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Kunst unter der Erde
Mit dem Eishauch des Kalten Krieges

Großes Interesse: Unterirdische Ausstellung "Voll der Osten" mit Fotografien von Harald Hauswald
Großes Interesse: Unterirdische Ausstellung "Voll der Osten" mit Fotografien von Harald Hauswald © Foto: Jens Sell
Jens Sell / 02.09.2019, 10:37 Uhr - Aktualisiert 03.09.2019, 12:32
Strausberg (MOZ) Mehr als 100 Besucher aus ganz Brandenburg nutzen am Wochenende die erstmalige Gelegenheit, einen der größten Bunker der DDR zu besichtigen: Mit rund 10 000 Quadratmetern auf zwei Ebenen, 196 Räumen und einer Grundfläche von 70 mal 70 Metern, ist er 1984 unterhalb des Postgeländes in der Garzauer Straße von Strausberg fertiggestellt worden.

Zu seiner ersten öffentlichen Begehung ist am Sonnabend vom Berliner Verein Orte der Geschichte der 300 Meter lange Zugang als Galerietunnel eingeweiht worden: Die Fotoausstellung "25 Jahre Abzug der Sowjetarmee aus Brandenburg" wurde von der Landeszentrale für politische Bildung Brandenburg gefördert. Daneben informiert die Ausstellung "Voll der Osten" mit Fotos von Harald Hauswald und Texten von Stefan Wolle über das Leben in der DDR.

Am Sonnabend wehte der Eishauch des kalten Krieges die Besucher des Eröffnungsprogramms des Kulturbunkers Strausberg an: Nach der Buchpräsentation "Geisterstätten der Sowjets: Vergessene Orte im Osten Deutschlands" und einem Vortrag "Vom Postbunker zum Kulturbunker" von Stefan Büttner und Martin Kaule vom Verein Orte der Geschichte stiegen rund 100 Besucher aus ganz Brandenburg zur Eröffnung der Ausstellungen "Voll der Osten" und "25 Jahre Abzug der Sowjetarmee aus Brandenburg"  in die Tiefe. Bei der anschließenden Bunkerführung herrschten acht Grad Celsius.
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Erste Führung durch den Kulturbunker Strausberg

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Das Eröffnungsprogramm begann allerdings im Theater Die Andere Welt Bühne mit der Präsentation des neuen Bandes "Geisterstätten der Sowjets: Vergessene Orte im Osten Deutschlands" des Jaron-Verlages mit Norbert Jaron, Stefan Büttner und Martin Kaule auf dem Podium.

Büttner und Kaule berichteten außerdem über den arbeitsreichen Weg vom Postbunker zum Kulturbunker. 100 Säcke Müll trugen die Vereinsmitglieder hinaus, drei Kilometer neue Kabel und 300 neue LED-Lampen installierten sie. Der Bunker war zu zwei Dritteln ab 1984 im Dauerbetrieb als Knotenpunkt und Schnittstelle aller öffentlichen und geheimen Telefon- und Telex-Netze der DDR. Ein Drittel der Räume war als Führungsbunker des Ministers für Post- und Fernmeldewesen im Kriegsfall vorgesehen.

Der Bunker ist 1995 von der Bundeswehr endgültig aufgegeben worden. Allerdings ist vor seinem vorläufigen Verschluss an drei Stellen Feuer gelegt worden, sodass wertvolle Sachzeugen unwiederbringlich zerstört wurden.  Er soll schrittweise einer kulturellen Nutzung zugeführt wer-den.

Bildergalerie mit Eindrücken von der Eröffnung unter www.moz.de/strausberg; www.orte-der-geschichte.de

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