Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Biodiversität
Landwirte nutzen Förderung für Blühstreifen

So kann ein Blühstreifen aussehen./
So kann ein Blühstreifen aussehen./ © Foto: Bernd Wüstneck
Ulrike Gawande / 20.08.2019, 10:29 Uhr
Ostprignitz-Ruppin (MOZ) Die Förderung zur Anlage von Bienenweiden stößt im Landkreis auf großen Zuspruch bei den Landwirten. Eine neue Landesrichtlinie stößt hingegen auf Kritik beim Kreisbauernverband.

Von 41 Anträgen, die beim Landkreis Ostprignitz-Ruppin im Rahmen der vom Kreistag beschlossenen Richtlinie zur Förderung der Biodiversität eingegangen waren, konnten 35 genehmigt werden. Insgesamt 33 Hektar wurden von Landwirten als Blühflächen im Rahmen der Richtlinie angelegt, 16 500 Euro von bereitgestellten 25 000 Euro wurden so ausgezahlt, berichtet Maria Mundry, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes. Das übrige Geld steht weiter für die Maßnahme zur Verfügung. Maximal einen Hektar der Ackerfläche konnten sich die Landwirte für 500 Euro fördern lassen, wenn sie auf ungenutzten Flächen oder Ackerrandstreifen eine Blühmischung aussäten.  Doch die Landwirte waren auch darüber hinaus aktiv und legten insgesamt 228 Hektar als sogenannte Bienenweiden an, so Mundry. 149 Hektar seien dabei Honigbrachen, acht Hektar wären mehrjährige Pflanzstreifen. Bis 15. September dürfen die vom Landkreis  geförderten Blühflächen, die mindestens zehn Meter breit und 0,3 Hektar groß sein mussten, nicht bewirtschaftet werden. Nun hat auch das brandenburgische Landwirtschaftsministerium eine Förderung für "naturbetonte Strukturelemente im Ackerbau" aufgelegt, um Blühflächen im konventionellen Ackerbau zu etablieren. 700 Euro pro Hektar Blühfläche soll es ab 2020 geben, für maximal zehn Prozent der Ackerfläche. Der Kreisbauernverband begrüßt die Idee, hat aber große Zweifel, da das vorgeschriebene Saatgut nicht oder nur in geringem Maße vorrätig sei. Sven Deter, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, bezeichnet die Richtlinie gar als "totgeborenes Kind". Er ärgert sich, dass sich das Ministerium bei der Erarbeitung der Förderrichtlinie nicht an vorhandene in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen orientiert habe. "Die hätte man eins zu eins übernehmen können. Man muss das Rad nicht neu erfinden." Außerdem sei die Richtlinie zu bürokratisch. Mundry kritisiert indes, dass die bereitgestellten sechs Millionen Euro nicht ausreichen werden.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG