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Bürgermeister-Wahl
Fragesteller stehen Schlange

Manja Wilde / 21.08.2019, 16:51 Uhr - Aktualisiert 22.08.2019, 08:01
Grünheide (MOZ) Wann wird der Lärmaktionsplan in Hangelsberg umgesetzt? Was halten die Kandidaten von der Ansiedlung eines Lebensmittelladens in Kagel? Es gibt viele Dinge, die Grünheidern unter den Nägeln brennen. Und bevor sie am 1. September ihren Bürgermeister wählen, wollen sie wissen, wofür die fünf Kandidaten stehen. Entsprechend groß ist der Andrang beim MOZ-Wahlforum. Eine Frau und vier Männer haben sich auf dem Podium versammelt, um MOZ-Redakteurin Anke Beißer Rede und Antwort zu stehen. Wer sind die Fünf? Was sind ihre Markenzeichen als Kandidaten?

Tobias Jurchen (29, parteilos), will für "Jugend und Generationswechsel" stehen. Zudem kenne er durch seine Tätigkeiten und aus seinem Studium sowohl die Sichtweisen des öffentlichen Dienstes als auch der Privatwirtschaft.

Thomas Wötzel (48, FDP, tritt fürs Bürgerbündnis an) sagt: "Ich bin im Herzen jung geblieben, aber im Kopf etwas erfahrener." Seit 27 Jahren ist er Unternehmer, zudem Mitglied der Gemeindevertretung.

Amtsinhaber Arne Christiani (59, parteilos) sagt: "Nach 16 Jahren als Bürgermeister weiß ich, dass drei Viertel der Arbeit im Rathaus nicht darin besteht, Volksfeste zu organisieren, sondern Arbeit im Dienste des Gesetzes zu tun."

Nicole Blisse (44, AfD) antwortet: "Ich stehe für die Gemeinschaft und für das, was der Bürger will." Ihr liege Transparenz am Herzen.

Und Uwe Werner (60, parteilos), Gemeindevertreter und Ex-Ortsvorsteher, will als "waschechter Grünheider den Ort voranbringen, Jugend hier halten, damit Grünheide nicht zur Schlafstadt wird."

Doch wie steht es nun mit Tempo 30 und Querungshilfen in Hangelsberg? "Der Lärmaktionsplan ist ein Gerüst, das man scheibchenweise umsetzen kann", sagt Werner. Aber es gebe "Leute, die im Weg stehen". Er rät zu Unterschriftenaktionen, um Druck zu machen. Manches sei schwer umsetzbar, sagt Christiani, da es um Landesstraßen geht. Ende 2019 werde die mobile Ampel auf der Hangelsberger Ortsdurchfahrt durch eine feste ersetzt. Er erinnerte daran, dass die Gemeinde am Bahnhof eine Querungshilfe auf eigene Kosten bauen ließ. Von einem "Riesenproblem" sprach Wötzel. Die Lkw-Maut sei eine Ursache. Man müsse mit Vertretern von Bundes- und Landesregierung sprechen. "Die Entscheidungen fallen weiter oben", sagte Blisse. Jurchen regte ein Nachtfahrverbot für Lkw, ausgenommen Lieferverkehr, an.

Gegen einen Laden in Kagel hat keiner etwas. Wötzel denkt laut über Anschubfinanzierung nach. "Selbst wenn wir die Immobilie kostenlos zur Verfügung stellen, kann ein Tante-Emma-Laden nicht mit Discounterpreisen mithalten", sagt Christiani. "Versuchskaninchen", die sich nicht finanzieren, gebe es mit ihm nicht, sagt Werner. Die Gäste spenden Applaus, besonders oft für Wötzel und Christiani.

Gingen die ersten Fragen vorab per E-Mail ein, bildete sich später am Saal-Mikrofon eine Schlange. Die Palette reichte von einer weiterführenden Schule bis zu Staatssicherheit. Letztere Fragen, verbunden mit Beschimpfungen, richteten sich an Christiani. Dieser verwies auf den 2013 vorgelegten Abschlussbericht der Prüfkommission. Das Gros der Gäste signalisierte, dass es mehr an der Zukunft als an der Vergangenheit interessiert ist.

Acht Jahre hat einer neuer Bürgermeister Zeit, darauf Einfluss zu nehmen. Blisse würde viel erhalten, z.B. die Vereinslandschaft. Auch Jurchen würde wenig am Ortscharakter ändern. Werner sieht ein grüneres Grünheide mit besserer Infrastrauktur. Wötzel will das "Grün" zu einer Marke machen – mittels "Green-Mobility" und "Green-Economy". Und Christiani sieht 2027 zwei Drittel der 300 Hektar umfassenden Bedarfsfläche des Güterverkehrszentrums Freienbrink erschlossen – mit positiven Auswirkungen für Ausbildungs- und Studentenarbeitsplätzen sowie  öffentlichen Personennahverkehr.

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