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Bürgerhaushalt
Barfuß durch den Sommer

Roland Becker / 25.07.2019, 18:45 Uhr
Nieder Neuendorf (MOZ) Zeitlich passender hätten Margot und Rüdiger Schreiber nicht erscheinen können. Gerade erläuterten Silke Teuber, die im Rathaus für Grünflächen verantwortlich ist, und Daniel Eggers, Chef des Bürgerhaushalts, die Vorzüge des neuen Barfußpfads am Nieder Neuendorfer See, schon kam besagtes Ehepaar zufällig vorbei, um den Pfad zu testen. Als Sahnetupferl obendrauf: Beide sind auch aktive Fans des Bürgerhaushaltes. Aber dazu später mehr.

"Nicht schlurfen, den nackten Fuß senkrecht aufsetzen, abrollen und wieder weit genug anheben." In Hennigsdorf wird nichts dem Zufall überlassen. Daher wird auf einer Tafel nicht nur erläutert, wie die Reflexzonen eines Fußes funktionieren, sondern auch, wie der Pfad begangen werden soll. Also: "Nicht schlurfen, den nackten ..." Ach was! Einfach losgegangen! Zumindest wer mit geschlossenen Augen den Pfad erobert, hat diese Ratschläge ohnehin schnell vergessen und konzentriert sich auf nur zwei Dinge: Was kratzt, kitzelt, pickt da an der Sohle? Und wie komme ich nicht vom Weg ab, wie halte ich die Balance? Für Letzteres ist ein Begleiter die ideale Lösung.

"Der Pfad dient dazu, verschiedene Materialien sensorisch durch die Füße wahrzunehmen", erläutert Teuber und fügt hinzu: "Vor allem für Kinder ist das interessant."

Unter Anleitung eines Tischlers haben Mitarbeiter der Arbeitsfördergesellschaft ABS die Kanthölzer zur Einfassung gebaut und die einzelnen Felder gezimmert. "Es war erstaunlich schwierig, die Materialien zu finden", berichtet Teuber. Reißzwecken kamen natürlich nicht infrage. Auch gewaschenes Glas schied aus. Dafür können nun Materialien wie Splitt und Fichtenzapfen, wie Kieselsteine und Rindenmulch erkannt werden. In den ersten Wochen blieb der Pfad, der 3 200 Euro kostete, von jeglichem Vandalismus verschont. Dennoch werde jeden Tag bei der Runde an der Badestelle nach dem Rechten geschaut, versichert Teuber.

Ehepaar Schreiber ist mittlerweile den Pfad einmal hoch-, einmal runtergelaufen und nutzt die Gunst der Stunde, um nach einem weiteren Projekt des Bürgerhaushalts zu fragen: der öffentlich zugänglichen Tischtennisplatte. "Der Vorschlag stammte von mir. Ich habe damals alle aufgefordert, die Interesse am Tischtennis haben, abstimmen zu gehen", plaudert Margot Schreiber. Laut Eggers wird diese im Gemeinschaftszentrum Conradsberg stehen. Dort gibt es zwar bereits eine, aber die steht in dem Flügel, der dem Jugendclub gehört. Und dort, so haben Schreibers erfahren, sind sie nicht so gern gesehen. Ihr Vorschlag: Am Vormittag, wenn die Jugend noch lernt, könnten dort auch ältere Menschen sportlich aktiv werden.

WeitereProjekte

Das Sportfest für alle Generationen am 7. September und der Flohmarkt am 11. August sind weitere Projekte aus dem Bürgerhaushalt 2018. Noch nicht abgeschlossen sind folgende Projekte: Überarbeitung der Seniorenbroschüre, Wildblumenwiese an den Hochhäusern, Anti-Mobbing-Aktionen an Schulen, Bienenlehrpfad an der Biberschule. Noch offen ist das Aufstellen des Bücherschranks am Rathaus. Es gebe keine alten Telefonzellen.

Die Broschüren mit den Vorschlägen für den diesjährigen Bürgerhaushalt liegen ab 5. August in der Stadtinformation aus.⇥rol

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