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Das wegen seinen schweren Verletzungen im Eberswalder Nordend erlegte Tier ist weiter Stadtgespräch. Um den zwei Jahre alten Jungbullen wird getrauert.

Elchtod
Augenzeuge erinnert sich an Begegnung mit dem Elch

Ellen Werner, Sven Klamann / 18.09.2019, 18:51 Uhr - Aktualisiert 18.09.2019, 19:26
Eberswalde (MOZ) Er habe es erst nicht glauben wollen. Aber: "Tatsächlich, da stand ein Elch", sagt Olaf Nemack. Der Eberswalder hat im Stadtteil Nordend einen Garten an der Justschen Grube. Am Mittwochvormittag vor einer Woche habe ihn ein Kumpel angerufen, der in einem Waldstück gerade dort einen Vertreter dieser Hirschart gesehen haben wollte. Nemack überzeugte sich mit eigenen Augen von der Anwesenheit des Tieres nahe der Kleingartenanlage.

Zwischen Birken und einem kleinen Bach in der Nähe der Justschen Grube habe der Elch gestanden. "Er hat gelauert", erzählt Nemack. "Als er uns kommen sah, wurde er nervös und lief langsam los. Er wollte dann weg." Nur wenige Minuten habe die Episode gedauert.

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Interview: Jäger und Kleingärtner berichten vom toten Elch

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Dem Kumpel, der auch wahrgenommen hatte, dass das Tier hinkt, gelang es noch, mit dem Handy Fotos aus der Ferne zu machen. Darauf ist zu sehen, wie der junge Elch, dessen Geweih erst im Ansatz zu erkennen ist, durch den Bach läuft und von dort aus versucht, einen Hang hinaufzusteigen. "Kurz danach war er tot", sagt Olaf Nemack. Von einer Bekannten, die Jägerin ist, habe er vom Abschuss des Elches erfahren. Andere Anwohner hatten die Polizei alarmiert.

Seit der zwei Jahre alte Jungbulle durch einen gezielten Schuss von seinen Leiden erlöst wurde, die er sich bei einem Zusammenstoß mit einem Zug zugezogen haben könnte, wird der traurige Vorfall in den sozialen Netzwerken und bei Gesprächen unter Nachbarn oder Arbeitskollegen thematisiert. Das Tier hatte einen Hinterlauf nachgezogen. Ein veterinärmedizinischer  Blick in den Kadaver ergab zudem Rippenbrüche und einen Milzriss.

Es ist bekannt, dass sich der Elch nachweislich seit dem 4. August immer wieder im Eberswalder Stadtwald aufgehalten hat, der 1500  Hektar groß ist. Das entspricht der Fläche von 2100 Fußballfeldern. Weshalb es den Bullen bei diesem vielen Platz in die Stadt zog, ist unbekannt.

Wildpark lockt mit Hirschfest

Die Diskussion über den Elch und sein Schicksal wird in Eberswalde wohl noch andauern. Wer Vertretern der größten Hirschart Auge in Auge gegenüberstehen will, muss nicht auf eine zufällige Begegnung im Stadtwald hoffen, obwohl diese nicht ausgeschlossen ist. Weil es östlich der Oder immer mehr Elche gibt, suchen vor allem Jungbullen westlich vom Fluss neue Lebensräume und durchstreifen dabei nicht selten auch den Barnim.

Dennoch ist die Chance, einen oder mehrere der imposanten Hirsche zu sehen, im Wildpark Schorfheide in Groß Schönebeck ungleich höher. "Im Moment leben eine Elchkuh und ein Elchbulle in ihrem 17 Hektar großen Gehege. Die Tiere gehören zu unsern absoluten Publikumslieblingen", sagt Imke Heyter, die Leiterin der Einrichtung, in der am 6. Oktober ab 10 Uhr ein Hirschfest gefeiert wird. Bei dieser Fete wird die Aufmerksamkeit der Besucher auch auf die Elche gelenkt.

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