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Baustelle
Smarte Magistrale wird heute einspurig geöffnet

Ab heute Nachmittag können Verkehrsteilnehmer wieder über die Magistrale fahren – geradeaus, Richtung Berliner Straße oder rechts, auf die Slubicer Straße. Andreas Rein, städtischer Projektmanager der Großbaustelle, gibt heute den einspurigen Abschnitt frei.
Ab heute Nachmittag können Verkehrsteilnehmer wieder über die Magistrale fahren – geradeaus, Richtung Berliner Straße oder rechts, auf die Slubicer Straße. Andreas Rein, städtischer Projektmanager der Großbaustelle, gibt heute den einspurigen Abschnitt frei. © Foto: Heinz Köhler
Jan-Henrik Hnida / 24.07.2019, 11:00 Uhr - Aktualisiert 24.07.2019, 11:18
Frankfurt (Oder) (MOZ) Wegen des Baus einer barrierefreien Haltestelle ist seit April die Karl-Marx-Straße eine Großbaustelle und voll gesperrt. Nun beginnt Bauphase 2.

"Wenn die Baustelle von A nach B rückt, haben wir heute nochmal Stress", sagt Andreas Rein vom städtischen Projekt- und Flächenmanagement. Er steht auf der Magistrale, Höhe Steakhaus. Die Bauarbeiter, so schätzt er, bräuchten zwischen drei bis vier Stunden für die Umräumaktion – bis heute am späten Nachmittag, zwischen 15 und 16 Uhr.

Dann soll der Feierabendverkehr einspurig in Richtung Slubicer Straße wieder geradeaus rollen und rechts abbiegen können. In die Gegenrichtung dürfen nur Busse über die Straßenbahngleise nach Süden fahren. Die Straßenbahn selbst fährt erstmal noch nicht. Ebenso wird heute die Kleine Oderstraße komplett  geöffnet.

"Ich möchte mich bei den Frankfurtern für ihre Disziplin und Geduld bedanken", sagt Rein darüber, dass nur wenige Autos unerlaubt durch die Vollsperrung gefahren seien – wovon die meisten Berliner oder Polen waren, wie Polizei und Ordnungsamt mitgeteilt hätten.

Weil die Magistrale eine Kombi-Haltestelle aus Busspur und Straßenbahn ist, wurden die Gleise neu gemacht. "Bis jetzt war der Abstand zwischen den Gleisen falsch", informiert Rein. Um die Vorschriften einzuhalten, wurden die Gleise 20 Zentimeter weiter auseinander verlegt.

Jede Menge Hightech steckt in den Gleisen. So kann die Halte-Anlage erkennen, was sich im Gleis abspielt, ob eine Straßenbahn oder ein Bus ankommt. Eine smarte, intelligente Haltestelle sozusagen. Deswegen wurden gleich Vorrichtungen, wie Leerrohre für Glasfaserkabel, verlegt, womit Car-Sharing und ähnliche Angebote möglich werden.  Eine Digitalanzeige soll die Minuten bis zu den nächsten Straßenbahnen und Bussen anzeigen.

Alte Pflasterung dauerte

Gründe für Verzögerungen auf der großen Baustelle gab es einige. "Wir haben hier alles gehabt, was man sich vorstellen kann", erklärt der Projektmanager – auch für Rein mit seiner 20-jährigen Erfahrung etwas Besonderes. Oberirdisch achtete die Denkmalbehörde darauf, dass die alte Bepflasterung an den Seiten wieder verwendet wurde. Das kostete Nerven, Zeit und Geld. Wie überall unter der Innenstadt gibt es auch Denkmäler unter der Magistrale. "Die Trassenführung besteht  schon seit 500 Jahren – und die Gebäude sind bis zur Rechtsabbiegespur nach und nach reingerückt", sagt Rein und zeigt in Richtung Slubicer Straße. Alte Fundamente und Kellerreste erblickten bei den Buddelarbeiten öfter mal das Tageslicht.

Trotz der damit verbundenen Verzögerungen sei die Zusammenarbeit mit der Denkmalbehörde gut gewesen, sowie mit der Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft (FWA) und der Wohnungswirtschaft (WoWi). Die neuen Gleise, Abspannmasten, empfindliche Trinkwasserleitungen – all diese sensiblen Bereiche mussten nacheinander abgearbeitet werden.

Im zweiten Bauabschnitt wird die Fahrbahn angehoben, sodass eine barrierefreie Ebene entsteht, damit beispielsweise Rollstühle oder Kinderwagen problemlos von A nach B kommen.

"Mir haben die Händler ein bisschen leidgetan", sagt Rein. Aber die Vollsperrung habe sein müssen, sonst hätten die Beeinträchtigungen noch länger gedauert. "Wir liegen zehn Prozent über den veranschlagten Kosten", sagt Rein – geplant waren zwei Millionen Euro.

Die Fertigstellung der zweiten Fahrbahn der Karl-Marx-Straße in Fahrtrichtung Süden ist für Ende September geplant. Dann kommt auch das Springlicht  an der Ampelanlage zum Einsatz. Die gelben Signale springen an, wenn sich hinter den zukünftigen Linksabbiegern eine Straßenbahn nähert, wie der Ampel-Experte Reiner Bickel erklärt. So werden die Autofahrer gewarnt, aber nicht gestoppt – wie bei Rot. Das verhindere einen Rückstau bis zur Haltestelle, so der  städtische Gruppenleiter für  Neubau und Gewässer.

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