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Parkbühne
Hunderte setzen beim ersten Himbeerbrause-Fest ein Zeichen gegen Mobbing

In Fürstenwalde setzten hunderte Teilnehmer beim 1. Himbeerbrause-Fest ein Zeichen gegen Mobbing.
In Fürstenwalde setzten hunderte Teilnehmer beim 1. Himbeerbrause-Fest ein Zeichen gegen Mobbing. © Foto: Ruth Buder
Ruth Buder / 19.08.2019, 11:45 Uhr - Aktualisiert 20.08.2019, 07:47
Fürstenwalde (freie Autorin) Die Organisatoren Andreas Hartkopf und Stefan Röhr waren mehr als zufrieden: Mehrere hundert Menschen besuchten am Sonntagnachmittag das erste Himbeerbrause-Fest auf der Parkbühne, um ein hörbares Zeichen gegen Mobbing zu setzen.

Viele waren gekommen, um TV-Serienstar Carsten Stahl zu erleben, der bundesweit die Kampagne "Stoppt Mobbing" ins Leben gerufen hat und in Schulen als Anti-Mobbing-Trainer arbeitet. Seinen Auftritt auf der Parkbühne durfte die 22-Jährige Jacqueline Fischer ansagen, die selbst ein Gewaltopfer ist und in den Armen von Andreas Hartkopf ans Mikrofon geführt wurde. Stahl berichtete herzzerreißend über seine eigenen Erfahrungen mit Mobbing und Gewalt, die ihm als Kind als auch seinem kleinen Sohn in der Schule widerfahren sei. "Unter Aufsicht werden kleine Seelen gebrochen", rief der stämmige Mann lautstark den Zuschauern zu und machte, untersetzt von erschreckenden Zahlen, ein Netzwerk "von Lügen und Versagen" aus. Viele Schulen würden aus Angst schweigen, in der Öffentlichkeit als Problemschule da zu stehen. Der wegen seiner radikalen Aussagen nicht unumstrittene Stahl kritisierte das System, in dem Lehrer nicht zum Thema Mobbing ausgebildet seien, es zu wenig Schulpsychologen und Sozialarbeiter gebe. Und er rief auf, sich in seiner Kampagne, in die er auch Politiker einbeziehe, zu vernetzen. In Bürgermeister Matthias Rudolph hatte er mehr als einen Sympathisanten gefunden. Der fand es "toll, dass es hier so voll ist. Und alles ohne einen Euro Steuergeld." Denn alle Künstler, die im Laufe des Abends auftraten, unter anderem der in Insiderkreisen weltbekannte DJ Mike La Funk aus Fürstenwalde, verzichteten auf Gage, um das Anliegen zu unterstützen. Rudolph versicherte, die Kampagne von Stahl unterstützen zu wollen, als erstes wolle er in der Verwaltung einen Mobbingbeauftragten bestellen.

Parallel zu dem Himbeerbrause-Fest hatte der Arbeitskreis Suchtprävention, den es seit 1997 in Fürstenwalde gibt, zu Informationsständen und Unterhaltung in den Stadtpark eingeladen. Mit dabei war auch die Polizei mit ihren zuständigen Mitarbeiterinnen für Prävention Katrin Gassner und Petra Schlatter. "Es gibt viele Möglichkeiten, zu helfen", sagte Katrin Gassner. Aber man müsse auch bereit sein, zu sagen: "Ich bin Opfer geworden." Und sie rief auf, nicht wegzuschauen, wenn vermeintliche Kinder in der Öffentlichkeit Alkohol trinken. "Dann kann man die Polizei rufen." Alkohol, Drogen, Mobbing, Gewalt – das läge alles dicht beieinander. Dass die zwei Veranstaltungen parallel liefen, fiel den Besuchern kaum auf. Bürgermeister Rudolph hätte sich dennoch "eine gemeinsame Veranstaltung gewünscht, so wie es angedacht war", sagte er gegenüber der MOZ.

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