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2020 soll in Niederfinow am Fuße der Hebewerke eine kommunale Gesellschaft an den Start gehen. Die will neue Angebote entwickeln.

Tourismus
Besucherrückgang stoppen

Die Schiffshebewerke in Niederfinow gehören zu den Top-Attraktionen im Barnim. Allein in Sachen Marketing und Angebote dümpelt der Standort vor sich hin. Was sich auch in rückläufigen Besucherzahlen zeigt.
Die Schiffshebewerke in Niederfinow gehören zu den Top-Attraktionen im Barnim. Allein in Sachen Marketing und Angebote dümpelt der Standort vor sich hin. Was sich auch in rückläufigen Besucherzahlen zeigt. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 24.09.2019, 06:30 Uhr
Niederfinow (MOZ) Mitte nächsten Jahres soll am Fuße der Schiffshebewerke in Niederfinow eine Betreibergesellschaft an den Start gehen. Ein gemeinnütziges Unternehmen der Kommune. Zu den Aufgaben könnten die Bewirtschaftung des Parkplatzes sowie der Gewerbeflächen, der Betrieb der Info-Zentren sowie vor allem das Marketing für den Standort gehören. Dazu wollen das Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde (WSA) und die Gemeinde noch in diesem Jahr eine entsprechende Absichtserklärung verabschieden.

Am Wochenende stellte das Büro team red aktuelle Ergebnisse des Standort- und Betreiberkonzeptes für Niederfinow vor. Die Berliner Gesellschaft erarbeitet die Studie im Auftrag des WSA und baut unmittelbar auf das bereits von der Gemeinde verabschiedete Dorfentwicklungskonzept mit dem darin entwickelten Leitbild für Niederfinow auf. Ende des Jahres soll das Konzept fertiggestellt sein. Einschließlich eines Paketes, das konkret Maßnahmen zur Umsetzung auflistet.

Ziel: Service aus einer Hand

Die aktuelle Situation an den Schiffshebewerken beschrieb Klaus Klöppel, Teamleiter bei team red, mit den Worten: Es gibt viele Akteure vor Ort, von denen "jeder seins macht". Gemeinde, WSA, Fahrgastschifffahrt, Kioskbetreiber, der Kreis mische mit … Service aus einer Hand, Fehlanzeige. Koordinierte Zusammenarbeit gebe es kaum. Ebenso wenig wie eine Vernetzung in der Region. Vor allem hapere es an attraktiven Angeboten und an einer Vermarktungsstrategie. Klöppel sprach sogar von einer "unwirtschaftlichen Aufgabendopplung". Etwa im Fall der zwei Informationszentren. Kurzum, Veränderung tut not. Dringend.

Denn: Einerseits gehen die Besucherzahlen an den Hebewerken zurück (von 2015 zu 2018 um immerhin etwa 13 Prozent). Allein im Zuge der Inbetriebnahme des neuen, des zweiten Schiffsfahrstuhls sei mit einem Anstieg zu rechnen. Andererseits schwindet in der Niederfinower Bürgerschaft die Akzeptanz des Standortes. So beklagt die Gemeinde beispielsweise eine sehr geringe Wertschöpfung aus dem Standort Hebewerke bei gleichzeitig hoher Belastung. Vor allem durch den motorisierten Individualverkehr. Die Beschwerden über rasende und laute Biker seien hinlänglich bekannt, so Klöppels Hinweis.

Modell findet im Ort Anklang

In einer Tourismus-Zentrale in Gestalt der gemeinnützigen kommunalen Gesellschaft sollen schrittweise Aufgaben gebündelt werden, erklärte der Teamleiter. Die Gemeinde Niederfinow, so ergänzte Bürgermeisterin Peggy Fürst, wolle sich als "Ort mit schwebenden Schiffen" profilieren und habe bereits einen Grundsatzbeschluss gefasst. Ziel dieser Gesellschaft sei nicht unbedingt, die Besucherzahlen auf 200 000 zu steigern, betonte Sebastian Dosch vom WSA und sicherte eine enge Kooperation zu. Vielmehr ginge es um eine höhere Qualität der touristischen Angebote. Team red hat bereits einen Katalog von 50 Einzelmaßnahmen entwickelt. Die Palette reicht von einer Exkursionsspiel-App über neue Radwege bis hin zum Bau von Bootsanlegern und zur Öffnung der Schleusentreppe.

Die Niederfinower begrüßten das vorgestellte Modell. Und gaben zusätzliche Anregungen. Etwa für ein Festival of Lights an den Hebewerken, eine Zipline (eine Seilrutsche), einen Unternehmerstammtisch und mehr Angebote für die Jugend.

Anregungen, Hinweise und Meldungen an utafreitag@niederfinow.de

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