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Wer wollte, konnte bei der Diskussionsveranstaltung der MOZ am Mittwoch in sachlicher und konzentrierter Atmosphäre seine Fragen an sechs von sieben Bewerbern ums Bürgermeisteramt loswerden. 250 Besucher kamen.

Bürgermeisterwahl
Kandidaten stellen sich den Werneuchenern

Die Bürgermeisterkandidaten (v.l.): Lars Hübner (AfD), Juliana Hrymon (Die Partei), Germaine Keiling (SPD), Frank Kulicke (UWW), Juri Geißler (parteilos), Alexander Horn (Die Linke)
Die Bürgermeisterkandidaten (v.l.): Lars Hübner (AfD), Juliana Hrymon (Die Partei), Germaine Keiling (SPD), Frank Kulicke (UWW), Juri Geißler (parteilos), Alexander Horn (Die Linke) © Foto: Wolfgang Rakitin
Kerstin Ewald / 22.08.2019, 19:31 Uhr - Aktualisiert 23.08.2019, 18:13
Werneuchen (MOZ) Sechs von sieben der Werneuchener Bürgermeisterkandidaten präsentierten sich am Mittwoch beim Wahlforum der MOZ im Adlersaal. Rund 250 Leute waren dabei. Es moderierte die Bernauer Redaktionsleiterin Sabine Rakitin.

Leider konnte Oliver Asmus, der Kandidat der CDU, mit 27 Jahren der jüngste  Bewerber, nicht dabei sein. Er stellt sein Programm unter anderem auf Flyern und seiner Facebook-Seite vor. Lars Hübner (AfD), Jahrgang 1970, war von 1993 bis 1997 Bürgermeister in Heckelberg – damals einer der jüngsten Amtsinhaber Brandenburgs. Er arbeitet als selbstständiger Handwerker in Werneuchen, ist im Vorstand des Sportvereins Hirschfelde und seit 2017 Mitglied der AfD.

Am Mittwochabend stellten sich sechs von sieben Bürgermeisterkandidaten den Bürgern Werneuchens, sowie den Ortsteilen vor. Der Kandidat der CDU Oliver Asmus konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht erscheinen. Rund 250 Bürger waren zum Adlersaal gekommen und einige stellten ihre Fragen an die Kandidaten Lars Hübner (AfD9, Juliana Hrymon (Die Partei), Germaine Keiling (SPD), Frank Kulicke (UWW), Juri Geißler(parteilos) und Alexander Horn (Die Linke). Es war ein Kopf an Kopfrennen und keiner war um eine Antwort verlegen, nach zwei und eine halbe Stunde war dann alles gesagt.
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Wahlforum der MOZ in Werneuchen

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Der Tiefenseer Juri Geißler (parteilos) trat vor acht Jahren schon einmal zu den Werneuchener Bürgermeisterwahlen an – damals für die SPD. Er wünscht sich für Werneuchen ein städtebauliches Konzept und will nach diesem strukturiert vorgehen. Von Beruf ist er Bauingenieur.

Alexander Horn, 34, wurde 2003 Mitglied der PDS, später Die Linke. Im gleichen Jahr wurde er Stadtverordneter. Als Fraktionschef der Linken hat er die Werneuchener Kommunalpolitik mitgestaltet. Der Kandidat, von Beruf IT-Techniker, ist seit 2008  auch Kreistagsabgeordneter.

Juliana Hrymon kandidiert für Die Partei. Die 35-Jährige Weesowerin arbeitet bei einer brandenburgischen Behörde. Sie will die Werneuchener Verwaltung bürgernäher gestalten, dabei den Servicegedanken groß schreiben. Sie ist dabei bereit, auch ungewöhnliche Wege zu gehen. Germaine Keiling (SPD), Mitte 40, arbeitet seit Langem in der Berliner Finanzverwaltung. Jung an Jahren war die Werneuchenerin bereits Stadtverordnete, später sachkundige Einwohnerin im Finanzausschuss. "Sie ist eine, die versteht, wie Werneuchen tickt", heißt es auf der Parteiseite. Frank Kulicke aus Seefeld kandidiert für die Unabhängige Wählergruppe Werneuchen. Seit 2014 ist er Ortsvorsteher in Seefeld und Werneuchener Stadtverordneter. Seit der letzten Wahl ist er dort auch Vorsitzender der stärksten Fraktion. Beruflich ist er bei der Berliner Straßenbahn tätig.

Weites Spektrum an Fragen

Nach der persönlichen Vorstellung der Kandidaten kamen die Werneuchener mit ihren Fragen zum Zuge. Diejenigen, die sich meldeten, deckten ein weites Spektrum der brandaktuellen Themen ab. Günther Neumann, Mitorganisator des Straßenbau-Bürgerbegehrens, wollte wissen, welche Initiative die Kandidaten ergreifen, eine Straßenbau-Beteiligungssatzung in der Stadt einzuführen. Alle Bewerber bekannten sich einmütig zu einer Beteiligungssatzung. "Wie wollen sie ihre Vorhaben umsetzen?", fragte Mandy Gille aus Krummensee, "die Gelder sind ja begrenzt." "Wir haben Probleme mit der Prioritätensetzung in der derzeitigen Kommunalpolitik", sagte Lars Hübner. Statt einem Mehrgenerationenhaus hätte er lieber eine Schulmensa für die Europaschule gebaut, die er nicht an den Landkreis übergeben will. Den Jugendclub hätte er kostengünstig dort unterbringen wollen. Juri Geißler stützt das Vorhaben, die Europaschule zum Kostensparen an den Kreis zu übergeben. Die Einnahmen der Stadt will er – im Falle seiner Wahl – erhöhen, indem er die Bemessungssätze für die Gewerbesteuer für die großen Unternehmen anhebt.

Germaine Keiling will die leerstehenden, ehemals militärisch genutzten Gebäude im Rosenpark zusammen mit dem Land Berlin zu Wohnungen umbauen. "Wir müssen mehr Gewerbe nach Werneuchen locken, um die Gewerbesteuereinnahmen zu steigern", auch das hat sich die SPD-Frau vorgenommen. An der Bildung möchte sie keinesfalls sparen. Frank Kulicke will die Außenstände an Grundstücks- und Gewerbesteuer konsequenter eintreiben. Außerdem würde er die Praxis der Ausschreibungen und der Auftragsvergabe gerne rationeller gestalten. Zudem will er die Digitalisierung in der Stadt voran bringen und in den Dienst einer besseren Lebensqualität stellen. Alexander Horn erinnert daran, dass er mitgearbeitet habe, zwei Millionen Fördergelder für den geplanten Schulneubau zu akquirieren. Die Europa-Schule wird er aus Kostengründen an den Kreis übergeben. Wohnungen, Gewerbeflächen und soziale Infrastruktur möchte er mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft bauen. Außerdem will er das Land in die Pflicht nehmen, weitere Programme für die Bildung aufzulegen.

Günther Jesse aus Hirschfelde bemängelte, Werneuchener Politiker hätten sich bisher zu wenig in die Landespolitik eingemischt und fragte, was die Kandidaten für die Umwelt tun wollen. Eine Werneuchenerin, die  sich in der Eltern-Kita-Arbeit engagiert, wollte wissen, wie die Kandidaten zum Qualitätsmanagement der Kitas stehen. Juliana Hrymon, die auch im Kitaausschuss tätig war, will wie Lars Hübner die Tagesmütter mit in ein Qualitätsmanagement einbinden. Frank Kulicke brachte auf die Frage eine Kritik an der divergierenden Ausstattung der Ortsteil- und Kernstadtkitas an.  Elfi Gille, Ortsvorsteherin von Krummensee, wies als Fragestellerin auf die Notwendigkeit der besseren Zusammenarbeit mit den Ortsteilen hin. Ein salomonisches Schlusswort spendete Juliana Hrymon: "Wir müssen alle mehr zusammenarbeiten", forderte sie.

Hier das Wahlforum zum Nachgucken:

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