Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bundestag
Domscheit-Berg hält Grün-Rot-Rot für möglich

Anke Domscheit-Berg (li.), hier mit Diana Golze im Restaurant "Zu Alten Hafen".
Anke Domscheit-Berg (li.), hier mit Diana Golze im Restaurant "Zu Alten Hafen". © Foto: Weber
Simone Weber / 05.08.2019, 15:32 Uhr - Aktualisiert 06.08.2019, 17:08
Rathenow Im September 2017 waren Bundestagswahlen. Sofern es zu keinen vorgezogenen Neuwahlen kommt, ist nun die Hälfe der vierjährigen Legislaturperiode vorüber. Im hiesigen Wahlkreis 60 (Brandenburg an der Havel/Potsdam-Mittelmark I/Havelland III/Teltow-Fläming I) hatte Anke Domscheit-Berg für DIE LINKE kandidiert. Das Direktmandat holte sie zwar nicht. Doch gelangte sie wegen eines günstigen Platzes auf der  Parteiliste dennoch in den Bundestag. Kürzlich zog die Politikerin eine persönliche Halbzeitbilanz. Domscheit-Berg hatte sich mit Parteifreundin Diana Golze zu einer Plauderrunde vor interessiertem Publikum  im Rathenower Restaurant "Zum Alten Hafen" getroffen.

"Bevor ich als Quereinsteigerin in die Politik ging, hatte ich als Netzaktivistin immer wieder Kontakt mit Bundespolitikern und dachte, ich habe etwas Einblick. Aber die Realität war dann etwas anders", so Anke Domscheit-Berg. "Ein politisches Ziel demokratisch durchzusetzen kann manchmal doch recht lange dauern. Genauso lang wie mancher Tag während der Sitzungswochen. Da sitzt man schon mal bis in den frühen Morgen zusammen und diskutiert. Andererseits habe ich mich immer für eine transparente Politik eingesetzt. Die Menschen sollen meine Arbeit nachvollziehen können."  Über Aktivitäten können sich Wähler auf der Homepage der Politikerin auf dem Laufenden halten.

In der politischen Arbeit machen Anke Domscheit-Berg die Besuche in ihrem Wahlkreis besonders Spaß. "Ich habe schon immer gern gelernt, und bei vielen Terminen lernt man immer etwas Neues dazu", sagte sie. Das sei ein bisschen wie "Die Sendung mit der Maus".

Mit Mäusen schaffte sie es übrigens in bundesweite Nachrichtenblätter und ins Fernsehen. "In meinem Bundestagsbüro wurden schon 19 Mäuse durch den Kammerjäger gefangen. Das ist übrigens auch ein Problem in anderen Büros", so Domscheit-Berg, die privat gerade drei Katzen und drei weitere Jungtiere betreut. Die mediale Aufmerksamkeit durch Mäuse sieht die Politikerin auch kritisch. Denn monatelang seien AfD-Politiker überproportional in den Medien vertreten gewesen, weil ihre Meinungen provozierten. "Politisch konkrete Arbeit leistet die AfD nicht. Die 69 Links-Abgeordneten haben in der Legislaturperiode bisher 253 Anträge gestellt. 18 Gesetzesvorschläge eingebracht und 1.200 kleine Anfragen gestellt", zählte Anke Domscheit-Berg auf.

Am Beispiel des Netzausbaus machte sie deutlich, wie Politik auch funktioniert: "So verhindern Bundespolitiker der Großen Koalition zum Beispiel im Beirat der Bundesnetzagentur konkrete Bedingungen für die Netzbetreiber bei Lizenzversteigerungen, verweisen in ihrem Wahlkreis vor Ort aber auf Versäumnisse der Landespolitik, wenn die Menschen sich über Funklöcher beklagen", meinte die DIE LINKE-Politikerin.

"Bei der nächsten Bundestagswahl könnte es auch eine Rot-Grün-Rote Regierung geben. Die Wahl wäre möglicherweise auch schon vor 2021 möglich", blickte Anke Domscheit-Berg in die Zukunft. "Das hängt aber auch davon ab, wen die SPD demnächst an die Spitze der Bundespartei wählt und in welche politische Richtung die SPD sich entwickelt."

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG