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zu Greta Thunbergs Reise nach Amerika
Symbol unter Segeln

Ellen Hasenkamp
Ellen Hasenkamp © Foto: MMH
Ellen Hasenkamp / 14.08.2019, 20:06 Uhr
Berlin (NBR) Für die Schiffe des Wikingers Leif Eriksson mussten zahllose Bäume dran glauben, Christoph Kolumbus hatte tonnenweise gesalzenes Fleisch an Bord. Derartige Klimasünden kann sich Greta Thunberg nicht erlauben.

Die junge Schwedin hat für ihre Reise nach Amerika einen unbequemen und nicht ungefährlichen Weg gewählt – und muss dennoch kritische Fragen zum blauen Plastikeimer für die Notdurft an Bord fürchten. Der ganze Hype um die Segelfahrt des Jahres liegt daran, dass in Südengland eine Mission auf radikale und zugleich symbolische Weise fortgesetzt wird. Die Anhänger feiern diese Konsequenz, die Gegner lauern auf das Scheitern: Muss womöglich doch im Sturm vor Neufundland der Diesel angeworfen werden?

Als echter Beitrag zur Klimarettung taugt der Bootstrip natürlich nicht. Fünf Menschen, zwei Wochen und eine Rennjacht der Extraklasse sind ein Ausrufezeichen, keine Antwort auf Fragen nach der Mobilität der Zukunft. Das sperrige Thema Klimaschutz brauchte aber offenbar eine Greta und ihre Art der Atlantik­querung, um dort zu landen, wo es hingehört: ganz oben auf der Agenda.

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Karl Napp 15.08.2019 - 18:54:45

Milchmädchenrechnung fürs Klima

Zitat n-tv: "Unter großem Mediengetöse startet die Klimaretterin Greta mit einer Segeljacht zur Atlantiküberquerung. Für den Verzicht aufs Flugzeug nimmt das Mädchen sogar tagelange Übelkeit bei hohem Seegang hin. Doch nun rechnen Kritiker vor: Ihr Törn verursacht viel mehr CO2 als ein schlichtes Flugticket nach New York. " https://www.n-tv.de/politik/Gretas-Segeltoern-schaedlicher-als-Flugticket-article21209740.html

Ralf H. Janetschek 15.08.2019 - 14:19:12

Die USA-Armee als Umweltverschmutzer

Britische Forscher untersuchten die Umweltbilanz der US-Streitkräfte. Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass diese, wenn sie ein Nationalstaat wären, Rang 47 der weltweit größten Umweltverschmutzer belegen würden. Und zwar noch vor Staaten wie Portugal oder Dänemark. Abgesehen von den enormen CO2-Emissionen kommt es oft zur Verseuchung des Grundbodens und Grundwassers durch krebserregende Chemikalien in den Regionen um die Stützpunkte. Ein erster Schritt um die Situation zu verbessern, ist es, die amerikanischen Streitkräfte in Deutschland des Landes zu verweisen. Quelle: https://deutsch.rt.com/gesellschaft/90937-us-militaer-verschmutzt-umwelt-staerker-als-portugal-oder-daenemark/

Paul Müller 15.08.2019 - 13:36:36

:) wohl wahr, man sollte sich ...

... nach dem Klimahype allerdings auch weiterhin um die Greta kümmern. Wenn die mediale Aufmerksamkeit nachlässt, fallen solch kleine Tinystars oft in ein tiefes „Loch“ ... Thema: Absturz in die Bedeutungslosigkeit gefolgt von exzessivem Drogenkonsum ...

Ralf Cornelius 15.08.2019 - 09:53:19

Einfach nur peinlich

Sowohl die Aktion wie auch der Versuch, kommentierend der eine gute Seite abzugewinnen, sind an Peinlichkeit nicht mehr zu übertreffen. Getreu dem Motto, wie sparen, koste es was es wolle, ist die Ökobilanz der Überfahrt schon jetzt katastrophal. Nur ganz einfache Gemüter rechnen hier die CO2-Bilanz der Segeltour. Wer mit so einem Bohei startet, muss sich auch den Ausstoß rundherum anrechnen lassen. Und der war ja schon, im TV gut zu sehen, gewaltig. Und dann, liebe Frau Hasenkamp, auch wenn es Sie überrascht, die Millionen-Yacht besteht mitnichten aus nachwachsenden Rohstoffen. Deren Rumpf aus Carbon-Verbundfasern werden Archäologen in mehr als 5000 Jahren unversehrt ausbuddeln. Das Zeug verrottet nämlich nicht und lässt sich nicht recyclen, ebenso wenig wie die Flügel der Windräder. Das freilich wissen Sie nicht, weil die MOZ darüber nie berichtet. Ebenso wenig über die zwielichtigen Unternehmen, die hinter der Aktion stecken. Zuletzt bliebe die Frage, wie die liebe Greta zurückkommt? Da hatte ein Twitter-Use eine gute Idee: Im Ballon, gefüllt mit der heißen Luft, die Politiker und Aktivisten auf dem Gipfel reden werden - und die Kommentatoren von sich geben, möchte man hier ergänzen...

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