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Fußball
Über eine Stunde zu viel Respekt

Vereinter Einsatz: Die Eisenhüttenstädter Tony Wernicke (links), Christian Siemund (Dritter von links) und Johann Krüger Zweiter von rechts/alle weiße Hemden)  verteidigen das Tor gegen den Klosterfelder Eric Rutzen (Zweiter von links).
Vereinter Einsatz: Die Eisenhüttenstädter Tony Wernicke (links), Christian Siemund (Dritter von links) und Johann Krüger Zweiter von rechts/alle weiße Hemden)  verteidigen das Tor gegen den Klosterfelder Eric Rutzen (Zweiter von links). © Foto: Bernd Pflughöft
Hagen Bernard / 26.08.2019, 02:15 Uhr
Eisenhüttenstadt Der FC Eisenhüttenstadt hat nach seinem überraschenden 2:1 bei Preussen Eberswalde im ersten Heimspiel der Saison einen Rückschlag erlitten. Er verlor gegen Union Klosterfelde 1:2 (0:1), nachdem er eine Stunde lang deutlich unterlegen war.

Die Gäste kamen mit ihren langen diagonalen Pässen auf die beiden Stürmer wesentlich besser in die Partie und gingen verdient nach elf Minuten in Führung. Marvin Lewin hatte auf halblinks zu Tobias Marz gespielt, der völlig frei aus zehn Metern flach vollendete. Bei den Gastgebern versuchte zwar vor allem Abwehrorganisator Christian Siemund die Stürmer Alexander Mauch und Georges Florent Mooh Djike in Szene zu setzen, doch beide hatten einen schweren Stand gegen die gut stehenden Gäste. Die beste Offensivszene besaß da noch nach 37 Minuten Hermann Wamba Tsafack, doch er schloss auf halblinks gleich zweimal in kurzer Folge völlig überhastet ab, anstatt vor das Tor zu flanken.

Hingegen hätten die Gäste kurz vor der Pause erhöhen können, doch der freie Morten Jechow schoss den guten Torhüter Martin Stemmler an (40.) und der ebenfalls durchgelaufene Lukas Bianchini hatte etwas zu hoch gezielt (41.). Zudem hatten die Gastgeber bereits nach einer Viertelstunde den ersten verletzungsbedingten Ausfall, als es bei Erik Schack partout nicht mehr weiterging. Für ihn kam Piotr Maciej Ossowski, der jedoch eine recht unglückliche Vorstellung ablieferte. "Er saß nicht umsonst auf der Bank. Derzeit ruft er sein Leistungsvermögen nicht ab", kommentiert FCE-Trainer Andreas Schmidt. Doch zur Pause konnte er wohl über das gesamte Team den Stab brechen. "Die Mannschaft hat einen viel zu großen Respekt. Die Spieler stehen zu weit weg. Im Heimspiel erwarte ich viel mehr Einsatz. Wir müssen Fußball arbeiten."

Dennoch stimmte das 0:1-Zwischenergebnis noch optimistisch für die zweite Hälfte. "Da sitzt noch genügend Qualität auf der Bank. Mal sehen, wen der Trainer einwechselt", meinte der Sportliche Leiter Harry Rath zur Pause, gerade in einem Gespräch mit Dirk Dietrich vertieft. "D.D." hatte in der Saison 1998/99 im Tor des damaligen Regionalligisten EFC Stahl gestanden, sich jedoch auch verletzungsbedingt vom damaligen Trainer Rath verabschiedet. Zusammen mit seinem einstigen Mitspieler in Eisenhüttenstadt Björn Kremser war er danach noch für den Brandenburgligisten Oranienburg aufgelaufen. Nun war der 50-Jährige in Eisenhüttenstadt zurück, sein Sohn William verteidigte für die Gäste.

Zwar hatte in der Pause Schmidt für den jungen Dominic Günther dem erfahrenen Christoph Krüger gebracht, doch den hatte Rath sicherlich nicht als die Qualität gemeint. Die kam mit Carsten Hilgers – der auf dem beim erstmals als Stadionsprecher fungierenden Danny Grünberg vorliegenden Spielberichtsbogen nicht mal draufstand – in der 73. Minute. "Wenn ich schon nicht als Spieler helfen kann, dann bleibe ich wenigstens in dieser Funktion ein Teil des Teams", erklärte der nach einem Achillessehnenriss gerade operierte Stürmer, der in dieser Saison nicht mehr mit einem Einsatz rechnet.

Mit der Hereinnahme von Hilgers ging ein deutlicher Ruck durch die Mannschaft. Allerdings hatte zehn Minuten zuvor Siemund unglücklich einen Schuss des rechts durchgelaufenen Steven Novark zum 0:2 abgefälscht. Immerhin hatte Stemmler seinen FCE gegen Novark (48.) und Bianchini (58.) im Spiel gehalten. Nach Siemund-Vorlage erzielte der 33-jährige Hilgers, der bislang kaum trainiert hat, prompt den Anschlusstreffer (73.). Als der ebenfalls eingewechselte Florian Kallweit gegen Christoph Krüger im eigenen Strafraum rangelte, hätte der FCE ausgleichen können. Doch Tony Wernicke setzte den Strafstoß an den Innenpfosten. Damit endete seine lange Serie verwandelter Elfmeter.

Drangphase zum Schluss

Die Eisenhüttenstädter drängten weiter, doch Hilgers verpasste knapp per Seitfallzieher (79.) und schoss volley vorbei (84.) und Mooh Djike vergab nach Mauch-Zuspiel (89.). Bei den Gästen hatte der freie Lukas Bianchini nach einem Konter vertändelt (87.).

"Ich habe in Bernau gesehen, dass Klosterfelde nach 60 Minuten einbricht. Dieses Mal haben sie nach 65 Minuten abgebaut. Schade, dass der Elfmeter nicht zum verdienten 2:2 reinging. Allerdings ist der Gästessieg verdient, da sie über eine Stunde die bessere Mannschaft waren. Doch gegen einen Gegner auf Augenhöhe ist es ein unnötiger Punktverlust", urteilt Schmidt.

FC Eisenhüttenstadt: Martin Stemmler – Johann Krüger, Dominic Günther (46. Christoph Krüger), Christian Siemund, Tony Wernicke – Sven Naumann, Erik Schack (20. Piotr Maciej Ossowski/73. Carsten Hilgers), Hermann Wamba Tsafack, Hoang Sa Nguyen Ngoc – Alexander Mauch, Georges Florent Mooh Djike

SR: Max Mangold (Vetschau) – Zuschauer: 122

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