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Nach dem Absturz
Flugplatzbetreiber rätselt über Unglücksursache

Am Tag danach: Experten nehmen Wrack und Absturzstelle in Augenschein.
Am Tag danach: Experten nehmen Wrack und Absturzstelle in Augenschein. © Foto: Matthias Henke
Matthias Henke / 12.09.2019, 13:19 Uhr - Aktualisiert 12.09.2019, 19:00
Gransee (MOZ) Nach dem Absturz eines Kleinflugzeugs, das zum Absetzen von Fallschirmspringern eingesetzt wurde, und dem damit verbundenen Tod des 31-jährigen Piloten  sind die Verantwortlichen der Firma GoJump sichtlich geschockt.  "Wir trauern sehr um den Piloten, der als lebenslustiger Mensch bei allen auf dem Platz sehr beliebt war, seit er zu Saisonbeginn 2019 vom Charterunternehmen zu uns gesandt wurde", teilte Jan Dietrich Hempel von GoJump mit.

Gegenwärtig könne man sich keinen Reim hinsichtlich der Absturzursache machen. Der Pilot habe alle Springer mit hoher Umsicht geflogen und sei sehr gewissenhaft gewesen, wenn es um die täglichen Prüfroutinen ging. Das Flugzeug habe sich in einwandfreiem Zustand befunden und die Wetterbedingungen seien unproblematisch gewesen. Der Absetzflug sei normal verlaufen – wie auch bereits die vorher am Tage durchgeführten Flüge.

Möglicherweise könnte ein ungewöhnliches Flugmanöver im Landeanflug dann zur Katastrophe geführt haben, das vom Boden aus beobachtet worden sei. Dies bleibe aber Spekulation. Genaueres müssen nun die Gutachter klären.

Experten der Flugsicherung sowie der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen nehmen sich der Sache an.  Am Tag nach dem Unfall waren die Ermittler vor Ort. Ihre Arbeit hatten sich bereits am Mittwochabend begonnen, hatten sie aber dann mit einbrechender Dunkelheit unterbrochen.

Nach Eingehen des Notrufs am Mittwoch kurz nach 15 Uhr waren Einsatzkräfte der Feuerwehr Zehdenick an die Absturzstelle zwischen Badingen und Gransee geeilt, laut Stadtbrandmeister Gerd Leege handelte es um den Löschzug Zehdenick sowie die Löschgruppen aus Badingen und Mildenberg – insgesamt 16 Kameraden. Diese sicherten den Unglücksort und kümmerten sich um sich zudem um ausgelaufenen Treibstoff. In Brand geraten war das Flugzeug bei dem Absturz aber nicht.

Der Flugbetrieb in Gransee soll indes bereits in Kürze fortgesetzt werden. "Dieser Flugunfall ist kein fallschirmsportlicher Unfall. Wir sagen daher zwar ein für den kommenden Sonnabend geplantes Fest ab, nehmen aber diesem Tag den Flugbetrieb für unsere Springer wieder auf."

Einen etwa eine Stunde nach dem Absturz am Mittwoch von GoJumpauf Facebook veröffentlichten Post, der "pure Freude bei unseren Springern in der Sunset-Load" zeigen soll und mehrere Stunden zu sehen war, erklärt die Geschäftsführerin Nga Dieu damit, dass lange vorab für bestimmte Zeiten Posts mit werblichem Inhalt eingestellt wurden. Angesichts des Unfalls habe man andere Prioritäten gesetzt. "Wir kümmern uns auch weiter zuerst um Menschen und dann irgendwann um mediale Schaumschlägerei",schrieb sie am Donnerstag. Am Mittwoch war sie zu keiner Stellungnahme bereit.

In Gransee führt GoJump jährlich rund 1 600 Starts für Fallschirmsprünge durch, darunter 6 000 Tandem- und 23 000 Sportsprünge. Maschinen wie die abgestürzte Cessna Supervan 900 sind gechartert in Gransee seit Beginn 2017 im Einsatz. Mit einer 900-PS-Turbine ausgerüstet, handelt es sich GoJump zufolge um eine vergleichsweise hochmotorisierte Flugzeuge, die schnell aus der für Anwohner lärmsensiblen Zone heraussteigen und gleichzeitig durch eine Auslastung mit 15 Fallschirmspringern an Bord den Sport auch wirtschaftlich attraktiv halten.

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