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Uwe Schulz will sich als Privatunternehmer in der Pflegedienstbranche etablieren, die aus seiner Sicht krisensicher ist.

Quereinsteiger
Pflegedienst in Wriezen mit neuem Chef

Seit September setzt Uwe Schulz auf Pflege.
Seit September setzt Uwe Schulz auf Pflege. © Foto: privat
Jörn Kerckhoff / 25.09.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 26.09.2019, 08:29
Wriezen Es geht immer um Menschen. Da entscheidet man auch mal gegen den wirtschaftlichen Aspekt." Genau diesen Spagat zwischen den Bedürfnissen seiner Klienten auf der einen und betriebswirtschaftlichen Überlegungen auf der anderen Seite will Uwe Schulz, seit dem 1. September Geschäftsführer des ambulanten Pflegedienstes "Im Oderbruch" in Wriezen, künftig hinbekommen. Keine leichte Aufgabe, das ist dem 55-jährigen Unternehmer bewusst. Zumal er auch immer an seine etwa 35 Mitarbeiterinnen denken muss. Schulz ist allerdings überzeugt davon, dass eine menschenwürdige Pflege –  sowohl für Patienten als auch Pflegekräfte – möglich ist.

Schulz selbst kommt nicht aus dem Pflegebereich. Als Gesellschafter eines Bauunternehmens und vor allem als Immobilienmakler war er in den vergangenen Jahren tätig. Interessiert habe er sich aber schon länger für die Branche des Pflegedienstes und sich drei Jahre intensiv damit beschäftigt, bevor er nun den privaten Pflegedienstleister übernahm, den es seit dem Jahr 2011 gibt.

Dabei maßt sich Schulz gar nicht an, ein Pflegeexperte zu sein. Seine Stärken lägen in der Unternehmens- und Mitarbeiterführung, erklärt Uwe Schulz. Für den praktischen Teil der Arbeit seien die Pflegedienstleitung – im November wird eine neue Pflegedienstleiterin bei der Pflege im Oderbruch beginnen – sowie die Pflege- und Servicekräfte zuständig. 29 Pflegekräfte, drei Auszubildende und vier Mitarbeiter in der Verwaltung beschäftigt Schulz derzeit. Dies seien bereits zwei Mitarbeiterinnen mehr, als Anfang September. Bei der Abwägung, was menschlich notwendig und wirtschaftlich möglich sei, setze er sehr auf die Erfahrung und Meinung seiner Angestellten.

Im Moment betreuten die Mitarbeiterinnen in Wriezen und Höhenland etwa 100 Klienten in den Bereichen Service, dazu gehört etwa Hilfe im Haushalt, Pflegeleistungen, wie Körperpflege und Hilfe bei Mahlzeiten, und medizinische Versorgung, zu der etwa Wundverbände und das Setzen von Insulinspritzen gehören.

Bad Freienwalde im Blick

Schulz möchte in Zukunft aber noch Richtung Bad Freienwalde expandieren. "Wir haben auf jeden Fall das Potenzial, weitere Klienten zu versorgen", ist der Geschäftsführer überzeugt. Dabei sieht er auch das Potenzial für etwa zehn weitere Stellen in seinem Unternehmen. Sein Büro in Bad Freienwalde, das Schulz aktuell noch für das Immobiliengeschäft nutzt, will er zu einer Beratungsstelle umfunktionieren. Dort will er Klienten unter anderem bei der Beantragung einer Pflegestufe helfen.

Druck der Kassen hoch

Den Menschen im Fokus behalten und dabei die Wirtschaftlichkeit nicht aus dem Auge verlieren, sei in der Branche nicht immer ganz leicht, weiß Schulz. Vor allem, weil die Leistungen, die seine Mitarbeiterinnen erbringen, ziemlich genau getaktet seien. Die Krankenkassen bestimmen, wie lange welche Leistung beim Patienten maximal dauern darf. Die Bezahlung dafür komme zu 90 Prozent von den Krankenkassen, mit denen regelmäßig über die Kosten für die Leistungen verhandelt werde. Zehn Prozent müssten die Klienten zum Gesamtpreis beisteuern.

Der Kostendruck sei hoch. Natürlich verdienten Pflegekräfte zu wenig und eigentlich sollte keine Vollzeitkraft in der Pflege noch einen zweiten Job machen müssen, um über die Runden zu kommen. Bis auf drei geringfügig Beschäftigte hätten seine Mitarbeiterinnen alle Verträge mit 30 bis 40 Wochenstunden. Dabei versuche er Gehälter zu zahlen, die über dem Mindestlohn liegen, so der Geschäftsführer.

Im Notfall rund um die Uhr erreichbar

Am 1. September hat Uwe Schulz das private Pflegedienstunternehmen "Im Oderbruch" übernommen. Zu seinen 36 Mitarbeiterinnen, die mit von 14 Fahrzeugen zu den Klienten unterwegs sind, gehören auch drei Auszubildende. In den kommenden Jahren möchte Schulz sein Unternehmens Richtung Bad Freienwalde ausweiten und dabei auch Beratung etwa für die Beantragung von Pflegestufen leisten. Sowohl bei der medizinischen Versorgung, als auch den Pflege- und Serviceleistungen sieht Schulz noch Potenzial. Außerdem ist der Pflegedienst für seine Klienten im Notfall 24 Stunden erreichbar. ⇥jk

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