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Kriminalität
Einbruchsserie geht weiter

Auch 2018 gab es Einbrüche an der Lindenallee, zum Beispiel in der Backhütte.
Auch 2018 gab es Einbrüche an der Lindenallee, zum Beispiel in der Backhütte. © Foto: Gerrit Freitag
Janet Neiser / 14.08.2019, 18:45 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Ich bin völlig durcheinander." Kathrin Henck, Geschäftsführerin des Tourismusvereins Oder-Region (TOR), der seinen Sitz in der Lindenallee hat, kommt am Mittwoch nicht zur Ruhe. Das Fenster im Vorraum zu ihrem Büro war am Morgen sperrangelweit offen, die Tür zu ihrem Zimmer? Aufgebrochen. Schränke standen offen und überall auf dem Boden lagen Bilder und andere Büroutensilien herum. Und nicht nur das:

Der Tresor, der mehrere Jahrzehnte gute Dienste geleistet hatte, war nicht mehr an seinem gewohnten Ort, sondern befand sich mitten im Raum – leer. Bis auf ein bisschen Hartgeld, das dann offensichtlich nur noch Nebensache war. Die wenigen Scheine waren wichtiger. Zum Glück hatte die Geschäftsführerin das meiste Geld am Vorabend herausgenommen. So wie jeden Abend. Dennoch bleibt ein ungutes Gefühl. Es ist immerhin das dritte Mal, dass der TOR Ziel von Einbrechern geworden ist – verteilt über mehrere Jahre. Zu diesem unguten Gefühl kommt die Rennerei hinzu: Schlösser müssen ausgetauscht, Tür und Fenster repariert werden. Und das Chaos muss auch beseitigt werden.

Spuren wurden gesichert

Im Fall des Einbruchs beim Tourismusverein wurde auch der Bürgermeister in Kenntnis gesetzt, denn die Immobilie gehört der Stadt. Martina Harz, Fachbereichsleiterin Bürgerservice, hat sich den Schaden sofort persönlich angesehen. "Das war sehr gut, dass sie gleich gekommen ist", lobt Kathrin Henck.

Doch nicht nur beim Tourismusverein wurde in der Nacht zum Mittwoch eingebrochen. Auch im Büro eines Medienhauses, etwa 150 Meter entfernt, wurde eine Tür eingetreten. Geld fanden die Täter dort allerdings nicht, also verschwanden sie durchs Fenster in die Nacht.

Die Spurensicherung war an beiden Tatorten erfolgreich. Bestimmte Details wurden gesichert und müssen nun ausgewertet werden. Momentan geht die Polizei davon aus, dass es sich möglicherweise um dieselben Täter handelt, die bereits in den Monaten zuvor ihr Unwesen in der Geschäftsstraße getrieben haben.

"In der Lindenallee mussten wir bis zum heutigen Tage 18 Einbruchs- beziehungsweise Diebstahlsdelikte verzeichnen", erklärt Bernd Böttcher, Polizeihauptkommissar bei der Polizeiinspektion Oder-Spree/Frankfurt. Die Zahl bezieht sich auf das Jahr 2019. Sieben Mal sei in gewerblich genutzte Einrichtungen wie beispielsweise Kioske, Ladengeschäfte und Büroräume eingebrochen worden. Das Buchhaus, ein Spirituosengeschäft, ein Friseur und das Reformhaus waren unter anderem betroffen. Oft ist der Schaden durch das Aufbrechen von Türen und Fenstern größer als der durch den Diebstahl von Geld, hört man. Denn die meisten Ladenbesitzer leeren ihre Kassen jeden Abend vorsorglich.

Elf Mal waren auch Wohn- und Kellerräume in der Lindenallee betroffen, teilt die Polizei mit. "Zielrichtung dieser Einbrüche war grundsätzlich die Erlangung von Bargeld", betont Hauptkommissar Böttcher und fügt hinzu: "Ich kann Ihnen mitteilen, dass es der Polizei gelungen ist, mehrere Tatverdächtige zu ermitteln. Sie werden verstehen, dass ich aus ermittlungstaktischen Gründen zur Zeit keine Einzelheiten bekanntgeben kann." Böttcher bestätigt, dass noch immer verstärkt zivile Streifen unterwegs seien – vor allem auch nachts.

Auf die Frage, wie sich Ladenbesitzer schützen können, antwortet der Polizeibeamte: "Sie sollten unbedingt in den Einbruchsschutz investieren. Dazu gehört unter anderem eine einbruchssichere Verglasung oder Vergitterung des Geschäftes, akustische oder visuelle Alarmanlagen. Gern bieten wir technische Beratungen an, die für jedermann kostenfrei sind."

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Paul Müller 15.08.2019 - 13:51:19

Herr Guzman, seines Zeichens Drogenhändler ...

... hat der optimierte Einbruchschutz auch nicht wirklich weitergeholfen. Besser die Türen offen stehen lassen :) dann bleibt wenigstens der Schaden gering ... https://youtu.be/bRWQMhhb6cM

Werner Matzat 15.08.2019 - 13:00:14

Rückblick: Do., den 18.Juli 2019, lief die Diskussion mit Innenminister Karl-Heinz Schröter zum Thema Sicherheit

(Dazu ein Presseauszug vom 17./18. Juli 2019) Wenn am Donnerstag, 18 Uhr, Innenminister Karl-Heinz Schröter in der kleinen Bühne des Friedrich-Wolf-Theaters unter dem Motto "Wie weiter mit der Sicherheit" Fragen von Bürgern beantworten will, dann ist vielleicht auch die aktuelle Sicherheitslage in Eisenhüttenstadt Thema. Denn in der Straße, in der die Veranstaltung stattfindet und im näherem Umfeld sind erneut verstärkt Einbrüche in Geschäfte zu verzeichnen - so auch an diesem Wochenende. (Presseauszug ENDE) Sehr geehrte Einbruchsopfer, in puncto Sicherheit, Grenzkriminalität und Katastrophenschutz verstehen sie keinen Spaß? Als Eisenhüttenstädter Bürger war ich bei dieser Diskussionsrunde dabei, die von der SPD Kandidatin, Christiane Barcikowski, angetreten zur Landtagswahl 2019, moderiert wurde. Leider habe ich von den Betroffenen, nicht anwesenden Einbruchsopfern, keine kritischen Fragen, in punkto Sicherheit, an die "politische Führung" vernommen. Der anwesende RBB brachte am selben Abend auch nur einen 2 Minuten Beitrag, über dieses Thema, in der Abendschau. Die einhellige Aussage des Innenministers, der anwesenden Polizeidirektion, Verantwortungsträger aus Beeskow lautete; Es ist alles Bestens in dieser Region in Punkto Sicherheit, Grenzkriminalität und beim Katastrophenschutz. Nur unser SPD Bürgermeister, Frank Balzer, ließ ein klitzeklein wenig Kritik anmerken. Das war dann auch schon alles. Wie sie sehen können, ist das Gefühl, dass die "Politiker und Verantwortungsträger" von oben herab ohne Rückkopplung mit der betroffenen Bevölkerung bestimmt, sehr gut in der Realität verwurzelt ist. Entweder die Einbruchsopfer haben in diesem Land Entscheidungsmacht auf Basis demokratischer Regeln, oder Er/Sie ist und bleibt ständiger Untertan. Eigentlich, ganz einfach. Zu Risiken und Nebenwirkungen bei nachlassender Sicherheit, weiterhin bestehender Grenzkriminalität und in Teilen mangelhafter Katastrophenschutz wenden sie sich doch bitte vertrauensvoll an die verantwortlichen "Politik - und Verantwortungsträger." Dort wird Ihnen mit Sicherheit geholfen, auch wenn es noch weitere 30 jahre dauern sollte. Und vielleicht sieht man sich ja dann beim 20. Eisenhüttenstädter Stadtfest und hat somit viele spannende "Einbruchserlebnisse" mit Gleichgesinnten zu teilen. Na dann, Prost! Noch weitere Fragen dazu?

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