Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Leipzig demütigt Union
Eiserne zahlen mächtig Lehrgeld - Auftakt-Blamage mit 0:4

Es ging zur Sache beim Auftaktspiel
Es ging zur Sache beim Auftaktspiel © Foto: Britta Pedersen/dpa
Uwe Wuttke / 18.08.2019, 20:23 Uhr - Aktualisiert 18.08.2019, 20:35
Berlin (MOZ) "Die Zeit ist wirklich nun gekommen" – mit diesem Worten eröffnete Stadionsprecher Christian Arbeit die erste Partie des 1. FC Union Berlin in der Fußball-Bundesliga.

Sie endete gegen den Champions-League-Teilnehmer RB Leipzig – ein rotes Tuch für die Fans der Hauptstädter – sehr ernüchternd. So war es für die Eisernen doppelt bitter, dass sie ihre Premiere in der höchsten Liga mit 0:4 verloren und dabei kräftig Lehrgeld bezahlten.

"Es ist ein neues Abenteuer", freute sich Unions Coach Urs Fischer vor der Partie noch. Der Schweizer bot mit nur vier Neuzugängen eine überraschende Elf auf, setzte auf den offensiven Außenbahnen auf Neuzugang Marius Bülter und Aufstiegsheld Suleiman Abdullahi, dazu bildete Robert Andrich mit Grischa Prömel das defensive Mittelfeld, während Christian Gentner hinter der einzigen Spitze auflief.

Gegentor folgt ersten Gesängen

Mit dem Anpfiff wurde es in der Alten Försterei still. Selbst Arbeit hatte zuvor am Mikrofon die Gründe für den Stimmungsboykott – Fannähe, Mitbestimmung und starke Mitgliedschaft – energisch verteidigt. So waren zunächst nur die rund 2500 RB-Fans zu hören. Die Köpenicker hatten indes durch Sebastian Andersson die erste Torannährung (10.). Und dann kam die Explosion, als die Fans die ersten Gesänge anstimmten. Doch genau 60 Sekunden danach kassierte die Mannschaft ihr erstes Gegentor, durch einen Schlenzer des völlig freistehenden Marcel Halstenberg.

Heute feiert ganz Köpenick - das erste Spiel in der Topliga steht für den 1. FC Union an.
Bilderstrecke

Eisern Union startet in die 1. Liga

Bilderstrecke öffnen

Fast wäre die Ernüchterung im einsetzenden Regen noch größer geworden. Aber der Video-Schiedsrichter bleibt nach der Relegation gegen Stuttgart weiter ein Union-Freund. Nach einer Ecke schoss Lukas Klostermann den Ball zum zweiten Mal an Rafal Gikiewicz vorbei. Doch der VAR monierte ein Handspiel zuvor, Schiedsrichter Markus Schmidt gab den Treffer nicht (22.). Acht Minuten später war es so weit. Als Kapitän Christopher Trimmel den Ball gegen Halstenberg verlor, versenkte Marcel Sabitzer den Ball zum 0:2.

Die Sorge von RB-Trainer Julian Nagelsmann, dass "die körperliche Präsenz und Standardstärke" von Union seinem Team Probleme bereiten könnte, erwies sich grundlos. Die Abwehr der Platzherren schwamm auf glattem Geläuf kräftig und hatte Glück, dass der freistehende Youssuf Poulsen nur die Latte traf (33.). Der sonst so ruhige Coach Fischer tobte – zu viele Stockfehler, zu viele leichte Ballverluste. Union machte sich das Leben selber schwer. Und Nationalspieler Timo Werner erhöhte noch vor der Pause auf 0:3.

Nach der ersten Hälfte blieb das Fazit – die im Vorjahr mit 33 Gegentoren beste Zweitliga-Abwehr ist, anders als die anfeuernden Fans, noch nicht erstligatauglich. Fischer setzte ein Zeichen und wechselte für Gentner zur Pause Angreifer Anthony Ujah ein. Die besseren Chancen besaßen bei allem Kampfgeist die Gäste, die die Partie nun verwalteten. Doch Gikiewicz rettete famos gegen Werner und Demme, war aber gegen das 0:4 durch Christopher Mkunku machtlos.

This browser does not support the video element.

Video

1. FC Union Berlin: Wie ist die Stimmung vor dem Auftaktspiel?

Videothek öffnen

Emotionale Plakate vor Spielbeginn

Endlich dabei!lautete das Motto, unter dem die Anhänger des 1. FC Union Berlin mehr als 500 Plakate mit den Fotos verstorbener Fans und Angehöriger vor dem Anpfiff im Stadion hochhielten. Es war eine starke Geste für all jene, die den feierlichen Tag des ersten Bundesligaspiels ihres Herzensclubs nicht mehr miterleben können. Für alle im Stadion war es Gänsehaut pur.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG