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Futtermangel
Ein schlechtes Jahr für die Störche im Altkreis Neuruppin

Störche finden immer weniger Futter.
Störche finden immer weniger Futter. © Foto: privat
Ulrike Gawande / 19.09.2019, 19:10 Uhr - Aktualisiert 20.09.2019, 12:19
Linum (MOZ) Mit gerade einmal 48 Jungvögeln bei 50 Brutpaaren im Altkreis Ruppin war 2019 ein schlechtes Jahr für die Störche im Landkreis, berichtet Lisa Hörig, kommissarische Leiterin der Storchenschmiede in Linum. Mindestens zwei Tiere pro Paar seien eigentlich nötig, um die Population zu erhalten. Es setze sich so der Trend der letzten Jahre fort, erklärt die Biologin. "Die Population geht weiter zurück." Hörig erinnert an das Storchen-Rekordjahr, als allein in Linum 30 Jungvögel im Spätsommer den Flug gen Süden antreten konnten. Acht Tiere waren es im Regenjahr 2017, als viele Jungtiere wegen der Nässe im Nest verendeten und 14 Störche gab es 2018. In diesem Jahr waren es zehn. Sicher gebe es über die Jahre Schwankungen, aber der negative Trend zeichne sich nicht nur hier in der Region ab, so Hörig.

Ursache für den Rückgang seien die schlechten Nahrungsgrundlagen für die Störche. Schädlich seien die Monokulturen mit Raps und Mais, die intensive Bewirtschaftung der Felder und dadurch immer weniger Brachflächen. Oft sieht man die Vögel daher an Straßenrändern nach Nahrung suchen, weil dort noch Wildblumen stehen. "Die Nahrungskette reduziert sich", erklärt die Fachfrau. Es fehlen Insekten, von denen sich Amphibien ernähren, die dann auf Adebars Speiseplan stehen.

Durch die Trockenheit fallen zudem viele Wiesen trocken, so dass die Störche immer weniger Frösche und auch Regenwürmer finden, die sich in den obersten Bodenschichten aufhalten. Deshalb sei es wichtig, so Lisa Hörig, dass Feuchtgebiete renaturiert werden. Eine große Population an Störchen gebe es noch in Osteuropa, wo es für die Tiere viele natürliche Nahrungsquellen gibt, und in Südwesteuropa, wo die Störche ihr Futter auf offenen Müllkippen finden. Deshalb würden viele Störche auch nicht mehr bis Afrika ziehen, berichtet die Biologin.

Für Lisa Hörig beginnt nun die Kranich-Zeit. 1 000 bis 2 000 Tiere, die im Sommer in Brandenburg bleiben, haben sich bereits an den Rastplätzen in Linum gesammelt.

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