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Die Auseinandersetzungen um die Berufung des neuen Ortswehrführers spalten die Biesenthaler Feuerwehr.

Tag der Helfer
Angespannte Situation bei Biesenthals Brandbekämpfern

Sabine Rakitin / 29.07.2019, 10:30 Uhr - Aktualisiert 29.07.2019, 11:50
Biesenthal (MOZ) Die Mädchen und Jungen sind aufgeregt. Gleich haben sie ihre erste größere Bewährungsprobe zu bestehen. Sie werden eine Art Prüfung ablegen und dürfen sich danach, bei erfolgreichem Test, die Kinderflamme an die Uniform heften. Das Abzeichen des Landesjugendfeuerwehrverbandes wird an unter zehnjährige Mitglieder von Kinderfeuerwehren seit 2014 in zwei Stufen verliehen. Für Stufe 1 müssen die Mädchen und Jungen nachweisen, dass sie einen Knoten anfertigen können. Und sie haben verschiedene  andere  Aufgaben zu erfüllen. Von den zwölf Mitgliedern der Biesenthaler Kinderfeuerwehr, die den Test an diesem Sonnabend absolvieren, werden am Ende alle die Kinderflamme entgegen nehmen können.

Es ist der 8. Tag der Helfer, den die Freiwillige Feuerwehr Biesenthal ausrichtet. Sie hat wieder alles aufgefahren, was sie hat und kann: Feuerwehrtechnik samt Drehleiter, Rundfahrten und diverse Vorführungen von technischen Hilfeleistungen und im Brandschutz. Vereine wie die Johanniter mit ihrer Rettungshundestaffel sind gekommen und Feuerwehrleute aus den Nachbardörfern. Doch die Stimmung rund um das Biesenthaler Gerätehaus ist angespannt. Männer, die jahrelang gemeinsam im Einsatz waren, Brände löschten, Menschenleben retteten, gehen blick- und wortlos aneinander vorbei. Die Auseinandersetzungen um die Berufung des neuen Ortswehrführers haben die Wehr schon jetzt gespalten. Dabei soll die Entscheidung erst heute Abend im Amtsausschuss von Biesenthal-Barnim fallen.

Biesenthal. Zum achten Mal veranstaltete die Freiwillige Feuerwehr Biesenthal am Sonnabend den „Tag der Helfer“. Die Besucher bekamen jede Menge Technik und Vorführungen zu sehen. Zwölf Mädchen und Jungen der Kinderfeuerwehr legten die Prüfung für das Abzeichen  „Kinderflamme“ ab.
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Tag der Helfer der FFW Biesenthal

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Auch die Besucher des Helfer-Tages bemerken, dass mit ihrer Feuerwehr irgend etwas nicht stimmt.  Ortswehrführer Rainer Strempel, der nach dem Vorschlag des Amtswehrführers von Biesenthal-Barnim, heute Abend abberufen und durch Vize-Amtswehrführer Thomas Brodde ersetzt werden soll, bemüht sich bei der Moderation des von ihm vor acht Jahren ersonnenen Helfertages um Unbefangenheit. Doch nach dem Brief, den seine Unterstützer an den Amtsausschuss geschrieben haben, ist noch ein weiterer bei den Mitgliedern des Gremiums eingegangen. Auf mehreren Seiten listen zwölf Mitglieder der Feuerwehr auf, warum sie unter einem Ortswehrführer Strempel nicht mehr dienen wollen.

Bürgermeister Carsten Bruch wird heute im Amtsausschuss der Abberufung von Rainer Strempel zustimmen. "Für mich ist Feuerwehr Hierarchie", sagt er. Bruch erkennt zwar an, welche Leistungen der Noch-Ortswehrführer in den vergangenen acht Jahren erbracht hat. "Er hat die Wehr in einer schwierigen Zeit übernommen, sie wieder aufgebaut und sie zusammengehalten", bemerkt das Stadtoberhaupt. Aber wenn 75 Prozent der Führungskräfte nicht mehr mit Strempel zusammenarbeiten wollen, dann könne dieser nicht weiter Ortswehrführer sein, steht für Carsten Bruch fest. Befürchtungen, dass die freiwillige Wehr bei einer Entscheidung gegen den von einer Mehrheit gewollten Strempel geschwächt werden könnte, hat der Bürgermeister nicht. "Vielleicht werden ein paar gehen, aber andere werden kommen", ist er überzeugt.

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