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Premiere
Die Hengstparade in Neustadt findet erstmals mit Livemusik statt

Ulrike Gawande / 10.09.2019, 17:36 Uhr
Neustadt (MOZ) Ursprünglich wurden bei den traditionellen Hengstparaden der Landgestüte interessierten Züchtern die Fortschritte in der Pferdezucht gezeigt. Auf dem Haupt- und Landgestüt Neustadt reicht diese Tradition fast 100 Jahre zurück. Doch mittlerweile haben sich die Paraden in der Dossestadt mit ihren beeindruckenden Schaubildern zu einem Magneten für die ganze Familie entwickelt und zu einem Höhepunkt im Veranstaltungskalender des 1788 erbauten Gestüts.

Am 14., 21. und 28. September ist es wieder so weit, dann präsentiert das Neustädter Gestüt, das als Stiftung geführt wird, wieder die gesamte Bandbreite des Pferdesports von den Neustädter Youngstern, über verschiedene Gespanne und Dressurpferde bis hin zu den Altrömischen Quadrigen als großes Abschlussbild. Rund 3 500 Besucher werden pro Veranstaltungstag erwartet. Die Vorbereitungen der Hengstparade seien auf einem guten Weg, berichtet Landstallmeister Uwe Müller, der im März offiziell vom Stiftungsrat in seinem Amt bestätigt wurde. Lediglich am Feinschliff werde noch gearbeitet. "Unser Ziel ist es, alles für die Zuschauer leicht und harmonisch aussehen zu lassen." Mit dem aktiven Training wird in der Regel vier Wochen vor der ersten Hengstparade begonnen. Doch die Choreographie für die "Große Dressurquadrille" mit vier Regimentern á sechs Tieren reife bereits seit Oktober im Kopf von Sattelmeister Axel Schicketanz. Ohne die Dressurquadrille gebe es keine Hengstparade, bekräftigt Gestütsgeschäftsführerin Regine Ebert. Aber man folge dem Motto, Tradition stets mit Neuem zu verbinden.

So werden an den drei Sonnabenden im September auch wieder zahlreiche Gäste erwartet. Vierbeinige und Zweibeiner. Erstere sind unter anderem 16 Kaltblüter aus der Uckermark, die sonst als Holzrückpferde im Einsatz sind, und in Neustadt sieben Arbeitsgespanne vorführen, unter anderem den Brauereiwagen aus dem Kutschenmuseum. Ein weiterer Showgast ist die Islandpferde-Quadrille des Landesverbandes Berlin-Brandenburg, die Rasanz und Nervenkitzel verspricht. Auch die Ponygespanne des Reit- und Fahrvereins Krumke werden das rund dreistündige Programm bereichern. Beim Publikum beliebt sind außerdem die "Wilden Amazonen". "Die machen den Zuschauern Spaß", verrät die Geschäftsführerin.

Zu den zweibeinigen Gästen gehört das Landespolizeiorchester Mecklenburg-Vorpommern, das erstmals in Neustadt zu Gast sein und live zu den ersten beiden Hengstparaden spielen wird. Ebert sei auf die Musiker im Landgestüt Redefin aufmerksam geworden, wo das Orchester bereits seit zehn Jahren die Paraden umrahmt, berichtet Orchesterleiter und Dirigent Christof Koert. Mit Notenmappe und Stoppuhr verfolgte Koert in den letzten Tagen das Training der Neustädter Reiter, um die passende Musik für die Schaubilder auszuwählen. "Das ist eine große Herausforderung." Er verspricht eine Mischung der Genres, von Märschen bis hin zu rockigen Klängen, einerseits passend zu den jeweiligen Schaubildern, andererseits, um auch verschiedene Zuschauergenerationen anzusprechen.

So plant er für das Schaubild mit den Stuten schwungvolle Polkas und für die akrobatische "Ungarische Post" Brahms mitreißenden "Ungarischen Tanz Nr. 5" sowie den Säbeltanz von Aram Chatschaturjan. Schließlich müsse es etwas zum Mitklatschen für die Zuschauer geben, verrät Christof Koert. "Und die Pferde werden immer besser, wenn geklatscht wird", ergänzt der Landstallmeister. Solch eine musikalische Show sei aber eine Höchstleistung für Pferde und Musiker, so der Dirigent. Regine Ebert erklärt: "Pferde nehmen den Rhythmus der Musik auf. Wird die Musik schneller, werden auch die Tiere schneller." Deshalb sei die Wahl der Titel, aber auch das gleichmäßige Spiel der Musiker essentiell. "Es muss nicht nur gut, sondern hervorragend aussehen und zugleich sicher sein." Die Kombination aus Pferd, Reiter und Musik werde so zu einem Gesamterlebnis für die Zuschauer.

Denen werden in diesem Jahr 17 Schaubilder, die von den Mitarbeitern – insgesamt sind es 64 – und den 19 Auszubildenden des Gestüts gestaltet werden,  geboten. Für die kleinen Zuschauer präsentieren die Lehrlinge humorvoll das Schaubild "Das Leben ist kein Ponyhof". Auch Theodor Fontane wird ein Programmpunkt gewidmet. Bei der Springquadrille wird das Orchester den Sportlern ordentlich einheizen, wenn sie mit Mut und Geschick auch durchs Feuer springen. 300 Pferde, darunter Mutterstuten stehen in Neustadt. Bei der Hengstparade werden die erfolgreichsten Züchtungen präsentiert. So wird neben Askari, dem Weltmeistermacher, auch der beliebte, 16 Jahre alte Hengst Quaterback auflaufen. Letzterer jedoch nur an der Hand geführt.

Wissenswertes zu den Hengstparaden

Am 14., 21. und 28. September finden die Hengstparaden auf dem Paradeplatz des Landgestüts in der Havelbergerstraße 20 in Neustadt statt.

Einlass ist ab 10 Uhr, die Paraden beginnen um 13 Uhr. In der Zwischenzeit gibt es Kremserfahrten, Führungen sowie ein Kinderprogramm mit Ponyreiten. 23 Händler und 20 Gastronomiestände warten auf die Gäste. Am 14. und 21. September spielt das Polizeiorchester. Zusätzlich gibt es um 11.30 Uhr ein Platzkonzert.  Vom Bahnhof Neustadt gibt es einen kostenlosen Shuttleverkehr um 10.40, 11.40 und 12.40 Uhr. Zurück fährt der Bus um 17.15 und 18.15 Uhr. Sitzplatzkarten von 20 bis 30 Euro gibt es unter www.reservix.de ⇥ug

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