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Es war ein kleiner, aber feiner Auftakt zu den Wriezener Jazztagen. Geboten wurde Bekanntes wie Modernes. Ideen für die Neuauflage gibt es bereits.

Premiere
Wriezener Jazztage: Blunks Garten als Tanzsaal

Anett Zimmermann / 16.09.2019, 06:30 Uhr - Aktualisiert 17.09.2019, 21:07
Wriezen (MOZ) Vier Konzerte an zwei Tagen. Das war das Angebot, dass die Gastgeber Anne und Steffen Blunk am vergangenen Wochenende den Musikfreunden in der Region unterbreitet haben. Vor allem den Jazzanhängern. Doch mit Blick auf die Gästezahlen scheint die Zielgruppe sehr überschaubar. Oder es hat sich noch nicht herumgesprochen, dass die Villa Blunk in Wriezen nicht nur ein besonderer Ausstellungs-, sondern auch Konzertort ist.

Diejenigen, die zum Jazzfestival und zum Teil sogar zu allen vier Konzerten kamen, waren jedenfalls voll des Lobes und versprachen ein Wiederkommen. Inklusive der Musiker, die sonst eher in Clubs oder Tanzsälen auftreten und die schöne Atmosphäre im Garten selbst dann noch heraushoben, als die Temperaturen am Abend auf zehn Grad Celsius gesunken waren und selbst Decken kaum noch gegen die Kälte halfen. Da hatten es die Zuhörer, für die es zwei Feuerstellen gab, eindeutig besser.

Die ersten Jazztage fanden am 13. und 14. Juli in der Villa Blunk in Wriezen statt. Dort spielten das Kenneth Berkek Trio, Nissen-Erhardus-Mundt-Koch und Savoy Satellits. Am Sonntag traten Arno Grußendorf und Die Therapie feat. Malte Schiller auf.
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Jazz-Tage in Wriezen

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Auch deshalb werden die Gastgeber mit ihren Unterstützern, darunter die Stadt Wriezen, darüber nachdenken, was beim nächsten Mal anders gemacht werden soll. Dass "junge Pflänzchen Jazzfestival" gelte es jetzt zu wässern, erklärte am Sonnabend Wriezens Bürgermeister Karsten Ilm (CDU), der zugleich die Schirmherrschaft übernommen hatte. Er dankte den Organisatoren und Musikern, die damit einen Beitrag zu einer lebendigen Stadt geleistet hätten. Das Festival dürfe gern größer werden, zumal sich dafür sicher weitere interessante Orte sowohl im Stadtzentrum als auch in den Ortsteilen finden ließen.

Extra-Beifall gab es übrigens für die einheimische Punkband "Kroiz und Quer", die die Technik für das Jazzfestival zur Verfügung gestellt hatte. Bisher, so berichtete Steffen Blunk, hätten die Musiker zu den Konzerten ihre eigene Technik mitgebracht. Doch angesichts des Festivals sei diesmal gefragt worden, was an Technik vorhanden sei. "Also haben wir zurückfragen müssen, was braucht ihr denn?", so Blunk. Danach habe sie schnell die nächste Frage gestellt: Woher? Und angesichts der Preise zum Beispiel für einen Leih-Flügel oder alternativ ein Klavier musste auch Kenneth Berkel wieder an das E-Piano des Hauses, dass er schon kannte.

Auch Eigenes und Modernes

Dabei machte er beim ersten Konzert des Festivals unter anderem mit den brasilianischen Komponisten Antonio Carlos Jobim und Chico Buarque vertraut und verwies mit Eigenkompositionen zugleich darauf, was die Zuhörer bis Sonntagmittag noch erwarten würde: Jazz der moderneren Lesart, für die in Wriezen insbesondere das dänisch-deutsche Projekt "Life is great" mit Asger Nissen, Jacob Mundt, Valentin Gerhardus und Johannes Koch sowie zum Abschluss Malte Schiller, Alex Will, Johannes Metzger und Arno Grußendorf standen. Danach meinte ein Besucher: "Bisher war ich ja kein Jazzfan, aber jetzt bin ich wohl einer."

Weil sich zwei junge Helferinnen um das leibliche Wohl der Gäste kümmerten, neben Getränken auch Laugenbrezeln mit Obatztem (bayrischer Brotzeitkäse), selbst gebackene Kuchen oder Kürbis- und Gulaschsuppe anboten, blieb Anne und Steffen Blunk selbst sogar mehr Gelegenheit als sonst, die Konzerte im eigenen Garten zu genießen und mit Zuhörern ins Gespräch zu kommen.

Villa Blunk, Berliner Berg 4 in Wriezen, Telefon 033456 383065, Internet www.villa-blunk.de. Öffnungszeiten: Sonnabend 13 bis 18 Uhr und Sonntag 15 bis 18 Uhr, sonst nach vorheriger telefonischer Vereinbarung.

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