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WM-Drache
Sandra Burmeister aus Rathenow steigt für Deutschland ins Drachenboot

Sandra Burmeister holte bei den Drachenboot-Weltmeisterschaften 2018 in Atlanta drei Gold- und drei Silbermedaillen.
Sandra Burmeister holte bei den Drachenboot-Weltmeisterschaften 2018 in Atlanta drei Gold- und drei Silbermedaillen. © Foto: Weber
Simone Weber / 13.09.2019, 11:45 Uhr
Rathenow "Man kann seine Träume verwirklichen!" – so lautet Sandra Burmeisters wassersportliches Fazit. Die Rathenowerin muss es wissen. 2018 holte sie für Deutschland Drachenboot-WM-Gold in den USA.

Die Weltmeisterschaft der International Canoe Federation (ICF) wurde in Atlanta  ausgetragen. Bei ihrem ersten Start in einem internationalen Wettkampf errang die Drachenboot-Amateurin in der Kategorie "Masters 40+" im A-Frauen-Nationalkader des Deutschen Kanuverbands über jeweils drei verschiedene Strecken, in zwei verschiedenen Booten, drei Gold- und drei Silbermedaillen. Begonnen hatte Burmeisters "Drachenboot-Karriere" bei den Rennen in Rathenow.

Zum 2. Gesine-Wilma-Cup auf dem Wolzensee gründeten Sandra Burmeister und ihr Kollege Thomas Rieger das Team "Schnabeltassen" des Wohn- und Pflegezentrums (WPZ) der Havelland-Kliniken am Fontanepark. Das war vor 15 Jahren. Laut eigenen Angaben habe  die Frau, die beruflich im WPZ Kulturveranstaltungen für Senioren organisiert, nie sonderlich viel Sport getrieben. "Vor zwei Jahren begann ich in der Laufgruppe des Sport- und Relaxzentrums Rathenow mit regelmäßigem Training. Am Anfang fiel mir gerade dieses Ausdauer-Lauftraining schwer. Aber mit meinen Zielen vor Augen kann ich mich dazu motivieren. So laufe ich sogar im Urlaub."

Zwei Mal pro Woche Lauftraining, drei Mal Krafttraining sowie bis zu zwei Mal wöchentlich Training im Drachenboot stehen aktuell auf ihrem Sportplan. "Jeanette Röhe, eine Freundin aus der Sauna, half mir sehr bei einer bewussteren Ernährung. Ich esse weniger Kohlenhydrate und als Nebeneffekt hatte ich innerhalb eines Jahres zwölf Kilo abgenommen", so die Sportlerin weiter. "Auch mein Bruder, Silvio Heit, machte mir immer wieder Mut, hat immer an mich geglaubt."

2018 war das Jahr, in dem Sandra Burmeister sozusagen durchstartete. Denn nun wollte sie mehr. Um Wettkämpfe auf deutscher Ebene und international bestreiten  zu können, wurde sie Mitglied des WSV in Brandenburg/Havel und auch des Magdeburger Wassersportvereins Buckau-Fermersleben. Für beide Vereine stieg sie sodann bei bundesweiten Wettkämpfen in die Boote. man wurde dabei auf sie aufmerksam.

"Die Drachenbootrennen in Rathenow haben tollen Eventcharakter und sind gut für den Zusammenhalt unter den Kollegen. Aber aus sportlicher Sicht haben diese Rennen nichts mit den Wettkämpfen auf nationaler und internationaler Ebene zu tun", erzählt Sandra Burmeister. "Um in den deutschen A-Kader aufgenommen zu werden, musste ich mehrere Test absolvieren: Lauf, Fitness, Kraft sowie ein Test im Boot. Als mich dann der Bundestrainer nominierte, konnte ich es zuerst gar nicht richtig fassen."

Im September 2018 fuhr Sandra Burmeister mit dem rund 30-köpfigen Nationalkader zum Intensiv-Trainingslager und der WM nach Atlanta. Gestartet ist die Rathenowerin im 10er Boot über 200/500 Meter, war im 2.000-Meter-Team Ersatzsportlerin. Im 20er Boot fuhr sie die drei Strecken im "Masters 40/50+" mit. "Die Goldmedaille über 2.000 Meter in diesem Team ist mir die wichtigste. Es war die letzte Wertung", so die Weltmeisterin. "Das Rennen war sehr eng, und wir konnten das Team der USA knapp hinter uns lassen. Danach habe ich mit einer der US-Frauen im Boot das Trikot getauscht."

Mit Nicole Hindenberg wurde eine zweite Rathenowerin in Atlanta ebenfalls dreifache Welt- und dreifache Vizeweltmeisterin. Sie und Sandra Burmeister, Freundinnen  aus der Zeit der Drachenbootrennen in Rathenow, saßen bei fünf WM-Läufen gemeinsam im Boot.

"Wenn man einmal damit angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören. Es ist ein bisschen wie eine Sucht. Den Drachenbootsport kann man bis ins hohe Alter betreiben", so Burmeister. "Ich bin stolz auf meine Leistungen. Die Erfolge haben mich selbstbewusster gemacht. Und ich möchte auch andere Menschen motivieren, ihre Ziele zu verfolgen!"

An diesem Samstag gehen 24 Teams ab 10.00 Uhr in den Drachenbootrennen am Rathenower Optikpark an den Start. Im Teilnehmerfeld befinden sich auch die "Schnabeltassen" wieder, allerdings wird Sandra Burmeister nicht mit im Boot sitzen.

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