Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Neue Anlaufstelle
Fast alle haben ein Drogenproblem

Michael Alfs und Maraike Völker vom CJD helfen Jugendlichen bei der sozialen Integration.
Michael Alfs und Maraike Völker vom CJD helfen Jugendlichen bei der sozialen Integration. © Foto: Burkhard Keeve
Burkhard Keeve / 24.08.2019, 10:27 Uhr
Oranienburg (MOZ) Seit Anfang des Jahres hat das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland (CJD) auch einen Standort in Oberhavel. In der Oranienburger Heidestraße 1 haben Maraike Völker und Michael Alfs ein bescheidenes Büro bezogen.

In dem größeren Raum nach hinter raus steht ein ovaler Tisch. An den Wänden hängen selbst entworfene Plakate. Es geht um Drogen, Ängste und Hausregeln, die unterschrieben wurden. "Keiner darf verloren gehen" lautet das christliche Menschenbild des CJD. Jährlich bietet der Träger in Deutschland bis zu 155 000 jungen Menschen Orientierung und Hilfe in sozialen Schieflagen an. In Oranienburg nutzen 29 das Angebot.

In der Heidestraße geht es um "Haftvermeidung durch soziale Integration", kurz HSI. Im Mittelpunkt stehen 14- bis 21-Jährige, die mit der Realität nicht klarkommen, abdriften, straffällig werden. Wie die beiden Schüler der Jean-Clermont-Schule Sachsenhausen, die im Februar erwischt wurden, als sie Ecstasy-Pillen einwarfen. "Es geht sehr viel um Drogen bei uns", sagt Maraike Völker. 26 von 29 ihrer jungen Klientel gaben an, regelmäßig Cannabis zu konsumieren. Diese Droge werde von ihnen "verherrlicht", sagt Völker. "Was kann schon schlimm dran sein, wenn Länder wie die USA Cannabis legalisieren", lauteten ihre Ausreden, sagt Michael Alfs. "Sie sagen, sie nehmen es aus medizinischen Gründen, weil sie ADHS haben, nicht schlafen können oder Rückenschmerzen haben".

Zum CJD in Oranienburg gehen die Jugendlichen freiwillig. Drei Monate dauert ein HSI-Programm. Einmal in der Woche treffen sie sich in einer gemeinsamen Runde, um für zwei Stunden Wege aus ihrer Drogenkarriere zu finden. "Wir halten ihnen nicht ihre Defizite vor, sondern versuchen, sie positiv anzuspornen. Wir sagen ihnen, was sie gut machen, nicht was sie schlecht machen, geben ihnen so ein besseres Selbstwertgefühl", sagt Völker. Auch nach den drei Monaten bleiben sie ein Jahr lang Ansprechpartner für die Jugendlichen. Der CJD in Oranienburg ist gut vernetzt, hat unter anderem Kontakt zum Lehrbauhof, dem Jobcenter, zu Drogenberatungsstellen und Synanon in Berlin.

Kontakt: CJD Oranienburg, Heidestraße 1, Telefon 03301 5765403, Mail: maraike.voelker@cjdprignitz.de

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG