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Leibniz-Institut
Fortschritte auf der teuersten Baustelle in Frankfurt (Oder)

Gerrit Freitag und Thomas Gutke / 19.08.2019, 19:52 Uhr - Aktualisiert 20.08.2019, 06:52
Frankfurt (Oder) (MOZ) Gut ein Jahr nach der Grundsteinlegung sind die Arbeiten zur strategischen Erweiterung des Reinraums am IHP Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik im Technologiepark auf einem guten Weg.

Voraussichtlich im Juli nächsten Jahres sollen sie abgeschlossen, das heißt "Ready for Equipment" sein, wie Abteilungsleiter Raik Marx berichtet. Die eigentliche Übergabe des Gebäudes erfolgt erst nach dem vollständigen Einbau der Technik und der Einrichtung der Labore. Geplanter Termin ist Dezember 2020.

Es ist die derzeit teuerste Einzelbaustelle in Frankfurt. 14,3 Millionen Euro werden investiert. Bund und Land beteiligen sich mit jeweils 1,65 Millionen Euro. Den Löwenanteil des Vorhabens stemmt die Europäische Union. 11 Millionen Euro fließen aus dem Strukturfonds. Als Generalplaner für das Projekt zeichnet die Henn GmbH verantwortlich, die Hentschke Bau GmbH führt den Bau aus. Die logistischen Anforderungen sind hoch. Denn Bestandsgebäude und Erweiterung werden miteinander verknüpft. Trotzdem dürfen die Bauarbeiten den Forschungsbetrieb und die Abläufe am IHP nicht stören.

Der Reinraum ist das Herzstück des Mikroelektronik-Instituts. Über Filter wird hier die Zahl der Partikel und Keime so klein wie möglich gehalten. Der Richtwert liegt bei maximal einem Fremdteilchen pro Kubikfuß Luft, was umgerechnet etwa 28 Litern entspricht. Erst diese streng kontrollierte Umgebung ermöglicht die Fertigung winzig kleiner elektronischer Bauteile. Die Anforderungen für die Herstellung von Hochfrequenz-Schaltkreisen und an die Materialforschung für die Mikro- und Nanoelektronik sind hochkomplex und finden unter anderem im Bereich der Medizin, Raumfahrt und drahtlosen Kommunikation ihre Anwendung.

Der Anschlussneubau ist notwendig, um künftigen Forschungsaufgaben am IHP mehr Raum zu geben. Gleichzeitig sollen Betriebsstrukturen optimiert werden. "Wir vergrößern uns um 500 Quadratmeter nutzbare Reinraumfläche", erklärt Raik Marx. Der aktuelle Reinraum bietet etwa 1000 Quadratmeter Platz zum Forschen. Mit dem Erweiterungsbau bekommt das IHP mit seinen mehr als 300 Beschäftigten nun mehr Handlungsspielraum. Davon profitiert auch die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Kooperationspartnern.

Tag der offenen Tür

Am 7. September lädt das IHP von 10 bis 14 Uhr wieder zu einem Tag der offenen Tür ein. Wissenschaftler präsentieren ihre Forschungsergebnisse und zeigen ihre Labore. Am IHP arbeiten Mitarbeiter aus 30 Ländern. Das Personalteam informiert über Karrieremöglichkeiten. Die Jüngsten erhalten bei der Kinderuniversität Einblicke in die Welt der Naturwissenschaften. Es gibt Experimente zum Anschauen und Mitmachen. Der Förderverein Freunde des IHP zeichnet auch in diesem Jahr Projektarbeiten von Brandenburger Schülern der Klassenstufen 9 bis 12 aus.

StichwortNanoelektronik

Integrierte Schaltkreise werden als Nanoelektronik bezeichnet, wenn deren Strukturbreiten (kleinste, über Strukturierungsverfahren realisierbare Abmessung bei integrierten Schaltkreisen) unter 100 Nanometer liegen. Ein Nanometer ist ein Millionstel Millimeter. Allerdings ist dies eine grobe Einordnung und der Begriff der Nanoelektronik unterliegt keiner strengen Definition, da der Übergang zwischen Mikroelektronik und Nanoelektronik fließend verläuft.⇥red

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