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Verkaufsoffener Sonntag
Gabalier-Double rockt im Müggelpark Gosen

Begeistert von der Volksmusik: Gabriela Hufenbach ging beim Auftritt des Andreas-Gabalier-Doubles Leon Brandl voll mit. Die Köpenickerin kommt sonst eher selten in den Müggelpark.
Begeistert von der Volksmusik: Gabriela Hufenbach ging beim Auftritt des Andreas-Gabalier-Doubles Leon Brandl voll mit. Die Köpenickerin kommt sonst eher selten in den Müggelpark. © Foto: Joachim Eggers
Joachim Eggers / 14.10.2019, 06:00 Uhr
Gosen-Neu Zittau (MOZ) Die Fans des österreichischen Volksmusikers Andreas Gabalier sind nach einer halben Stunde mächtig in Fahrt. Der Auftritt von Double Leon Brandl reißt sie mit. Sie schunkeln und singen mit, manche tanzen auch mit. Es sind weniger als 100 Personen, die den Auftritt in der Mitte der kleinen Einkaufsmall verfolgen, aber auch vor der Pizzeria und dem Café Hennig sitzen am geschäftsoffenen Sonntag einige Kunden.

Winfried Nagel und seine Frau verfolgen das Spektakel aus einiger Entfernung. Sie sind Stammkunden des Einkaufszentrums. Denn im etwa sieben Kilometer entfernten Wernsdorf, wo sie zu Hause sind, gibt es überhaupt keine Verkaufseinrichtung. Real und Dänisches Bettenlager seien für sie die wichtigsten Geschäfte, sagen die Rentner. Auch Wolfgang und Ingrid Wappler aus Friedrichshagen, die im Publikum des Musikers sitzen, kommen öfter.

Leerstand

Bevor er mit Center-Managerin Gunda Kruggel kurz nach 15 Uhr die riesige Geburtstagstorte anschneidet, erinnert Gosen-Neu Zittaus Bürgermeister Thomas Schwedowski an die lange Geschichte des Einkaufszentrums. Er sagt noch, er wünsche den Verantwortlichen das Geschick, alle Flächen zu vermieten und die wichtigsten Mieter zu halten. Am Ausgang zum Baumarkt stehen drei Ladenflächen leer.

Entstanden ist das Einkaufszentrum auf einer ehemaligen Konversionsfläche, mit der sonst nicht viel zu machen gewesen wäre. Damals war die Zahl der Verkaufseinrichtungen sowohl auf Berliner als auch auf Brandenburger Seite noch deutlich niedriger als heute. Thomas Wegewitz aus Köpenick erinnert sich daran, dass er früher auch zu Real gegangen sei. Das braucht er heute nicht mehr. Dem Müggelpark sei er wegen des Mode-Geschäfts von Hagen Richter treu geblieben. "Ich war im Außendienst, da musste ich ordentlich aussehen", sagt er. Richter, der passend zum Anlass in Oktoberfest-Tracht gekleidet ist, habe ihn persönlich eingeladen.

Es sind vor allem Stammkunden, von denen er lebe, sagt ein anderer altgedienter Händler im Zentrum, André Diener, der ein kleines Elektro- und Lampengeschäft betreibt und dabei unter anderem einen Passbild-Service anbietet. "Das bringt Umsatz", sagt der Spreenhagener. Insgesamt fühle er sich pudelwohl.

Investitionen angekündigt

Center-Managerin Gunda Kruggel, selbst seit sechs Jahren dabei, gibt sich für die Zukunft optimistisch. Als Kaufland in Erkner eröffnete, habe man große Einsatzeinbußen befürchtet. "Das hat sich nicht bestätigt." Die Kunden seien zurückgekommen.

Unter manchen Einzelhändlern im Zentrum herrscht Unruhe, weil Real von seinem Mutterkonzern Metro an einen Immobilieninvestor verkauft werden soll; die Pläne sind so weit fortgeschritten, dass sie beim Bundeskartellamt angemeldet wurden. Zu einzelnen Filialen sagen die beteiligten Unternehmenszentralen nichts. Die Furcht geht um, dass einer der beiden großen Magneten des Müggelparks abhanden gehen könnte. Der andere ist der Baumarkt, der nach der Pleite der Praktiker-Kette schon mal zwei Jahre leer gestanden hatte, aber seit 2015 wieder betrieben wird.

Gunda Kruggel verweist indes auf Zusagen von Real, wonach der Markt in Gosen weiter betrieben werden soll. Mehr noch: Der heutige Eigentümer des Einkaufszentrums, die Futura Vermögensverwaltungsgesellschaft, plane für nächstes Jahr größere Investitionen am Standort – ein klares Zeichen der Zukunftsorientierung, meint Gunda Kruggel.

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