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Unschöne Überraschungen erleben Mitarbeiter der DRK-Geschäftsstelle in Bad Freienwalder immer wieder an den 28 Containern in der Region.

Kleiderkammer
Ärger aus den Containern

Im Verkaufsraum: Birgit Wiedmann und Nicole Winkelsesser (r.), die seit Februar ehrenamtlich in der Kleiderkammer in der Victor-Blüthgen-Straße 4 hilft. Diese ist auch über einen Lift erreichbar.
Im Verkaufsraum: Birgit Wiedmann und Nicole Winkelsesser (r.), die seit Februar ehrenamtlich in der Kleiderkammer in der Victor-Blüthgen-Straße 4 hilft. Diese ist auch über einen Lift erreichbar. © Foto: Anett Zimmermann
Anett Zimmermann / 26.07.2019, 07:00 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Birgit Wiedmann reicht es an diesem Tag. Die Leiterin der DRK-Geschäftsstelle in Bad Freienwalde greift zum Telefon. "Das ist unzumutbar", sagt sie und denkt dabei vor allem an ihre Mitarbeiter, die die 28 Kleidercontainer in der Kurstadt, in Wriezen sowie in den Gemeinden der Ämter Barnim-Oderbruch und Falkenberg-Höhe einmal in der Woche leeren und den Inhalt später auch sortieren. Und da war nun wieder einmal die Grenze des Erträglichen erreicht. Birgit Wiedmann hat Fotos, in diesem Falle von vollen Erwachsenenwindeln. Dafür und für all den anderen Müll in den Containern findet sie kaum Worte und erst recht kein Verständnis.

Als Erstes natürlich, weil sie an ihre Mitarbeiter denkt. Als Zweites aber auch, weil sie weiß, welche Kosten immer wieder für Desinfektion und Reinigung entstehen. Ausgaben, die zusätzlich anfallen und nicht durch Einnahmen gedeckt werden können. Denn: Wer in der Kleiderkammer in dem Eckhaus gegenüber dem Amtsgericht einkauft, muss mit wenig auskommen und kann nicht viel zahlen.

Jede Menge Plüschtiere

Trotzdem müsse jeder einen Obolus zahlen. "Die Preise legt das Sozialamt fest", erläutert Birgit Wiedmann. Für in Not geratene Menschen, beispielsweise nach einem Wohnungsbrand, gelten diese allerdings nicht. "Sie werden von uns kostenlos eingekleidet." Meist gebe es vorher entsprechende Anfragen aus den Gemeinden, fügt sie hinzu. Auch Plüschtiere würden, wenn Kinder dabei sind, einfach mitgeben. "Davon haben wir eine ganze Menge", sagt die Geschäftsstellenleiterin.

Eine Frau klopft ans Fenster des Verkaufsraums. Birgit Wiedmann antwortet ihr auf Englisch, dass erst um 10 Uhr geöffnet wird. Auch Flüchtlinge, die in der Stadt und Umgebung untergebracht sind, gehören zu den Kunden in der Kleiderkammer. Die Zahl der Menschen, die auf die Einrichtung angewiesen ist, steige unabhängig davon, blickt Birgit Wiedmann auf die Entwicklung in den vergangenen 20 Jahren zurück. "Der Bedarf ist doch recht hoch."

Konkret gesucht werde alles, was zur Babyerstausstattung gehört, auch Kinderwagen und -buggys. Gefragt seien zudem Sportschuhe für Kinder, Damen und Herren. "Jetzt zum Schulanfang wären natürlich Rucksäcke schön", zählt die DRK-Mitarbeiterin weiter auf. Gardinen stehen ebenfalls auf ihrer Liste.

Dank an die Spender

In der Zwischenzeit sind die Mitarbeiter der Kleiderkammer gekommen – zwei davon sind im Bundesfreiwilligendienst, drei über das Teilhabechancengesetz als MAE-Kräfte beschäftigt und drei ehrenamtlich dabei. Eine Containerladung ist auch schon da. Diesmal haben Spender Spielzeug mit Folie verpackt. "Wer möchte, kann gut erhaltene Sachen auch gern persönlich abgeben", sagt Birgit Wiemann und vergisst nicht das Dankeschön in diese Richtung. Nach Absprache sei zudem eine Abholung möglich. Dann ist die erste Kundin da. Sie sucht ein Kleid für eine Freundin und ist sich sicher, dass sie auch diesmal fündig wird.

Kontakt: Geschäftsstelle des DRK-­Kreisverbands Märkisch-Oderland-Ost, Victor-Blüthgen-Straße 4 in Bad Freienwalde, Telefon 03344 3562, E-Mail gsfrw@drk-mol-ost.de. Die Kleiderkammer hat Montag, Mittwoch und Donnerstag jeweils 10 bis 14.30 Uhr sowie Dienstag 10 bis 16.30 Uhr geöffnet.

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