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Spenden für Nachsorgeklinik nötiger denn je

Anschaulich gemacht: Das Modell der künftigen Kindernachsorgeklinik vom Bernauer Büro Ganter Architekten zeigt im Vordergrund die Unterkunftsgebäude, deren Erdgeschoss-Wände schon stehen.
Anschaulich gemacht: Das Modell der künftigen Kindernachsorgeklinik vom Bernauer Büro Ganter Architekten zeigt im Vordergrund die Unterkunftsgebäude, deren Erdgeschoss-Wände schon stehen. © Foto: Gerd Markert
Jens Sell / 24.07.2019, 22:15 Uhr - Aktualisiert 23.08.2019, 15:13
Strausberg (MOZ) Die Stiftung für das chronisch kranke Kind ist dringend auf milde Gaben angewiesen, um den Neubau jenseits des Sees auszustatten.

Die ersten Wände stehen, das Erdgeschoss für die U-förmig angeordneten Unterkunftsgebäude der Familien chronisch kranker Kinder, aber noch nicht einmal die Decken sind geschüttet, lediglich die Filigrandecken montiert. Der Baufortschritt der Kindernachsorgeklinik jenseits des Sees stockt, weil im Detail nicht klar ist, wo welche Durchlässe für Leitungen zu lassen sind oder andere Feinheiten der Ausführungsplanung noch nicht vorliegen.

Beim ersten Treffen mit dem Finanzier des Baus Peter Fritz und den künftigen Nutzern, der Deutschen Kinderkrebsnachsorge Stiftung für das chronisch kranke Kind auf der Baustelle sprach Peter Fritz von Bauverzögerungen, weil seitens der Klinik noch Zuarbeiten ausstünden.

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Spenden für Kindernachsorgeklinik

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Der Hintergrund: Für die Kindernachsorgeklinik Berlin-Brandenburg besteht ein größerer Zuschussbedarf als bei Baubeginn bekannt: Ursprünglich ging es um fünf Millionen Euro für die Innen- und medizinisch-therapeutische Ausstattung. Nun reichen die 20 Millionen Euro des Mäzens, der Peter- und Ingeborg-Fritz-Stiftung, nicht für den ganzen Bau aus: "Die Finanzierung eines Wirtschaftsgebäudes und zweier Pavillons ist zu leisten", teilt die Leiterin der Außenstelle der Deutschen Kinderkrebsnachsorge mit Sitz im Strausberger Rathaus, Antje Meyhoefer, mit. Es sind Zusatzkosten von weiteren fünf Millionen Euro von ihrer  Stiftung zu übernehmen. Das Problem: Schon für den laufenden Klinikbetrieb in Bernau ist die Stiftung auf Spenden angewiesen. Die Krankenkassen zahlen schließlich nicht für den Aufenthalt der Familienangehörigen bei der Anschlussheilbehandlung der Kinder, und die Eltern sind in der Regel von den finanziellen Folgen einer chronischen Erkrankung ihrer Kinder ohnehin schon schwer belastet. Für den Umzug, die Neuausstattung der Klinik und alle Folgekosten waren die ersten fünf Millionen Euro kalkuliert. Für den Baukostenzuschuss in gleicher Höhe kann die Stiftung nur noch an die Spendenbereitschaft der mitfühlenden Menschen appellieren. Der geschäftsführende Vorstand der Deutschen Kinderkrebsnachsorge Stiftung für das chronisch kranke Kind, Roland Wehrle, bedankte sich bei Peter Fritz als "unseren großen Mäzen" und stellte klar: "Wir werden die letzten Millionen von den Menschen erbitten müssen. Wir wollen auch damit eingebunden sein in die Region und in die Landschaft wie bei uns in Tannheim."

Damit die Maurer- und Eisenflechtertrupps kurzfristig weiterarbeiten und der ganze Bau tatsächlich so, wie es von Peter Fritz aktuell in Aussicht gestellt wurde, Ende 2020 übergeben werden kann, müssen mehr Spenden fließen. Hubert Handke von der Peter- und Ingeborg-Fritz-Stiftung teilte bei dem Treffen auf der Baustelle mit, dass die Ausgleichsmaßnahmen für den Landschaftseingriff in den Stadtwald jenseits des Sees nicht auf die Fläche des ehemaligen Kinderferienlagers an der Seepromenade beschränkt seien: "Die Stadt hat uns auch den Johanneshof benannt, außerdem gleichen wir auch über die Flächenagentur Die abgestuften Baukörper der Unterkunftsgebäudewerden aus großen, jeweils 256 Kilogramm schweren Kalksandsteinen gewissermaßen zusammengeklebt, wie Bauleiter Roland Schnick von der ausführenden Baufirma Rina aus Berlin-Friedrichshagen erläutert.

10.000 Kubikmeter Sand bewegt

Ein Turmdrehkran platziert die Steinpakete aus Niederlehme auf Ablageschienen unmittelbar am Baukörper, wo die Steine mit einem Setzkran aufgenommen werden. Der Komplex der Bettenhäuser ist nur ein kleiner Teil der künftigen Klinik, macht ein Blick auf das Modell deutlich. Alle späteren Gebäude sollen mit überdachten Gängen verbunden werden, deren Böden sogar Fußbodenheizungen enthalten werden, sagt Hubert Handke. Doch das ist vorläufig Zukunftsmusik.

Am Mittwoch diskutierten Hubert Handke und Klinik-Geschäftsführerin Sandra Bandholz mit der Linken-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, Kathrin Dannenberg, ob das Land fünf Millionen Euro in die Stiftung zustiften könnte. Die Kandidatin versprach, das Thema bei eventuellen Koalitionsverhandlungen einzubringen.  Die Stiftung appelliert mit einer neuen Kampagne an die Herzen der Menschen, Kindern und Eltern den Weg zurück ins Leben zu erleichtern.

Jede Spende hilft den Patienten

Die neue Kindernachsorgeklinik in Strausberg soll 60 Betten haben und für Familien mit krebskranken, herzkranken und mukoviszidosekranken Kindern sowie für verwaiste Familien solcher Kinder Rehabilitation bieten.

Spenden sind zu richten an: Deutsche Kinderkrebsnachsorge – Stiftung für das chronisch kranke Kind; Kennwort: Gemeinsam zurück ins Leben

Sparda-Bank Berlin eGIBAN DE78 1209 6597 0007 9000 79BIC GENODEF1S10;

oder Berliner SparkasseIBAN DE54 1005 0000 1140 0055 50           BIC BELADEBEXXX⇥js

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