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Warum Filippo Smaldino Bürgermeister bleiben will

Will wiedergewählt werden: Filippo Smaldino (SPD)
Will wiedergewählt werden: Filippo Smaldino (SPD) © Foto: Heike Weißapfel
Heike Weißapfel / 24.08.2019, 10:35 Uhr
Mühlenbecker Land (MOZ) Filippo Smaldino will Bürgermeister bleiben. Er sieht sich als Sozialmanager und Netzwerker für seine Kommune.

Es ist mir eine Herzensangelegenheit", hat er vor seiner Wahl zum Bürgermeister vor bald acht Jahren oft gesagt. Vielleicht sagt er es nicht mehr so häufig – aber geändert hat es sich wohl nicht. Fast zögernd fängt Filippo Smaldino (SPD) an, über seine Amtszeit zu reden; sie scheint als Alltag zu präsent. Aber dann fällt ihm immer mehr ein, was gut gelaufen ist, was erreicht wurde. "Das schnelle DSL-Netz zum Beispiel. Die Zehnrutenwegbrücke haben wir uns erstritten. Die 380-kV-Höchstspannungsleitung geht nicht mehr, wie vorgesehen, über die Häuser." Die Gemeinde habe einen gesunden Haushalt. 8,4 Millionen Euro seien in den Bereich Jugend und Familie investiert worden.

Oder die Reaktivierung der Heidekrautbahn. "Das mache ich ja alles nicht alleine", betont er. "Ich bin ein Rad im Getriebe, und natürlich kann ich mich in vielen Dingen auf mein Team in der Verwaltung verlassen. Ich  bleibe immer am Ball." Als im Januar die Planungen beider Länder zusammenpassten, war das auch ein Erfolg dieser Hartnäckigkeit, sagt er.

Smaldino gilt als einer, der sich Sachen zu Herzen nimmt, der auch mal Nerven zeigt, der seine Sensibilität auch nach außen trägt. Anders will er auch gar nicht sein. Sein Posten als Bürgermeister sei eher der eines Sozialmanagers. Feinfühligkeit sei durchaus nützlich, um stabile Kontakte aufzubauen. Es hat seinen Grund, dass er nach seiner ersten Ausbildung zum Maschinenschlosser nach einiger Zeit noch Sozialpädagogik und Sozialarbeit studierte. Die Menschen und ihre Schicksale interessierten ihn. "Schon mit meinem Namen stehe ich für eine moderne, offene Gesellschaft, meine Familie steht für eine weltoffene Gemeinde, gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus", verweist Filippo Smaldino bewusst auf seinen familiären deutsch-italienischen Migrationshintergrund und den deutsch-türkischen seiner Frau.

Er sieht die Gemeinde sich verändern, Schildow vor allem, wo ein ganz neues Zentrum entsteht. Dass die Oberhavel Kliniken in Schildow erstmals in eine Seniorenwohnstätte investieren, sei auch auf persönliche Gespräche zurückzuführen.  Bei einem Parkhaus am S-Bahnhof Mühlenbeck-Mönchmühle denke er bereits jetzt darüber nach, ob dort etwa ein sozialer Brennpunkt entstehen könnte. "Da bin ich dann wieder der Sozialarbeiter, der das sieht." Bürgerinitiativen sieht er nicht als Last: "Es ist gut, wenn die Menschen sich einsetzen." Für viele Bedarfe, etwa den Horterweiterungsbau in Schildow und weitere Sportstätten sei Geld im Haushalt zurückgehalten worden. Das "Mühlenbecker Land ist in einem Spannungsfeld zwischen städtischem Charakter und Barnimer Naturpark", sagt der 56-Jährige. Einen Klimaschutzmanager hält Smaldino künftig für die Gemeinde unabdingbar. "Ich bin nun mal ein rot-grüner Bürgermeister."

Zur Person

Filippo Smaldino wurde 1963 in Berlin geboren und lebt seit 2005 im Mühlenbecker Land, und zwar die ersten Jahre in Schildow und jetzt in Zühlsdorf.

In seiner Patchworkfamilie ist er Vater von drei Töchtern und einem Sohn. Zwei sind schon erwachsen. In seinem früheren Berufsleben war er Sozialpädagoge und Sozialarbeiter an Brennpunkten.

Smaldino würde gern öfter mit den Ü50 auf dem Zühlsdorfer Platz kicken, als es ihm möglich ist. Freie Zeit verbringt er mit der Familie.⇥hw

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