Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Dank vieler Informationen und praktischer Übungen konnten die Kinder im Manschnower Hort den Pflasterpass machen.

Pflasterpass
Kinder lernen praktisch Tipps für Erste Hilfe

Ingo Mikat / 27.09.2019, 06:45 Uhr
Manschnow Zum Erstaunen vorübergehender Passanten verließen in dieser Woche an einem Nachmittag viele Kinder mit weißen Kopf- oder Armverbänden den Hort in Manschnow. Doch zum Glück handelte es sich bei den Schülern nicht um Verletzte eines Massenunfalls, sondern um Teilnehmer eines Kurses des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zum Pflasterpass.

Heike Naumann vom Kreisverband Märkisch-Oderland der Hilfsorganisation hatte mit Kindern der vierten und fünften Klasse über mögliche Gefahren bei Sport, Spiel, im Haushalt und Straßenverkehr gesprochen. Zu Beginn des Kurses verteilte sie bunte Ereigniskarten an die Schüler. Anschließend unterhielt sie sich mit ihnen über die auf den Kärtchen dargestellten Unfallsituationen oder Gegenstände. Die Abbildungen reichten von gestürzten Fahrradfahrern bis zu Krankenwagen und Feuerwehrautos sowie Sanitäts-Kasten-Utensilien.

Tipps für Erste Hilfe

Schließlich besprach Heike Naumann mit den Schülern Erste-Hilfe-Maßnahmen und erklärte ihnen: "Niemand sollte an einem Verunglückten vorbeigehen, ohne sich um ihn zu kümmern. Jeder kann Helfer sein."  Nach einer ersten Kontrolle der Situation und Absicherung einer Unfallstelle müssten Schüler in einem zweiten Schritt selbstverständlich versuchen, Erwachsene hinzuzuziehen. Wer jedoch ein Handy habe, könne wertvolle Zeit sparen, wenn er selbst Rettungskräfte informiere, fügte die DRK-Fachfrau an.

Dabei sollte man sich, wie Heike Naumann den Kindern beibrachte, als Anrufer auf die wichtigsten Informationen konzentrieren. Um nichts falsch zu machen oder etwas Wichtiges zu vergessen, könne man sich an den fünf "W-Fragen" orientieren: "Wo ist das Ereignis?", "Wer ruft an?", "Was ist geschehen?", "Wie viele Personen sind betroffen?" Und "Warten auf Rückfragen!"

Nach diesen Erklärungen und Hinweisen begann der praktische Teil des Kurses. Heike Naumann führte die vielseitige Verwendung einer Rettungsdecke vor. Anschließend durften alle Kursteilnehmer mit Hilfe von Verbandsmaterialien wie Binden, Kompressen, Pflaster und Dreieckstüchern ihren Mitschülern Erste Hilfe leisten. Bald sah es im Hortraum wie in der Notaufnahme eines Krankenhauses aus. Die DRK-Mitarbeiterin erklärte der MOZ: "Auch wenn das jetzt für die Kinder ziemlich lustig ist, hat es doch einen ernsten Hintergrund. Wir können gar nicht früh genug anfangen, Grundkenntnisse der Unfallverhütung und der Ersten Hilfe zu vermitteln."

Vorbeugen besser als heilen

Deutschlandweit verletzt sich nach Statistikangaben alle 18 Sekunden ein Kind so schwer, dass es ärztliche Hilfe benötigt. Und es gilt, wie Heike Naumann weiter verdeutlichte, natürlich der Grundsatz - vorbeugen ist besser als heilen. Deshalb besuchte die Rotkreuz-Fachfrau in den letzten Jahren schon zahlreiche Kindergruppen in Schulen und Kindergärten der Region. Nach absolviertem Kurs erhielten alle Kinder als Teilnahmebestätigung einen Pflasterpass ausgehändigt. So auch diesmal der Nachwuchs im Hort der Grundschule Manschnow. Voller Freude und Stolz nahmen die reichlich mit Verbänden "versorgten" bzw. umwickelten Mädchen und Jungen ihre Teilnahmebestätigung aus den Händen von Heike Naumann in Empfang.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG