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Mit einem Passagierflugzeug konnten erstmals Bürger vom Flughafen Neuhardenberg abheben. Mit dieser Aktion sollte der Airport beworben werden.

Luftfahrt
Mit 450 km/h übers Oderland

Doris Steinkraus / 02.08.2019, 07:30 Uhr - Aktualisiert 02.08.2019, 08:37
Neuhardenberg (MOZ) Fliegen als VIP. So fühlen sich an diesem Donnerstag alle, die mit einem Ticket per Pkw bis vor den großen Hangar fahren dürfen. Keine Suche nach einem Parkplatz, kein Gedränge, dafür ein kurzer Spaziergang. Überall gibt es ein großes "Hallo". Ehemalige Flieger und Mitarbeiter treffen sich, aber viele Bürger aus dem Umland. Manch einer will einfach mal seine Heimatregion von oben sehen. Alles ist perfekt durchorganisiert. Im großen Hangar kann man sich niederlassen, etwas essen und trinken, den Gesprächen auf der kleinen Bühne folgen.

Größere Lobby gewünscht

Denn der Tag hat einen ernsten Hintergrund. Der Flugplatzbetreiber fordert von der Politik in Potsdam Entscheidungen. Seit 2007 wird er mit Verweis auf den BER vertröstet. "Dieser Flughafen wird ignoriert", bestätigt die CDU-Landtagsabgeordnete Kristy Augustin aus Letschin. "Er ist für die Region aber eine wichtige Lebensader." Airport-Manager Uwe Hädicke bestätigt, dass sowohl Kristy Augustin als auch ihre Abgeordneten-Kolleginnen Simona Koß (SPD) und Bettina Fortunato (Die Linke) sich stark einsetzen. Doch man brauche eine größere Lobby. Er setze auf die Unterstützung weiterer Abgeordnete im neuen Landtag.

Dann geht es an die Abfertigung. Zwischen den von Flughäfen bekannten Absperrbändern bewegen sich alle im Schlängelkurs zur Sicherheitsschleuse. Jede Tasche, jeder Beutel oder Gürtel kommt in die Kontrollkisten, wird durchleuchtet. Viele werden auch abgetastet. Dann laufen die Passagiere gemütlich über das Betonfeld zum Airbus.

Airport Neuhardenberg und Sundair haben zum ersten Mal in der 85-jährigen Geschichte des Flugplatzes zivile Passagierluftfahrt möglich gemacht. Viele Partner unterstützten Vorhaben, mit dem die Potentiale des Airports dokumentiert werden sollten.
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Projekttag Fliegen in Neuhardenberg 1.August 2019

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Der Kapitän stellt die Crew vor, es gibt die Sicherheitserklärungen. "Ob sie auch erzählen, wo wir gerade fliegen?" fragt Helga Ziemer. Mit ihrem Mann Manfred ist sie aus Bruchmühle gekommen. "Wir sind seit der Wende noch nie geflogen", erzählen sie. Das Gewusel auf den Flughäfen sei ihnen einfach zu viel. Deshalb hätten sie sich für dieses ungewöhnliche Angebot Tickets besorgt. Ihre Frage wird schnell beantwortet, zum einen durch die Flugkapitäne Hendro Sasmone und Matthias Mühle, die über die Flugroute informieren. Zudem durch Jürgen Auge aus Wulkow. Er kennt den Platz bestens, erläutert dessen Geschichte, informiert zu technischen Daten. Mit seinem 2 x 39 000 starken PS-Triebwerken geht der A 320  in die Luft, steigt 15 Meter pro Sekunde bis zu einer Flughöhe von 2000 m. Mit 450 km/h geht es über Bad Freienwalde Richtung Berlin. Zwischendurch holpert es durch dicke Wolken. Doch immer wieder gibt es freie Sicht, vor allem in Berlin. Es geht über Tempelhof, Mitte, Tegel und Schönfeld. Die Stadt mit ihren wie auf dem Reißbrett verlaufenden Straßenzügen wirkt wie Koloss. Im Landeanflug nehmen die Passagiere das riesige Solarfeld links und rechts der Bahn wahr.

"Das war interessant", sagen Ziemers. Vielleicht werde man sich doch noch mal in einen Ferienflieger setzen. "Aber das wird dann ja nicht so entspannt wie heute", weiß Manfred Ziemer. Er drückt den Betreibern die Daumen, dass es bald Entscheidungen der Politik geben möge.

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