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Theaterzug
Fontane: Gefangen auf Oléron

Ungewöhnliche Requisiten: Die Aufführungen von "Souvenier 1870" spielten auf  und mit der Bahn.
Ungewöhnliche Requisiten: Die Aufführungen von "Souvenier 1870" spielten auf  und mit der Bahn. © Foto: Jürgen Rammelt
Jürgen Rammelt / 19.08.2019, 08:04 Uhr
Rheinsberg Mit zwei Vorstellungen hat sich das Theater "Das letzte Kleinod"  am Freitag und Sonnabend in Rheinsberg auf die Spuren Fontanes begeben.

Der märkische Dichter geriet während des Deutsch-Französischen Krieges zwischen die Fronten, wurde der Spionage verdächtigt und auf die Festung Oléron gebracht. Die Erinnerungen an diese Zeit schrieb  Fontane in "Kriegsgefangen: Erlebtes 1870" nieder. "Souvenir 1870" heißt daher auch das Stück, bei dem rund 60 Besucher in Rheinsberg eine Zeitreise, die von 1870 bis in die Gegenwart reichte, unternahmen. Der Autor und Regisseur Jens-Erwin Siemssen hatte sich für das Stück auf der Festungsinsel auf Spurensuche begeben. Und tatsächlich waren die Spuren immer noch sichtbar. So wurden mit der Theatervorstellung "Souvenir 1870" die Erinnerungen von Fontane auf die Bühne gebracht und gegenwärtige Ereignisse in den heutigen Kontext gesetzt. Gezeigt wird in dem Stück, wie die Fischer mit ablaufendem Wasser im Watt die Austern ernten und wie in den Salzteichen das kostbare Fleur de Sel geschöpft wird. Aber auch der Weg, auf dem Fontane auf der Festung seine täglichen Spaziergänge unternahm, wie die Bewohner Brennholz sammeln,  und wie letztendlich ein Mensch zu Grabe getragen wurde, ist im Stück zu sehen. Interessant sind die Requisiten des Stückes: Angefangen bei echten Austernkörbe, über Pinienzapfen, die Austern darstellen und  im realen Inselleben als Brennmaterial dienten, bis hin zum Laaekks 553, einem Autotransportwagen der Bahn mit zwei Ladeebenen. Eine  Bühne, wie man sie nur bei diesem Projekt erleben konnte.

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