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Fürstenwaldes Erster Beigeordneter Stefan Wichary beantwortet Fragen zum Vertrag.

Interview
Stadtverordnete berichten von FSV-Union-Treffen

Stefan Wichary, Erster Beigeordneter der Stadt Fürstenwalde
Stefan Wichary, Erster Beigeordneter der Stadt Fürstenwalde © Foto: Stadt Fürstenwalde
Manja Wilde / 14.09.2019, 10:00 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Ex-FSV-Union-Präsident Ulrich Hengst führt den Ergänzungsvertrag zum Pachtvertrag für das Friesenstadion als Rücktrittsgrund an. Es geht darin um den Betriebskostenzuschuss. Stefan Wichary, Erster Beigeordneter und u.a. für den Sport verantwortlich, erklärtdas Vorgehen der Stadt im Interview.

Herr Wichary, warum schließt die Stadt mitten im Jahr einen Ergänzungsvertrag mit dem Verein? Laut Hengst läuft der bestehende Pachtvertrag bis 2028.

Dass der Vertrag bis 2028 läuft, kann ich nicht bestätigen. Der Zuschuss zu den Betriebskosten wurde immer jährlich festgelegt. Jetzt ging es darum, den Betrag für 2019 festzulegen.

Die Stadtverordneten haben doch beschlossen, dass 190 000 Euro bereitgestellt werden.

Sie haben am 23.12.2018 beschlossen, dass 190 000 Euro in den Haushalt eingestellt werden. Der Zuschuss fürs laufende Jahr wird auf Grundlage der Abrechnung des Vorjahres festgelegt. Anhand der vom Verein vorgelegten Listen konnten die 160 000 Euro, die die Stadt 2018 gezahlt hat, nicht nachgewiesen werden. Am 2.9.2019 beschlossen die Stadtverordneten, für 2019 den Ergänzungsvertrag mit einem Zuschuss von 144 000 Euro anzubieten. Weist der Verein nach, dass er für die Bewirtschaftung höhere Kosten hat, kann die Summe bis auf 160 000 Euro erhöht werden.

Und Sie haben ein Angebot mit vier Säulen unterbreitet, laut dem der Verein zum Beispiel für die "Herstellung einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung" weitere 5000 Euro bekommen kann. Wird das Stadion nicht ordentlich bewirtschaftet?

Die Stadtverordneten haben dem Ergänzungsvertrag und dem Säulenmodell einstimmig mit einer Enthaltung zugestimmt, nachdem die aktuelle Situation nichtöffentlich erörtert und auch Herr Hengst angehört wurde. Ich werde mich zu etwaigen Defiziten bei Bewirtschaftung und Geschäftsführung nicht öffentlich äußern. Der Vereinsvorstand muss z.B. jedes Jahr und zudem für wichtige Fragen eine Mitgliederversammlung einberufen. Wenn man von möglicher Insolvenz spricht, ist das wohl eine wichtige Frage. Die letzte Mitgliederversammlung ist aber gut zwei Jahre her. Zum Säulenmodell, das mit 25 000 Euro flankiert ist, gehört auch, dass der Verein einen Vorschlag erarbeiten kann, wie Wirtschafts- und übriger Vereinsbetrieb voneinander getrennt werden können.

Und wenn es sich der Verein dann nicht mehr leisten kann, seine erste Mannschaft, die ja gemeint ist, in der Regionalliga spielen zu lassen?

Der Betriebskostenzuschuss darf für die Betriebskosten und nicht für die erste Mannschaft genutzt werden. Das wäre ein anderer Zuschuss. Bislang sieht unsere Sportförderrichtlinie so etwas allerdings nicht vor.

Wie geht es jetzt weiter?

Wir hatten mit den neuen Verantwortlichen des Vereins schon zwei Gesprächstermine. Der Ergänzungsvertrag wurde am 6.9.2019 unterzeichnet. Alle fälligen Zuschüsse sind ausgezahlt. Weitere Treffen sind vereinbart. Die Stadtverordneten Herr Dippe und Herr Wende begleiten den Prozess als Berichterstatter.

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Stefan Hansen 16.09.2019 - 09:26:55

Zuschuss

190.000€ Zuschuss, allein für die Betriebskosten??? Über diese Mittel würden sich ALLE anderen Sportvereine in FW freuen. Die Stadt sollte bitte überdenken, ob die einseitige Finanzierung angemessen ist.

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