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Fußball
Ausgleich mit dem Schlusspfiff

Zweikampf: der Ahrensfelder Arianit Cocaj (rechts) und Maciej Adrian Hofmann
Zweikampf: der Ahrensfelder Arianit Cocaj (rechts) und Maciej Adrian Hofmann © Foto: Ingo Muhme
Ingo Muhme / 15.10.2019, 02:15 Uhr
Ahrensfelde Im vorgezogenen Landesliga-Duell vom 15. Spieltag trafen mit den gastgebenden Ahrensfeldern und dem SV Zehdenick zwei Teams aufeinander, die in den vergangenen Begegnungen recht positive Schlagzeilen geschrieben haben. Das am Ende auf der Anzeigetafel am Kunstrasenplatz ein 1:1 aufleuchtete, wusste im Nachgang niemand so recht zu gefallen.

Beide Vertretungen hatten neunzig intensive und nicht immer positive emotionale Minuten hinter sich gebracht, welche auch im Nachgang noch große Diskussionen aufflammen ließen. Dabei stand der junge Referee Florian Lukawski mächtig in der Kritik, die besonders von Zehdenicker Seite an den Mann gebracht wurde. Denn mit dem Tor zum 1:0 nach sechs Minuten durch Marc-Nelson Grzyb, der bei seinem Abschluss gute zwei Meter im Abseits stand, nahm die Partie ihren oft negativen Verlauf. Die Gäste hatten in dieser Situation schon Glück, dass Lukawski, bevor der Ball bei Grzyb landete, ein glasklares Foulspiel im Strafraum an Florian Redder nicht ahndete, aber dann auf Vorteil entschied und somit auch das 1:0 durchgehen ließ. In der Folgezeit übernahm Zehdenick immer mehr die Kontrolle, drückte den Barnimern viel Abwehrarbeit auf, schaffte es aber kaum Heimkeeper Toni Stoinski in die Beschäftigung zu bringen. Viele Nicklichkeiten, in Form von Foulspielen und Verbalaustauscherei, was Lukaswski versäumte mit persönlichen Strafen einzugrenzen, bestimmten weitestgehend die Szenerie. Zwischenzeitlich hatte Ahrensfeldes Antreiber Foday Darboe aus spitzem Winkel per Flachschuss den rechten Pfosten getroffen und somit wenigstens einen Ansatz von Offensivgefahr in die Partie gebracht (20.).

Es blieb eine unansehnliche Begegnung, in der der Zehdenicker Anhang mit nicht immer jugendfreiem Gepöbele noch mehr Brisanz ins Spiel einstreute und die Partie zusätzlich anheizte. Auch auf beiden Trainerbänken blieb es nicht ruhig, wo Gästetrainer Daniel Runge ebenfalls eine scharfe verbale Klinge schlug und oft noch mehr Öl ins Feuer schüttete. Einzig allein Lukawski griff nicht durch und reagierte nur mit dezenten Ermahnungen, was kaum Wirkung zeigte.

Zum Wiederanpfiff hatten sich die Emotionen etwas gelegt, was sicherlich auch aus den beiden Halbzeitansprachen herrührte. Die Partie blieb weiterhin auf niedrigem Niveau, in der die Gäste aus Oberhavel aber immer noch die Spielbestimmung innehatten. Zehdenick schaffte es aber nur sporadisch Ahrensfeldes Abwehrlinie zu überspielen und blieb im Abschluss einfach zu harmlos. Die negativen Nebenschauplätze waren wieder am Köcheln, doch der Schiedsrichter hielt es immer noch nicht für nötig, sich endlich Respekt zu verschaffen. Die erste Verwarnung im Spiel kassierte Gäste-Coach Daniel Runge bei einer Verletztenbehandlung, als er den Spielleiter wiederholt verbal attackierte (77.).

Ahrensfelder Abwehrschlacht

Die Gäste drückten in der Schlussphase mächtig und schoben Grün-Weiss zusehends in eine Abwehrschlacht. Der Riegel hielt bis zur 91. Minute. Ahrensfelde konnte nach einem Freistoß aus dem rechten Halbfeld nicht klären, der Ball sprang Adrian Wittur vor die Füße, der mit viel Übersicht von der linken Strafraumseite im langen Eck einnetzte.

"Das war sicherlich unser schwächstes Spiel" hatte Grün-Weiss-Coach Jürgen Beyer im Vorbeigehen gesagt. Sein Kollege Sven Orbanke, mit versteinerter Miene, konnte dies dann in seiner Analyse nur bestätigen. "Spielerisch war das ganz schwach, wir haben uns dann aber auch von den Emotionen anstecken lassen. Heute haben wir es einfach nicht verdient drei Punkte zu holen." Daniel Runge hatte sich in seiner Nachbetrachtung klar auf den Referee eingeschossen. "Für mich ist das eine Frechheit, was der Schiedsrichter heute abgeliefert hat. Sämtliche Entscheidungen, ob Fifty-Fifty oder klar für uns, wurden gegen uns gefällt. Ich habe heute nur eine Mannschaft gesehen, die Fußball gespielt hat, und das war mein Team. Bei den engen Platzverhältnissen war es natürlich mit einem Rückstand wirklich schwer, Chancen zu erspielen. Für mich ist das kein gerechtes Ergebnis."

Ahrensfelde: Toni Stoinski – Leandro Rodriguez, Hagen Opitz (64. Loris Bethge), Nick Meißner, Alexander Kaatz, Arianit Cocaj, Steven Knörnschild (76. Felix Grünwald), Marc-Nelson Grzyb (46. Eduard Demcenko), Foday Darboe, Florian Redder, Til Leifheit

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