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Theater
Neue Spielzeit und neue Chefs an den Uckermärkischen Bühnen

Eva-Martina Weyer / 22.08.2019, 20:00 Uhr
Schwedt (MOZ) Einen Werkzeugkoffer mit symbolischem Inhalt hat der scheidende Intendant der Uckermärkischen Bühnen Schwedt Reinhard Simon am Mittwoch an seinen Nachfolger André Nicke übergeben. Mit einer Vollversammlung sind die Theaterleute in die neue Spielzeit gestartet. Sie ist eine Mischung zwischen Abschied und Neubeginn und bringt mit einem Elfenfest am Sonnabend und Sonntag gleich ein Ereignis für die ganze Familie auf die Straße sowie in den Park.

Einen Neubeginn in Schwedt erlebt Uta Koschel. Sie ist neue Schauspieldirektorin des Hauses und damit Nachfolgerin vonAndré Nicke, der ab sofort Intendant der Uckermärkischen Bühnen ist. Beide Theaterleute kennen sich seit ihrem Schauspielstudium, und das ist gut 30 Jahre her. André Nicke hat Uta Koschel nach Schwedt geholt.

Wie keine andere Bühne

Das war seit Langem vorbereitet, weil Reinhard Simon mit der neuen Spielzeit im Ruhestand ist. Er war am Sonnabend 68 Jahre alt geworden. Rückblickend sagt er: "Gerade in den letzten zwei Jahren haben wir eine Zeit der Superlative erlebt. Wir haben uns konsolidiert. Dem Haus geht es finanziell gut." André Nicke ist seit fast zwei Jahren in Schwedt und dankbar: "Ich übernehme ein gut aufgestelltes Haus mit einem treuen Publikum und einer Ausrichtung nach Polen, wie es sie im ganzen Land nicht gibt. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal der Uckermärkischen Bühnen. Wir sind mit der Musicalschiene außerdem ein Zwei-Spartenhaus. Das ist eine Entwicklung, die Reinhard Simon vorangetrieben hat und die ich gerne aufnehme und weiterentwickeln möchte."

Er weiß Schauspieldirektorin Uta Koschel dabei an seiner Seite. In der vergangenen Spielzeit war sie noch Chefregisseurin am Theater Heilbronn. Groß geworden ist sie in Lutherstadt Wittenberg. Sie sagt: "Schwedt und die Menschen hier sind mir näher als die in Heilbronn und dem Schwabenland. Ich kann die Menschen hier besser ,lesen’." Die Arbeit in Schwedt ist für sie auch die Chance, familiärer wieder zusammenzurücken. Ihr Mann arbeitet als Schauspieler in Potsdam.

Die neue Spielzeit bietet mindestens zwölf Theaterpremieren. Ihre erste Regie in Schwedt wird Uta Koschel führen, wenn sie mit den Schauspielern "Der zerbrochene Krug" probt. Dieses Lustspiel von Heinrich von Kleist hat am 29. November Premiere.

Begeistert fürs Theater

André Nicke sagt: "Uta Koschel und ich sprechen in der Kunst die gleiche Sprache. Weil Reinhard Simon in der gleichen Traditionslinie studiert und gearbeitet hat, sehen wir uns als nahtlose Anknüpfer an seine Arbeit." Er wolle die eigene Begeisterung für das Theater, ja für kulturelle Begegnungen überhaupt, auf das Publikum übertragen. "Eine sich entwickelnde Stadt wie Schwedt ist interessant und birgt für Künstler großes Potenzial. Sie sind Seismographen der gesellschaftlichen Entwicklung", ist Anré Nicke überzeugt. "Theater kann die Probleme nicht lösen, aber darauf aufmerksam machen."

In dieser Richtung sind auch die ersten zwei Theaterpremieren der neuen Spielzeit zu sehen. Das Stück "Fridays" nimmt künstlerisch Bezug auf die jugendliche Protestbewegung gegen den Klimawandel. Die Uraufführung am 5. September findet in einem Klassenzimmer der Schwedter Oberschule Dreiklang statt.

Eine deutsche Erstaufführung bereiten die Schwedter Theaterleute für den 13. September vor. Dann hebt sich der Vorhang für "Nürnberg". Es ist ein Stück des polnischen Autors Wojciech Tomczyk. André Nicke macht damit seine Ankündigung wahr, mehr Theaterstücke aus Osteuropa auf die Bühne zu bringen und die Lage des Schwedter Theaters an der Grenze besser abbzubilden. Nicke sagt: "Nürnberg ist ein hochpolitisches Kammerspiel und ein wirklich harter Stoff. Er kommt als unterhaltsamer Psychothriller auf die Bühne des intimen theaters und wird mit polnischen Übertiteln gezeigt." Mit "Nürnberg" wollen die Uckermärkischen Bühnen Schwedt auch auf Tour gehen, ganz im Sinne ihrer Aufgaben als Landes-theater.

Das komplette Angebot der neuen Saison, einschließlich Konzerte und Messen, steht im aktuellen Spielzeitheft. Es ist kostenlos an der Theaterkasse zu haben.

Elfenfest lädt zu einem Dinner in Weiß ein

Erstmals während des Elfenfestes findet ein Dîner en blanc statt, ein Dinner in Weiß. Das Prinzip: Gesellige Menschen treffen sich zu einem Picknick, sind komplett weiß gekleidet und bringen ein kaltes drei-Gänge-Menü mit. Beginn ist am Sonntag 12 Uhr im Hugenottenpark. Sonnabend um 11 Uhr startet die Elfenparade für kleine und große Elfen, Faune und Trolle. Danach beginnt das Familienfest mit Elfenmarkt und Elfendiplom.   ⇥emw

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