Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Vorfall an Grundschule
Maskierter Junge bedroht Mitschüler im Klassenraum

Der Vorfall ereignete sich offenbar bereits Anfang September, wurde aber erst jetzt publik.
Der Vorfall ereignete sich offenbar bereits Anfang September, wurde aber erst jetzt publik. © Foto: privat
Jürgen Liebezeit / 12.09.2019, 15:47 Uhr - Aktualisiert 12.09.2019, 17:21
Borgsdorf (MOZ) Ein tätlicher Vorfall an der Borgsdorfer Grundschule sorgt in der Elternschaft für Unruhe. Nach Angaben des Schulamtes Neuruppin hat am 3. September in der ersten Stunde ein Fünftklässler aus Syrien, der mit seinen Eltern in der Gemeinschaftsunterkunft lebt, während des Unterrichts zwei Kinder tätlich angegriffen und weitere Kinder seiner Klasse verbal bedroht. Der gelegentlich auffällige Junge, der als gut integriert gilt, hatte sich eine Motorradhaube über den Kopf gezogen und eine Spielzeugpistole dabei.

Das Kind arbeitete nach Angaben von Conrad Gimpel, stellvertretender Leiter des Schulamtes, im Raum der sechsten Klasse an seinen Aufgaben und wurde durch eine Lehrkraft beaufsichtigt, da er "Schwierigkeiten bei der Erfüllung der Lernaufgaben hat sowie sprachliche Probleme aufweist". Kurz vor dem Ende der Stunde sei er in den direkt gegenüberliegenden Raum zurückgegangen, in dem die Kinder seiner eigentlichen Klasse wegen unerwarteten Lehrkräfteausfalls mit Stillarbeit beschäftigt waren. Auf dem Weg dorthin habe er sich mit der Haube maskiert und einen Überfall vorgetäuscht. Ein Viertklässler tschetschenischer Herkunft, der zum Zeitpunkt des Vorfalls von der Toilette kam, verbündete sich mit dem Schüler, griff aber nicht ein. "Dies fand innerhalb weniger Minuten statt", so Gimpel. Eine Minute vor Unterrichtsschluss habe dann der Klassenlehrer den Raum betreten, wurde jedoch nicht mehr Zeuge des Vorfalls. Die Schüler hätten sich ihm umgehend anvertraut. "Er nahm dem Schüler die Spielzeugpistole ab und informierte die Schulleitung", sagte Gimpel. Die beiden Schüler wurden eine Woche lang vom Unterricht ausgeschlossen.

Die Schulleitung hat laut Gimpel sofort Kontakt mit den Elternvertretern der Klasse aufgenommen und zudem einen Brief an alle Eltern der Schule verfasst. Als Ergebnis eines Krisentreffens wurde für Donnerstagabend eine interne Veranstaltung in der Schule vereinbart. Ferner hat es Gespräche zwischen Schülern, Schulsozialarbeitern, mit Eltern in der Schule und in der Gemeinschaftsunterkunft gegeben. "Die Eltern des Jungen arbeiteten von Anfang an kooperativ mit der Schule zusammen und haben sich mehrmals für das Verhalten ihres Kindes entschuldigt. Es besteht bei ihnen Gesprächsbereitschaft mit betroffenen Kindern und Eltern. Sprachhürden werden mit Sprachmittlern genommen", teilte Gimpel weiter mit.

Kleinste Einrichtungin der Stadt

Die Grundschule in Borgsdorf wird von 278 Kindern besucht (Mai 2019).

Die Einrichtung ist die kleinste der vier kommunalen Grundschulen im Stadtgebiet.⇥zeit

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Paul Müller 14.09.2019 - 07:34:30

Man muss ja nur jedem „Traumatisiertem“ ...

... einen Sozialarbeiter zur Seite stellen, dann klappt das sicher auch mit sehr sehr fremden Kulturen :)

Markus Nebel 13.09.2019 - 20:59:29

Bloß nicht jammern!

Sondern weiter SPD wählen. Vorwärts immer Rückwärts nimmer ✊

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG