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250 Schüler aus dem Barnim Gymnasium organisieren großes Forum und bereiten sich im Fach Politische Bildung intensiv auf die Inhalte der Parteien im Wahlkreis 14 vor.

Landtagswahl
Schüler fühlen Kandidaten auf den Zahn

Gut vorbereitet: Die Gymnasiasten hatten am Dienstag viele Fragen. Das Wahlforum im Audimax war zuvor im Fach Politische Bildung der Zehnt- bis Zwölftklässler diskutiert worden.
Gut vorbereitet: Die Gymnasiasten hatten am Dienstag viele Fragen. Das Wahlforum im Audimax war zuvor im Fach Politische Bildung der Zehnt- bis Zwölftklässler diskutiert worden. © Foto: Sergej Scheibe
Jannes Schulze / 22.08.2019, 09:00 Uhr
Bernau (Freier Autor) Politische Bildung am Barnim Gymnasium in Bernau heißt vor den Wahlen auch, aktuelle Themenschwerpunkte für die Schüler der Klassen zehn bis zwölf durch eine Podiumsdiskussion zu bereichern. Etwa 250 Schüler fanden sich im Audimax der Schule ein, um den sieben Vertretern des Wahlkreises 14 für Bernau und Panketal auf den Zahn zu fühlen. Ralf Christoffers (Die Linke), Danilo Zoschnik (Bündnis 90/Die Grünen), Renate Prauß (FDP), Daniel Sauer (CDU), Péter Vida (BVB/Freie Wähler) und Hans Link (AfD) saßen als Direktkandidaten im Podium. Britta Stark (SPD) wurde durch die Landesvorsitzende der Jusos, Rica Eller, vertreten. Fachlehrer Hartmut Krypilo (53) und Schülersprecher Ron Cedric Straßburg moderierten die Diskussion.

Schüler, die eine Frage hatten, konnten aufstehen und waren nacheinander an der Reihe. Bereits vor der Veranstaltung wurde das Thema im Rahmen des Unterrichts behandelt. Zunächst erhielten die Kandidaten die Gelegenheit, sich und ihre Ziele vorzustellen. Bereits hier bemühten sich die meisten Kandidaten um Themen, die für Jugendliche besonders wichtig sind. Akzente wurden besonders in der Bildungs-, Umwelt- und Gesundheitspolitik gesetzt. Begleitet wurde bereits diese Phase von begeistertem Applaus.

Nicht nur die Moderatoren, sondern auch die Zuhörer erwiesen sich als fair. Die erste Frage richtete sich an Péter Vida und Daniel Sauer. "Wie stehen Sie zu 5G?", fragte ein Schüler. Beide betonten die Bedeutung eines flächendeckenden Mobilfunknetzes und ernteten damit auch die Zustimmung der anderen Lokalpolitiker. Auf dieser Grundlage entstanden erste Diskussionen unter den Kandidaten.

Legalisierung von Cannabis

Ein zweiter Themenkomplex begann. "Bezüglich der Hanfparade wollte ich fragen, wie Sie zur Legalisierung von Cannabis stehen", lautete die Anfrage. Mit Ausnahme des AfD-Kandidaten Hans Link plädierten alle Politiker dafür. Sie argumentierten mit der besseren Qualitätskontrolle, Schwarzmarktbekämpfung oder mit einer liberalen Grundhaltung. Sie erhielten gut hörbare Zustimmung aus dem Publikum. Link hob den Schutz junger Menschen hervor. Der folgende Schlagabtausch zwischen ihm und dem Grünen Danilo Zoschnik wurde von Zwischenrufen aus dem Publikum begleitet. Das ließ die Emotionalität des Themas erahnen. In einer abschließenden Abstimmung votierte eine große Mehrheit der Schüler für die Legalisierung von Cannabis.

Die weiteren Themen waren Fragen zu einem kostenlosen öffentlichen Nahverkehr, über erneuerbare Energien, besonders Windräder, und ein kurzer Exkurs in die Sicherheitspolitik. In den Schlussstatements äußerten sich die Politiker positiv über das Interesse der Schüler und den respektvollen Umgang. Sie appellierten: "Geht wählen!". In Brandenburg dürfen Jugendliche ab 16 Jahren an der Wahl teilnehmen. Fachlehrer Hartmut Krypilo betonte: "Ich war überrascht von den Schülerfragen. Wir haben eine Menge Argumente gehört, und es konnten nicht einmal alle Fragen gestellt werden, die es gab." Er forderte außerdem, das Fach Politische Bildung häufiger zu unterrichten. "Es ist wichtig, das auch außerhalb der Schule zu machen" ergänzte der 53-Jährige. Die Veranstaltung diente auch als Vorbereitung auf die am 29. August stattfindende Juniorwahl. Hier können alle Schüler ab der achten Klasse die Landtagswahl simulieren. "Deshalb war es wichtig, dass die Landtagskandidaten mal ihre lokalen Wahlziele und die Umsetzung vorstellen", resümiert Krypilo.

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Renate Prauß 23.08.2019 - 07:24:25

Volksdroge Nr. 1 ist und bleibt der Alkohol

Wir hatten 2018 74.000 Todesfälle durch mißbräuchliche Verwendung von Alkohol... komisch, hier kräht außer A. Hoflreicher bisher keiner nach "Droge nur auf Rezept" oder generellen Verboten. Bringt auch nix, wie die Prohibition in anderen Ländern eindrucksvoll bewiesen hat. Verbote bringen Menschen oft nur dazu, kreativ zu werden, um sie zu umgehen. Im Falle Cannabis mit den bekannten Folgen Schwarzmarkt, unsaubere Drogen, etc.

Anton Hoflreicher 22.08.2019 - 21:29:02

Drogen

Drogenkonsum bleibt Drogenkonsum. Da gebe ich allen durchaus Recht. Ich plädiere daher sämtliche Drogen nur auf Rezept legal abzugeben. Schließlich muss auch hinterher deren Folgen durch Krankenkassen und das Gesunfheitssystem aufgefangen werden. Das beinhaltet dann aber sämtliche Drogen wie Cannabis, Medikamente aber auch sämtlicher Alkohol und Nikotin. Allein durch den entstehende Bürokratiewahnsinm dürfte der Konsum dramatisch sinken und der Einstieg erschwert.

Dirk Mahnke 22.08.2019 - 20:28:14

Nachtrag

Ich habe den Herren von der CDU vergessen zu erwähnen, sorry.

Dirk Mahnke 22.08.2019 - 20:13:11

Politische Bildung am Barnim Gymnasium in Bernau

Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, BVB/Freie Wähler, SPD; Drogen legalisieren, was Befürworten unser "politischen Eliten" nicht alles, um junge Wählerstimmen für sich zu gewinnen. Drogenlexikon: https://www.drugcom.de/drogenlexikon/buchstabe-c/cannabis/ "Das Hirn ist wie geschaffen für Drogen. Je mehr man nimmt, desto weniger wird es, bis sich die Drogen endlich von allein erübrigen." Zitat: Erhard Blanck

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