

Der Mitnutzer-Tarifsieht zwischen 7 und 17 Uhr einen Stundenpreis von 4,90 Euro, zwischen 17 und 7 Uhr von 2,90 Euro vor. Der Tagespreis (24 Stunden) beträgt 55 Euro. Für 95 Euro kann das E-Fahrzeug von Freitag 14 uhr bis Sonntag 22 Uhr ausgeliehen werden. Alle Tarife zuzüglich zwei Euro Buchungsgebühr und zehn Cent pro Kilometer⇥sasInfo: www.barshare.de

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Dirk Mahnke 22.07.2019 - 18:53:52

Biesenthal startet durch...

"Für 30 Stunden in der Woche sind pro Monat 339 Euro zu bezahlen, bei 40 Stunden 429 Euro und bei 50 Stunden 479 Euro – zuzüglich zehn Cent pro Kilometer." WER KANN SICH DAS LEISTEN? Ein Stadtverordneter von den Grünen und seine Frau, Mitarbeiterin der Kreisverwaltung! Kann man ja auch von der Steuer absetzen. Eine Leasingrate eines hochklassigen Fahrzeugs kostet auch nicht mehr. Gratulation den beiden Herrschaften und viel Freude beim "Automatik" fahren. Nicht vergessen die Akkus wieder zu laden, sonst bleibt das E-Auto stehen und der nächste Kunde muss den ADAC anrufen. Der kommt dann mit dem schmutzigen Diesel Aggregat, um die Batterien zu laden.

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