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Fußball
Den Stadtrivalen gedemütigt

Markendorfs Eric Vincent Northe (links) macht im Zweikampf mit Frankfurts Tony Schnürer eine unliebsame Bekanntschaft mit dem Spielgerät.
Markendorfs Eric Vincent Northe (links) macht im Zweikampf mit Frankfurts Tony Schnürer eine unliebsame Bekanntschaft mit dem Spielgerät. © Foto: michael benk
Hubertus Rößler / 15.10.2019, 02:15 Uhr
Frankfurt (MOZ) Ein 5:0 in einem Pokalspiel ist an und für sich kein außergewöhnliches Ergebnis. Wenn allerdings die klassentiefere Mannschaft mit diesem Ergebnis den vermeintlichen Favoriten nach Hause schickt, gibt es Redebedarf. Und so rieben sich die 50 Zuschauer im Stadion der Freundschaft am Sonnabendvormittag die Augen, als der Kreisoberliga-Dritte 1. FC Frankfurt II den Stadtrivalen Blau-Weiss Markendorf durch fünf Tore in der zweiten Halbzeit mit 5:0 regelrecht demütigte.

Schon im ersten Spielabschnitt agierte die Brandenburgliga-Reserve gefälliger und erarbeitete sich mehrere Torgelegenheiten. Die beste vergab Joe Jurchen, der vor dem leeren Tor eine Flanke von Jonas Schreier knapp verpasste (36.). Von den ersatzgeschwächten Gästen war offensiv kaum etwas zu sehen, der Tabellenelfte der Landesklasse Ost beschränkte sich aufs Verteidigen. "Wir wollten sicher stehen, das ist uns in der ersten Halbzeit auch einigermaßen gelungen. Dennoch haben wir in keiner Phase des Spiels das umgesetzt, was wir uns vorgestellt haben", sagte ein enttäuschter Gäste-Trainer Denny Danowski.

Nach dem Seitenwechsel machte der Gastgeber dann Ernst: Konnte Blau-Weiss-Torhüter Piotr Dmuchowski einen Kopfstoß von Maikleint Petrai noch an die Querlatte lenken (47.), war er kurz darauf gegen einen Kopfball von Tommy Neumann in den linken Torwinkel nach präzisem Freistoß von Erik Piotr Kryjak machtlos (51.). Drei Minuten später wurde der Sekunden zuvor eingewechselte Leopold Antonius Bussmann in der Mitte sträflich frei gelassen, der 21-Jährige vollendete mit seinem ersten Ballkontakt zum 2:0 (54.). Und wiederum nur drei Minuten darauf machte Kryjak nach einem weiten Ball mit einem schnell abgeschlossenen trockenen Flachschuss schon alles klar (57.).

Auch anschließend gaben die Markendorfer keine gute Figur ab und waren mit dem Spielstand von 0:3 noch gut bedient. "Wir waren insgesamt zu schläfrig und sind zu langsam herausgerückt. Außerdem haben wir im Vorwärtsgang einfache Bälle verloren. Ich habe das Gefühl, dass heute keine Kraft da war", meinte Danowski.

So musste der Coach in der Schlussphase mitansehen, wie seine Elf zwei weitere Gegentreffer bekam: Nach schnellem Direktspiel passte Bussmann flach in die Mitte, wo der kurz zuvor eingewechselte Sana Najafzadeh heransauste und den Ball in die Maschen jagte (83.). Den Schlusspunkt setzte nach Pass von Steven Dietrich über die linke Seite erneut Bussmann mit links ins kurze Eck (87.).

Achtungszeichen für die Liga

"Wir sind selbst sehr überrascht über das Ergebnis, das hätten wir nicht gedacht", sagte Frankfurts Trainer Klaus Herpel. "In der ersten Halbzeit haben wir noch einige Chancen verschenkt, danach haben wir tolle Tore gemacht. Das ist auch ein Achtungszeichen für den Aufstiegskampf in der Liga." Besonders freute sich der 66-Jährige über die erfolgreichen Einwechselspieler, die alle Drei direkt an einem oder mehreren Treffern beteiligt waren. Ein Extralob sprach Herpel auch für Angelo Müller ("Er war heute extrem fleißig")  und Tony Schnürer ("Er kam direkt aus der Nachtschicht und hat überragend gespielt") aus.

"Es war eine mehr als verdiente Niederlage. Wir haben eine lange Verletztenliste, aber das soll keine Ausrede sein. Wir wussten vorher, dass Frankfurt eine sehr starke Mannschaft hat. Ein 0:5 ist natürlich bitter für die Jungs, sie sitzen bedröppelt in der Kabine. Ich hoffe, dass sie den Kopf vor dem Derby am Samstag gegen Müllrose wieder freikriegen und wir ein schönes Herbstfest feiern können", sagte Denny Danowski.

1. FC Frankfurt II: Patrick Behrend – Bill Seiring, Steve Weiss-Motz, Tony Schnürer, Christian Becker (77. Steven Dietrich) – Maikleint Petrai (53. Leopold Antonius Bussmann), Angelo Marcel Müller – Jonas Jose Schreier, Tommy Neumann – Erik Piotr Kryjak, Joe Jurchen (78. Sana Najafzadeh)

Blau-Weiss Markendorf: Piotr Dmuchowski – Mateusz Nowaczewski, Lukas Herrmann (78. Eric Rose), Pascal Trampe (62. Eric Vincent Northe), Jason Hintze – Kamil Adrian Krzeptowski, Randy Bresch – Olaf Wittenberg, Maciej Lowiecki (71. Manuel Trebbin) – Ceyhan Güleryüz, Sascha Kloß

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