Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Wahlkampf
"Nicht wählen ist ein nicht bestandener Intelligenztest"

Christian Lindner spricht vor rund 160 Besuchern.
Christian Lindner spricht vor rund 160 Besuchern. © Foto: Silvia Passow
Silvia Passow / 22.08.2019, 11:16 Uhr
Falkensee .  Eine etwas andere politische Veranstaltung konnte am Dienstag in der Stadthalle in Falkensee besucht werden. Christian Lindner, Bundesvorsitzender der Freien Demokraten und Linda Teuteberg, Generalsekretärin der FDP waren zu Gast, unterstützten Amid Jabbour, der für den Landtag kandidiert. Sekt zur Begrüßung, kräftige Beats zwischen den Redebeiträgen, drei politische Reden, wobei Lindner den Bärenanteil der Zeit zugesprochen bekam.

Die Stadthalle füllte sich , die rund hundert Plätze reichten nicht. Wer später kam, dem blieb nur stehen. Lindner dankt jedem fürs Kommen, egal welche politische Meinung man vertrete. Denn: Ein Drittel der Wahlberechtigten will am 1. September nicht wählen gehen, sagt er. "Nicht wählen gehen, ist ein nicht bestandener Intelligenztest", sagt Lindner und erntet Beifall.

Nein, sagt Lindner, zum Klima will er eigentlich gar nicht viel sagen und stimmt seiner Vorrednerin Teuteberg zu. Diese hatte Georgien und die Maghreb-Staaten als sichere Herkunftsländer erklärt. "Das sind Länder, in denen sie auch ihren Urlaub verbringen", sagt Teuteberg. Zur Seenotrettung im Mittelmeer sagt Lindner: "Ich bin nicht gegen Seenotrettung. Die Leute sollten nur an die Küste zurückgebracht werden, von der sie aufgebrochen sind. Lindner sagt weiter, die Sicherheitslage treibe die Menschen um. Jedoch sieht er sich dem Vorwurf ausgesetzt, die FDP wolle einen "Nachtwächter-Staat." "Aber ein Staat, in dem man nachts ruhig schlafen kann, weil man selbst und sein Eigentum geschützt ist, wäre das nicht wünschenswert," fragt Lindner. Er plädiert für mehr Polizisten und Justizbeamte und weniger Bürokratie. Auch in Sachen Bildung sieht Lindner deutlichen Nachholbedarf. "Im Ländervergleich ist Brandenburg auf Platz 15, von 16. Die schlechten Ergebnisse führt er auf die Bildungspolitik im Land zurück.

Bei der Wirtschaft angekommen, hier möchte er die Rahmenbedingungen verbessern. Das Arbeitszeitgesetz sieht Lindner als hinderlich. "Stellen sie sich vor, sie gehen um 14 Uhr nach Hause, also drei Stunden früher, spielen mit ihren Kindern und wollen abends um zehn noch mal die Mail checken. Geht nicht oder sie müssen am nächsten Tag später mit der Arbeit beginnen. Warum? Sie müssen elf Stunden Ruhezeit einhalten." Zu guter Letzt gab es dann doch noch die Umwelt. Lindner erzählt, dass er leidenschaftlicher Jäger sei und im Wald die Schäden an den Bäumen sehen würde. "Da gehen inzwischen sogar 200jährige Eichen in die Knie," sagt er. "Es gibt den Klimawandel und wenn die AfD den Klimawandel leugnet, dann offenbart sie, dass sie die Heimat nicht einmal kennt." Lindner warnt aber auch, dass der Klimaschutz aus seiner Sicht instrumentalisiert würde.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG