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Auswärtsklatsche
Böse unter die Räder gekommen

Yasmina Nießner / 20.08.2019, 09:12 Uhr
Berlin Am Anfang einer Saison ist es ja oft so. Alle Spieler sind noch fit und tatendurstig, gesperrt ist auch noch keiner. Und da sind dann halt einige "übrig" und verstärken die Reserve. Ingo Kahlisch schickte am Sonntag vier Aktive zur Zweiten, die das Ortsderby gegen den BSC Rathenow prompt gewann.

Leider galt das Ganze im umgekehrten Sinn auch einige Etagen höher. Sechs Mann aus der Lizenzspielerabteilung von Hertha BSC kickten bei der U23 mit. Aber nicht nur deshalb wurde Optik im Olympiapark mit 6:0 förmlich überrollt.

Es hatte sich schon herumgesprochen: Daishawn Redan, der 2,5-Millionen-Zugang vom FC Chelsea, spielt bei Hertha II mit. Das lockte nicht nur Bundesligacoach Ante Covic, sondern auch beachtliche 535 Zuschauer ins Amateurstadion.

Die hatten ihre helle Freude an einer Partie, die phasenweise eher einer wilden Hatz, denn einem Fußballspiel glich. Die Rathenower hatten nämlich bei allem Offensivdrang vollkommen vergessen, dass man gegen eine so pfeilschnelle Truppe zuallererst verteidigen muss.

Viel zu früh, oft schon in der gegnerischen Hälfte, griffen die Rathenower ihre Gegenspieler an. Da konnte sich Trainer Ingo Kahlisch heiser brüllen, seine Akteure, die spielerisch in Berlin durchaus zu gefallen wussten, verhielten sich taktisch miserabel.

Youssef Sakran wusste sich nach einem Ballverlust gegen Maurice Covic nur mit einem Foul zu helfen - 1:0 (11.). Beim zweiten Treffer in der 17. Minute patzte Lucas Hiemann, der ansonsten durch zahlreiche gute Paraden auffiel. Das 3:0 (25.) war ein Konter. Optik stürmte, verlor den Ball, Tony Fuchs schickte Muhammed Kiprit - schon war`s passiert.

"Warum gehen wir denn da vorne schon rauf?" Auch Physio Robert Berlin erkannte die taktischen Fehler. Den Schlusspunkt der ersten Hälfte, was die Tore betrifft, setzte dann Daishawn Redan persönlich. Nicht angegriffen, spazierte er solange durch den Strafraum, bis die passende Schussposition zum 4:0 in der 38. Minute gefunden war.

Und wenn sich die Fußballgötter den FSV Optik schon mal ausgeguckt haben, dann richtig. Ein toller Schlenzer von Caner Özcin über den zu weit vorn stehenden Luis Klatte landete Sekunden vor dem Pausenpfiff an der Latte.

In der Halbzeit wechselte Ingo Kahlisch zweimal, zehn Minuten später ging auch der kurz zuvor verwarnte Kevin Adewumi sicherheitshalber vom Feld. Er hatte noch nicht auf der Bank Platz genommen, da verletzte sich Glody Zingu an der Schulter. Der Verteidiger biss die Zähne zusammen, machte nach längerer Behandlung weiter.

Die Rathenower standen nun besser und setzten selbst ab und zu Akzente. Leon Hellwig volley drüber, Zingu knapp am Keeper gescheitert - ein Ehrentor war mehrfach möglich. Zwischendurch erzielte Redan ein wunderschönes Tor, erzielt allerdings mit dem sogenannten "Kempa-Trick", der Stürmer sprang in den Fünfmeterraum und warf das Leder ins Netz. Das gab natürlich Gelb.

Der Neuzugang von Chelsea traf aber auch regulär. Wenige Minuten, nachdem Oguzhan Matur bei einem Konter auf der Linie retten konnte, kam der nach seiner Verletzung nicht mehr richtig fitte Glody Zingu gegen Daishawn Redan zu spät. Wieder Elfmeter, auch der berechtigt. Der Gefoulte (79.) nahm sich den Ball, obwohl der eingewechselte Jessic Ngankam schießen sollte. Viele Freunde dürfte er sich in der U23 damit nicht gemacht haben, aber letztlich war es egal. Der Ball war drin. Den 6:0-Endstand besorgte Timur Gayret mittels Abstauber in der 85. Minute, Lucas Hiemann hatte stark gegen Ngankam pariert.

"Einige dachten, sie könnten hier mitspielen, heute wurden wir wieder auf den Teppich geholt. Am Ende war es ein Klassenunterschied, auch in der Höhe verdient." Mehr wollte Ingo Kahlisch kurz nach Spielende nicht sagen.

Um nicht ganz so negativ abzuschließen: Das Schiedsrichtertrio um Richard Hempel bot eine tadellose Leistung, wurde trotz der klaren Niederlage gelobt.

Am fünften Spieltag (29. August) empfängt die Optik-Elf um 19 Uhr den FC Rot-Weiß Erfurt.

Optik: Hiemann - Sakran (46. Matur), Turan, Langner, Zingu - Hellwig, Leroy - Adewumi (56. Jürgens), Kapan (46. Aydogdu), Wilcke - Özcin.

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