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Wahlkampf
Kalbitz nennt Schüler durch "Bestrahlung" an Schule verblendet

Andreas Kalbitz, AfD-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl
Andreas Kalbitz, AfD-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl © Foto: Christoph Soeder/dpa
dpa / 19.08.2019, 15:11 Uhr - Aktualisiert 19.08.2019, 16:14
Potsdam (dpa) Brandenburgs AfD-Spitzenkandidat Andreas Kalbitz hat einem Schüler in einer Diskussionsrunde Verblendung vorgeworfen. Der AfD-Landesvorsitzende antwortete am Montag auf die Frage eines Jugendlichen, was er von Thüringens AfD-Landeschef Björn Höcke halte, der nach Ansicht des Schülers "ziemlich offen ein Nazi" sei: "Tut mir leid, dass Sie da so verblendet sind durch die Dauerrotlichtbestrahlung, die Sie medial an der Schule bekommen." Am 1. September wird ein neuer Landtag gewählt, Brandenburg wird derzeit rot-rot regiert.

Höcke sei "kein Nazi", sondern stehe "fest auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung", sagte Kalbitz. Höcke ist Gründer des rechtsnationalen "Flügels" in der AfD, zu dem auch Kalbitz gezählt wird.

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Schüler diskutieren mit Spitzenkandidaten

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Der Brandenburger AfD-Chef bezeichnete zudem die Klimaaktivistin Greta Thunberg als "zopfgesichtiges Mondgesicht-Mädchen". Zum Schutz der heimischen Insekten und Vögel will Kalbitz keine Windräder mehr fördern. Eine Schülerin entgegnete ihm, durch Glasscheiben kämen deutlich mehr Vögel ums Leben als durch Windräder.

Fünf Schüler debattierten in Potsdam mit den Spitzenkandidaten der bisher im Brandenburger Landtag vertretenen Parteien (SPD, Linke, CDU, AfD und Grüne). Die Politiker vertraten dabei die Pro-Meinung zu einem von ihnen selbstgewählten Thema, je ein Jugendlicher nahm die Gegenposition ein. Die Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren sind frühere Landessieger des Bundeswettbewerbs "Jugend debattiert".

"Wir retten in der Lausitz nicht die Welt und auch nicht Klimaziele", entgegnete ein Schüler auf die Forderung von Grünen-Fraktionschefin Ursula Nonnemacher, früher als vorgesehen aus der Braunkohle auszusteigen. Strukturwandel brauche Zeit. "Wir haben diese Zeit nicht mehr", entgegnete Nonnemacher. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) stellte sich dem Thema Ausbau erneuerbarer Energien. Eine Schülerin erinnerte daran, dass ein Konzept nötig sei, damit die Strompreise nicht steigen.

Auch bei den Debatten über Bildungsthemen hatten die Schülerinnen schnell Argumente parat: Ein Schulstarterpaket für jeden Erstklässer - wie von CDU-Landeschef Ingo Senftleben gefordert - löse das Problem der Bildungsgerechtigkeit nicht. Es sei reine "Symbolpolitik", sagte eine Schülerin. Auf den Vorschlag von Linksfraktionsvizechefin Kathrin Dannenberg, das bisherige Notensystem abzuschaffen, sagte eine Schülerin, schriftliche Rückmeldungen statt Noten seien keine Lösung für das Bildungsproblem. Lehrer hätten dann noch weniger Zeit für ihre Schüler.

Durch ihre konkreten Nachfragen und Argumente brachten die Jugendlichen die Spitzenkandidaten mehr als einmal in Erklärungsnot. Zwölf Minuten dauerten die Debatten jeweils, ein Zeitrichter achtete auf die Einhaltung der Redezeit, an die sich die Schüler konsequent hielten - die Politiker nicht immer.

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Anton Hoflreicher 20.08.2019 - 08:34:14

Herr Napp

Verzeihen Sie mein technisches Unverständnis und dass ich überzählige Kommentare nicht in der Lage bin hier selbstständich zu löschen - leider finde ich keine solche Funktion. Als Bahnpendler unterbricht manchmal das Netz und vermutlich daher habe ich versehentlich den Kommentar mehrmals "geschrieben". Als ich das bemerkt hatte, wollte ich allerdings nicht "noch" einen Kommentar verfassen, aber da sie ihren Unmut über einem Irrtum kund tun, extra für Sie, mit vielen Komma und falschem Grammatik. In diesem Sinne einen angenehmen Tag und...Don't feed zur Troll (again) Einige Parlamentarier waren gegen einen Automatismus, dass stimmt. Aber soweit ich weiß, niemand gegen eine - auch zukünftige- Erhöhung. Dies sollte nun durch eine transparenten Mechanismus erfolgen und nicht wie vorher jedes mal neu und einzeln ausgelotet. Aber egal...

Karl Napp 19.08.2019 - 23:35:23

@Anton Hoflreicher - Qualität statt Quantität

Bekommen Sie hier für die Anzahl Ihrer Beiträge eigentlich Geld? Oder was spricht sonst dafür, ein und denselben Beitrag (unabhängig davon, was Sie damit sagen wollen) gleich viermal hintereinander hier zu veröffentlichen?

Anton Hoflreicher 19.08.2019 - 20:51:36

Kalbitz

Naja, wenn dass die Argumente von Herrn Kalbitz zu Greta Thunberg sind, könnte manch einer auf die Idee kommen, dass Ähnlichkeiten vorhanden sein könnten. Da Links auf andere Seiten ja hier dazu gehören, mal dieser: www.fr.de/ratgeber/gesundheit/asperger-syndrom-diese-merkmale-sprechen-dafuer-zr-12753483.amp.html Dort heißt es: "Folgende Symptome sind dem Portal Neurologen und Psychiater im Netz typisch für das Asperger-Syndrom: - gestörte soziale Interaktion (Probleme, sich in andere hineinzuversetzen) - generell wenig Interesse an anderen Menschen - stereotype Verhaltensmuster, teilweise zwanghaftes Festhalten an Gewohnheiten und Ritualen - tiefgreifendes Interesse an bestimmten Themen" Aber ich möchte tatsächlich Betroffene nicht mit Herrn K. gleichsetzen. Dass ist ihnen gegenüber wirklich nicht gerecht. Aber persönlich finde ich, eine Aussage zu einer anderen Person zum Äußeren zu machen ("zopfgesichtiges Mondgesicht-Mädchen", "milchgesichtigen Mädchen hinterherlaufen") wie Herr K. es scheinbar macht doch sehr fragwürdig. Aber bestimmt hat man ihn nur wieder falsch verstanden oder dazu "gedrängt" oder er kannte die "Zusammenhänge" gar nicht , so wie angebliche auch bei mancher früherer "Jugendarbeit/Jugendlager" oder oder...

Anton Hoflreicher 19.08.2019 - 20:48:47

Kalbitz

Naja, wenn dass die Argumente von Herrn Kalbitz zu Greta Thunberg sind, könnte manch einer auf die Idee kommen, dass Ähnlichkeiten vorhanden sein könnten. Da Links auf andere Seiten ja hier dazu gehören, mal dieser: www.fr.de/ratgeber/gesundheit/asperger-syndrom-diese-merkmale-sprechen-dafuer-zr-12753483.amp.html Dort heißt es: "Folgende Symptome sind dem Portal Neurologen und Psychiater im Netz typisch für das Asperger-Syndrom: - gestörte soziale Interaktion (Probleme, sich in andere hineinzuversetzen) - generell wenig Interesse an anderen Menschen - stereotype Verhaltensmuster, teilweise zwanghaftes Festhalten an Gewohnheiten und Ritualen - tiefgreifendes Interesse an bestimmten Themen" Aber ich möchte tatsächlich Betroffene nicht mit Herrn K. gleichsetzen. Dass ist ihnen gegenüber wirklich nicht gerecht. Aber persönlich finde ich, eine Aussage zu einer anderen Person zum Äußeren zu machen ("zopfgesichtiges Mondgesicht-Mädchen") wie Herr K. es scheinbar macht doch sehr fragwürdig. Aber bestimmt hat man ihn nur wieder falsch verstanden oder dazu "gedrängt" oder er kannte die "Zusammenhänge" gar nicht , so wie angebliche auch bei mancher früherer "Jugendarbeit/Jugendlager" oder oder...

kay-uwe granz 19.08.2019 - 17:04:47

Damit hat er gar nicht so unrecht.

Wenn man so sieht, das Brandenburg,in Sachen Bildung, den vorletzten Platz, vor Berlin (was kein Kunststück ist), belegt hat, ist davon auszugehen, das Dinge wie Soziale Kompetenz, die "richtige" Gesinnung und eventuell senen Namen tanzen können, nicht die zukünfigen Leistungsträger unserer Gesellschaft hervorbringen wird. Im DDR-Schulunterricht wurde auch indoktriniert, sehr massiv sogar, aber gleichzeitig hat man sehr großen Wert, auf eine gute Allgemeinbildung, gelegt.

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