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Geschichte
Schüler aus Hennigsdorf gehen auf Spurensuche am Mauerweg

Gestalten eine Ausstellung: die Schüler des Eduard-Maurer-Oberstufenzentrums
Gestalten eine Ausstellung: die Schüler des Eduard-Maurer-Oberstufenzentrums © Foto: Thomas Sabin
Thomas Sabin / 14.08.2019, 19:04 Uhr - Aktualisiert 19.08.2019, 12:27
Hennigsdorf (MOZ) Die Schüler des Eduard-Maurer-Oberstufenzentrums besuchen den Grenzturm Nieder Neuendorf. Am 13. September eröffnen sie ihre interaktive Ausstellung und präsentieren ihre Erfahrungen.

Nach einem 5,5 Kilometer langem Fußmarsch entlang des Mauerweges in Hennigsdorf erreichten die Schüler des Eduard-Maurer-Oberstufenzentrums ihr Ziel. Die Schüler der Kunstkurse der 11. bis 13. Klasse  besuchten am Mittwochvormittag den Grenzturm Nieder Neuendorf und schauten sich die Ausstellung im Inneren im Rahmen ihres Projektes "30 Jahre Mauerfall – Spurensuche & Identifikation" an.

Die Schüler befassen sich seit zwei Jahren intensiv mit der deutschen Wendegeschichte. Gemeinsam mit Kunstlehrerin Doris Jahnisch und der Hennigsdorfer Künstlerin Annett Pollack-Mohr haben sie das Projekt gestartet. Am 16. September soll dazu eine interaktive Ausstellung im Bürgerhaus "Alte Feuerwache" in Hennigsdorf präsentiert werden, erklärte Jahnisch.

Auf ihrem Weg zum Grenzturm schauten sich die Schüler die Übergänge an, an denen Menschen geflüchtet sind oder Fluchtversuche gestartet haben. "Einige wurden hier erschossen", sagte Leonard Tallach, OSZ-Schüler und einer der Sprecher des Projektes. Besonders betroffen machte die Gruppe das Schicksal eines jungen Mannes, gerade 18 Jahre alt, der bei seinem Fluchtversuch mit einem Kopfschuss erschossen wurde, berichtet er.

Die Erfahrungen, die sie bei Erstellung ihrer eigenen Ausstellung machten, wären besonders, sagte Tallach. "Man hat zwar mit den Eltern über diese Zeit gesprochen, aber es ist lange nicht so, wie wir es im Rahmen des Projektes erfahren. Es gibt einfach so viele Sachen, die man zuvor nicht wusste."

Modernster Grenzturm

"Im modernsten Grenzturm am Mauerweg", erklärten die beiden ehrenamtlichen Mitarbeiter Bernd Wendland und Klaus Hübner den Schülern, sei es sehr eng. Sie standen für die Fragen der Schüler zur Verfügung. "Wir machen das gerne", sagte Wendland. Die Geschichte sei wichtig. Und außerdem treffe man hier Leute aus aller Welt.

Auf vier mal vier Metern bewegen sich die 43 Besucher über enge und steile Treppen, um in die Ausstellung einzutauchen. Der Turm am Uferbereich ist einer der letzten vorhandenen Wachtürme der DDR im ehemaligen Grenzabschnitt Berlin. 1987 wurde er erbaut. Seit 1999 ist er für die Öffentlichkeit zugänglich.

Die Ausstellung vermittelt den Schülern in einem multimedialen Ansatz die Geschehnisse vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis zur deutschen Einheit. Interessiert setzten sich die OZS-Schüler mit der Ausstellung auseinander.

"Es ist erstaunlich, wie intensiv sich die Schüler auch mit ihrem eigenen Projekt und der Thematik insgesamt auseinandersetzen", sagte Doris Jahnisch erfreut. Normalerweise sei die Aufarbeitung der Geschichte für junge Leute immer schwierig. "Doch das Feedback ist toll. Die Arbeit an der Ausstellung macht großen Spaß. Das Besondere ist für die Schüler, dass sie die Geschichte hier in ihrer Region nachvollziehen können. Das schafft Verbundenheit und Betroffenheit", so Jahnisch.

Leonard Tallach freut sich schon auf die eigene Ausstellung. Sie soll die Geschichte vor allem erlebbar machen und zwei Systeme – Kapitalismus und Kommunismus – gegenüberstellen. "Interaktive Elemente, weniger Text, mehr Bild und auch Spiele sollen auch jüngere Besucher ansprechen", erklärte er. Um das Projekt zu realisieren, haben die Schüler selber viel recherchiert und am Ende verschiedene Elemente erstellt.

Unterstützt wird das Projekt von der Stadt Hennigsdorf, dem Hennigsdorf-Veltener Bildungsverein und der Bundesstiftung für Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Zur Ausstellungder OSZ-Schüler

Vom 13. September bis zum 17. Oktober wird die interaktive Ausstellung der Schüler des Eduard-Maurer-Oberstufenzentrums im Bürgerhaus "Alte Feuerwache" in Hennigsdorf zu sehen sein. Der Eintritt ist frei.Die Öffnungszeiten sind vom 16. September bis zum 2. Oktober immer dienstags, mittwochs, donnerstags von 10 bis 18 Uhr. Und sonntags von 14 bis 17 Uhr. Vom 6. Oktober bis zum  17. Oktober ist immer dienstags und donnerstags von 13 bis 18 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Schülervertreter werden jeweils vormittags von 10 bis 13 Uhr anwesend sein.⇥tsa

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