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Großeinsatz
Ein Toter: Explosion in den Morgenstunden in Eisenhüttenstadt

Janet Neiser, Dietmar Puttins, Gitta Dietrich / 07.09.2019, 09:39 Uhr - Aktualisiert 08.09.2019, 19:28
Eisenhüttenstadt (MOZ) Ein Menschenleben hat eine Explosion in Eisenhüttenstadt gefordert. Im Bereich der Eisenbahnbrücke zwischen Bahnhof und Stadtzentrum ist es am Sonnabendmorgen zu dem Unglück gekommen. Über einen "höllisch lauten Knall" um 3.05 Uhr haben Anwohner später auf Facebook berichtet. Viele sprachen im Internet den Hinterbliebenen ihr Mitleid aus. Die Nachbarschaft ist verunsichert. Erst am Montag soll es neue Informationen von der Polizei geben.

Zeuge meldet sich um 3.30 Uhr

Gegen 3.30 Uhr meldete ein Zeuge der Polizei die tote Person, so Astrid Reinecke, von der Pressestelle der Polizeidirektion Ost in Frankfurt (Oder). Zudem hatte die Feuerwehr die Polizei über den ungewöhnlichen Knall informiert.

Opfer ist 39-jähriger Eisenhüttenstädter

Die Polizei setzte daraufhin gegen 4 Uhr Hubschrauber und die Wasserpolizei ein, die das Areal rund um die Brücke am Oder-Spree-Kanal nach weiteren Personen oder Materialien abgesucht haben.

Nach ersten Ermittlungen handelt es sich bei dem Toten um einen 39-jährigen Eisenhüttenstädter. Er erlag einer Explosion, die sich am Körper ereignete, so die Spezialisten. 

Wie die Explosion zustande kam, wird untersucht. Die Polizei geht derzeit von einem Unfall aus. Außerdem fand die Polizei dort ein Fahrrad und einen Rucksack, so der Sprecher des Polizeipräsidiums Torsten Herbst.

Spekulationen auf Facebook

Bereits in den frühen Morgenstunden zeigten sich Eisenhüttenstädter angesichts des kreisenden Hubschraubers auf Facebook besorgt. Einige Nutzer hatten den "höllisch lauten Knall" um 3.05 Uhr für eine Sprengung gehalten und gehofft, dass niemand verletzt worden sei. Ein User äußerte sich, dass er aus Polizeikreisen erfahren habe, dass das Opfer mit selbstgebauten Sprengstoff hantierte hätte. Viele sprachen den Hinterbliebenen ihr Mitleid aus.

Spezialisten vor Ort

Vor Ort waren zwei Spezialisten für die Entschärfung unkonventioneller Spreng- und Brandvorrichtungen des Landeskriminalamtes, zwei Kriminaltechniker und zwei Ermittler im Einsatz.

Die Kriminalpolizei habe nun Ermittlungen wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion aufgenommen. Weitere Informationen sind erst ab Montagmorgen von der Polizei zu erwarten.

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Unsicherheit in der Nachbarschaft

„Wir wussten gar nicht, was los ist“, erzählt Heike Herrmann, Verbandsvorsteherin des Trinkwasser- und Abwasserzweckverbandes Oderaue. Dieser hat seinen Geschäftssitz unmittelbar in der Nähe der Explosion. „Ein Mitarbeiter von uns, der Bereitschaft hatte, wurde nicht durchgelassen“, berichtet sie. Eine Erklärung gab es nicht, nur die Zusicherung, dass man eine Möglichkeit finden würde, wenn es zu einer Havarie kommen sollte. Zumindest aber habe man ihm gesagt, dass die Explosion nichts mit dem TAZV zu tun habe. 

Weiträumige Sperrung

Die Zufahrten zur Brücke Beeskower Straße waren bis zum Mittag weiträumig ab der Kreuzung Karl-Marx-Straße/Beeskower Straße sowie ab Fährstraße/Ecke Beeskower Straße gesperrt.

Was macht ein USBV-Entschärfer?

USBV-Entschärfer sind Spezialisten für die Entschärfung unkonventioneller Spreng- und Brandvorrichtungen (USBV).

Jedes deutsche Bundesland verfügt über USBV-Entschärfer. Sie sind meist bei den Landeskriminalämtern der Polizei angegliedert, lediglich in Mecklenburg-Vorpommern gehören sie dem Munitionsbergungsdienst an, der über den Katastrophenschutz wiederum der Polizei angegliedert ist (über das Amt für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz). Auf Seiten des Bundes verfügt zum einen das Bundeskriminalamt (BKA) über eigene USBV-Entschärfer, ebenso die Bundespolizei.

Für die Beseitigung explosiver Kampfmittel aller Art, also konventioneller Munition und Bomben, ist der Kampfmittelräumdienst zuständig.

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Werner Matzat 08.09.2019 - 16:04:04

Er erlag einer Explosion, die sich am Körper ereignete? - Eisenhüttenstadt in Deutschland - Deutschland eines der Länder mit höchstem Anschlags-Risiko!

Und, noch schlimmer: Deutschland gehört 2019 – neben Großbritannien, Frankreich, Spanien und Belgien – zu den Ländern mit dem höchsten Terrorrisiko in Europa. „Das Bedrohungsniveau bleibt hoch“, schreiben die Geheimdienstexperten. Quelle: https://www.welt.de/politik/ausland/article190360293/Terror-Deutschland-eines-der-Laender-mit-hoechstem-Anschlags-Risiko-in-Europa.html --- Liegt Eisenhüttenstadt nicht auch in Deutschland? Aber laut Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD), war bei seinem Auftritt, mit dem Eisenhüttenstädter Bürgermeister Frank Balzer (SPD), in der Kleinen Bühne des Friedrich - Wolf - Theater, vor den Landtagswahlen 2019, beim Thema Sicherheit, Grenzkriminalität und Katastrophenschutz ja alles bestens. Was werden viele Menschen in Eisenhüttenstadt darüber denken, wenn ihnen noch der erste Satz, aus Punkt 5, der Leitlinien zur Bürgermeisterwahl Eisenhüttenstadt 2017, von Frank Balzer (SPD), in den Augen brennt, der da heißt: "Ich setze mich für eine starke und zuverlässige Sicherheits - und Ordnungspolitik ein?" (ENDE) Aber unser Bürgermeister wird, seit seiner Machtübernahme, im Eisenhüttenstädter Rathaus, nicht müde in seiner Betonung, des "Mehr miteinander" - "Miteinander - Füreinander". Wer sich jetzt für eine weiteres "Mehr miteinander" ausspricht, scheint sein Feingefühl (oder gar jeden Bezug zum realen Alltag aller Menschen in Eisenhüttenstadt) verloren zu haben. Angesichts solcher Berichte müsste Herr Balzer ein Gefühl der Peinlichkeit oder Scham bekommen und sich für derartige Äußerungen entschuldigen. Bei unserer Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel, befindet sich ihr Credo ja auch in der Dauerschleife das da heißt: "dass es uns allen so gut wie niemals zuvor gehe" - "Wir schaffen das"! Was braut sich da in Eisenhüttenstadt zusammen? Ist der Terror nun auch in Eisenhüttenstadt angekommen? In höchstem Maße beunruhigend! Eines finde ich aber wieder mal peinlich: nichts wird hinterfragt, wesentliche Informationen / Überlegungen werden weggelassen, obwohl sie Voraussetzung für eine sachgerechte Einordnung dieser Explosions - Story sind. Wird diese Explosion in den Morgenstunden jemals aufgeklärt? Solche Halbwahrheiten sind schlimmer als Lügen. Oder ist das Satire und keiner merkt es? Somit bleiben wie immer, in dieser Stadt, viele Fragen offen. Von Transparenz keine Spur. Nun müssen Sie alles tun, dass sich die Menschen in unserer Stadt wieder sicher fühlen können. Oder etwa nicht, Herr Balzer?

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