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Am 1. September findet in Wandlitz die Bürgermeisterwahl statt. Fünf Kandidaten stellten sich vor rund 250 Besuchern kritischen Fragen.

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Olav Schröder / 11.08.2019, 12:00 Uhr - Aktualisiert 12.08.2019, 15:58
Wandlitz (MOZ) Ihre Prognose ging auf: "Wir werden in vielen Fällen die gleichen Themenschwerpunkte setzen", sagte eine Kandidatin zum Auftakt des MOZ-Wahlforums in Wandlitz und fügte hinzu: Bei den Lösungsvorschlägen aber werden die Unterschiede zu finden sein.

Am 1. September findet in der Gemeinde Wandlitz die Bürgermeisterwahl statt. Am Donnerstagabend stellten sich auf einem MOZ-Forum fünf der sechs Kandidaten für dieses Amt den Fragen der Bürger und von Moderatorin Sabine Rakitin, Leiterin der Bernauer Lokalredaktion. Vor allem das Angebot von Kita- und Schulplätzen, Verkehrsfragen und der Wohnungsbau genossen in der zweieinhalbstündigen Veranstaltung Priorität. Rund 250 Besucher in der Wandlitzer Kulturbühne "Goldener Löwe" erlebten spannende Kontroversen, teilweise auch Übereinstimmungen verschiedener Kandidaten, wenn es um Vorhaben wie einen Schwimmbadbau oder um den Vandalismus auf der Seepromenade und die Jugendarbeit ging.

Vor etwa 250 Zuhörern stellten sich am Donnerstagabend fünf der sechs Kandidaten zur Bürgermeisterwahl am1. September den Wählern in Wandlitz vor. Im "Goldenen Löwen" beantworteten Gabriele Bohnebuck (Linke/B90/Grüne/UWG), Oliver Borchert (Freie Wählergemeinschaft Wandlitz), Norbert Bury (AfD), Klaus Siebertz (CDU) und Amtsinhaberin Jana Radant den Fragen der Bürger.
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MOZ-Wahlforum zur Bürgermeisterwahl in Wandlitz

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Ja, sie habe lange über ihre Kandidatur nachgedacht, räumte Gabriele Bohnebuck bei der Kandidatenvorstellung (in alphabetischer Reihenfolge) ein. Sie kandidiert für die Listenvereinigung Linke/Bündnis 90/Die Grünen/Unabhängige Wählergemeinschaft "Mit den Bürgern – Für die Bürger!" (UWG). Doch da sie von vielen Seiten Unterstützung und Zuspruch erhalten habe, trete sie an, "weil mir viele Sachen in der Kommunalpolitik gegen den Strich laufen". Oliver Borchert (Freie Bürgergemeinschaft Wandlitz) nannte "massive Probleme" in Kitas, Schulen und Verkehr. Bisher sei "zu lange zu wenig vorausgedacht worden", Auswirkungen seien in allen Wandlitzer Ortsteilen zu sehen. Norbert Bury (Alternative für Deutschland) begründete seine Kandidatur mit den "Optimierungsmöglichkeiten" im Wandlitzer Rathaus sowie den "eklatanten Demokratie- und Rechtsstaatsproblemen", die er vor allem beim Niederbarnimer Wasser- und Abwasserverband feststellt. Amtsinhaberin Jana Radant verbucht als "größten Erfolg" die Entwicklung eines Leitbildes für die gesamte Gemeinde. Eine "Niederlage" habe sie als Bürgermeisterin "vielleicht gar nicht gehabt", wenngleich es Dinge gebe – wie das Bauvorhaben Basdorfer Gärten –, bei denen "nachzusteuern" sei. Der Gedanke des sozialen Wohnungsbaus sei jedoch nicht aufgegeben, sagte sie vor dem Hintergrund der Debatten in den zurückliegenden Wochen. Klaus Siebertz, der für die CDU kandidiert, wies die Kritik seines früheren Parteikollegen Bury zurück. Allein die Zahl der Besucher im Saal zeige, dass Wandlitz kein Demokratieproblem habe. Für ihn stehe an erster Stelle, wie mit dem Zuzug umzugehen, die  Verkehrs-, Kita- und Schulentwicklung zu steuern seien. Mario Schlauß (Die Partei) nutzte die Chance, sich zusammen mit den anderen Kandidaten den Bürgern vorzustellen, nicht. Er begründete dies mit der MOZ-Berichterstattung und einem anderen Termin an diesem Abend.

Die Kita-Situation in der Gemeinde wird von den Kandidaten sehr unterschiedlich diskutiert. Während Klaus Siebertz und Oliver Borchert kritisierten, dass auf zwei Kita-Plätze 70 Bewerbungen kommen, verwies Jana Radant darauf, dass im laufenden Jahr jedes Krippen- und Kitakind mit einem Platz versorgt worden sei. Die Schulsituation scheint den Wandlitzer Bürgern noch mehr unter den Nägeln zu brennen. Unter den Besuchern fragte beispielsweise Anita Berg aus Schönwalde nach den konkreten Plänen der Kandidaten und der finanziellen Realisierbarkeit der Vorhaben. Zwei Grundschulneubauten in überschaubarer Größe vor allem in Schönwalde, dann auch vielleicht in Stolzenhagen stehen zur Debatte. Große Differenzen gab es nicht. Beschlossen ist ein Gesamtschulneubau, hinter dem alle Kandidaten, auch Klaus Siebertz von der CDU, stehen. Ihnen geht es nun darum, den Bedarf für diesen zusätzlichen Schultyp beim Kreis geltend zu machen und um eine Streckung der Finanzierung.

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MOZ-Wahlforum: Kandidaten stellen sich in Wandlitz vor

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Kontroverser ging es beim Thema Bauen zu. Die Chancen, die der neue Landesentwicklungsplan Investoren eröffnet, sieht Norbert Bury äußerst kritisch und warnt: "Wir werden demnächst richtig Druck bekommen." Dagegen erkennt Gabriele Bohnebuck, dass Wandlitz gerade mit der neuen Landesplanung seinerseits Druck aufbauen kann, um die Infrastruktur auszubauen. Zudem tritt sie für die Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft mit eigenen Bauaktivitäten ein. Oliver Borchert und Klaus Siebertz halten fest, dass die Gemeindevertretung und nicht der Landesentwicklungsplan über Investorenpläne entscheidet. Jana Radant verwies auf den Flächennutzungsplan und hielt fest: Ohne den neuen Landesplan wäre beispielsweise für Klosterfelde der 30-Minutentakt nicht in Aussicht gestellt worden.

Dass Jugendliche bei der Planung und Pflege eines Klubs einzubeziehen seien forderte Kathrin Budde aus Wandlitz. Da ein Treff in Wandlitz realisiert wird, sprachen sich Oliver Borchert und Gabriele Bohnebuck für die Ausweitung der Aktivitäten auf die Ortsteile aus, Klaus Siebertz tritt für ein "Gesamtpaket" ein. Jana Radant erinnerte an die Kinder- und Jugendkonferenz und würde sich wünschen, dass sich auch Eltern und weitere Bürger beteiligen.

Und soll Wandlitz nun ein Schwimmbad allein bauen und finanzieren? Dass ein Bad eine schöne Sache wäre, stellte niemand in Frage. Doch noch läuft die Prüfung – auch der Finanzierung –, von der die Zustimmung abhängig gemacht wird.

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Niels Neudeck 16.08.2019 - 21:11:16

Danke für die Moderation

Ich habe in meine Leben viele Podiumsdiskussionen besucht. Ich kann mich aber nicht erinnern das ein Moderator/in , während der Moderation Beifall vom Publikum bekommen hat. Das war diesmal zweimal der Fall , einmal wo Frau Rakitin den Vertreter der AfD darauf hingewiesen hat , er möge bitte keine politischen Statement abgeben sondern einfach auf die Frage antworten,die er gestellt bekommen hat. Zweite mal wo Herr Klemm bei der Bürgerfragestunde seine Frage vergessen hatte und auch dachte mal seine allgemeinen politischen Ansichten darlegen zu müssen. "Und wo ist nun ihre Frage?" Der Saal hat sich halb Tod gelacht. Ansonsten hatte ich persönlich den Eindruck das fachlich Frau Bohnebuck und Frau Radant vorne lagen, auch Herr Siebertz hat sich gut verkauft ich habe nur am Anfang das bei der Vorstellung seitens der Moderatorin nicht verstanden "Ich mag Nachbarn solange sie nicht bei mir klingeln?" Sinngemäß, vielleicht habe ich das auch falsch gehört. Das hatte bei mir erstmal einen negativen Eindruck gemacht. Naja, Herr Bochert wie gewohnt, bin der Größte, Schnellste und Beste und hab alles vorher schon gewußt und beantragt. Auf meine Frage b seine drei Immobilienfirmen /bzw Verwaltungsfirmen dessen Geschäftsführer er bis Anfang diesen Jahres war, Grundstücke bzw. Immobilien in der Zeit von 2014 bis 2019 erworben bzw . veräußert haben . Gab es die Antwort, ja er hat sein Haus gekauft und ja er ist auch wirtschaftlich tätig was kein Verbrechen ist (was ich nie behauptet habe) und irgendwas das er Dipl . für Architektur ist und kein Architekt (das habe ich nicht verstanden, aber der Vorwurf stammt nicht von mir weil mir das auch shit egal ist) . Mein einziger Vorwurf an Herrn Bochert ist, wenn ich Bürgermeister werden will , dann sollte ich meine geschäftlichen Tätigkeiten im Vorfeld offen legen , ich verstehe es nicht warum man nicht im Vorfeld sagt ja ich habe 3 Firmen die Immobilien gekauft bzw . verwaltet haben und das sind die und die und jeder kann überprüfen das alles in Ordnung ist. Blöd wird nur wenn man das verheimlicht oder nicht offensiv damit umgeht und Idioten wie ich nachfragen. Zuletzt AfD Bubi , peinlich hoch 10. richtig abgelacht habe ich, wo auch ein ehemalige Polizeiangestellter im Ruhestand im aus dem Publikum heraus gesagt hat "Mit Hacken zusammenknallen und diktatorischen Prinzipien werden sie in der Verwaltung nicht weit kommen". Ehrlich gesagt hatte ich an den Abend sehr viel Bürgerfragen von AfD Anhängern befürchtet, gut organisiert sind sie ja. Aber vielleicht war das selbst anwesenden AfD Anhängern zu peinlich, was ihr Vertreter da geliefert hat. Und Schlunz , war verhindert mußte mit Kumpel einen trinken, hat er mir extra gemailt, sollte ich auch so ausrichten was ich auch getan hatte.Und Frau Rakitin, er ist immer erreichbar leider nur WhatsApp oder email, der ärmste wohnt in Lanke wo kein bekanntes Netz Empfang hat. Alleine schon deshalb sollte er die meisten Stimmen bekommen.

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