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Internet-Petition
Veltener fordert schnelle Verbesserungen im Bahnverkehr

Roland Becker / 16.10.2019, 21:30 Uhr - Aktualisiert 17.10.2019, 09:00
Velten (MOZ) Die Strecke ist das absolute Stiefkind, aber für die Menschen hier von Wichtigkeit." Dieser Kommentar von Petra Uckel aus Wall bei Neuruppin und 128 weitere beweisen, dass der Veltener Alexander Moser-Haas mit seiner Petition zu einer höheren Verlässlichkeit auf der Bahnstrecke Hennigsdorf-Neuruppin (inklusive der Regionalbahn Kremmen-Hennigsdorf) ins Schwarze getroffen hat. Seit wenigen Tagen erst auf www.openpetition.de eingestellt, haben den Forderungskatalog bereits 252 Betroffene (Stand Mittwoch, 12 Uhr) unterzeichnet. Und jeder zweite davon nahm sich die Zeit, seine Unterschrift auch zu begründen. Zudem geben 70 Prozent der Petenten an, von dem Bahn-Chaos auf dieser Strecke selbst betroffen zu sein. Noch ist Moser-Haas weit davon entfernt, das Ziel von 2 000 Unterschriften zu erreichen. Andererseits bleiben ihm noch sieben Wochen Zeit. Petra Uckel würde den Zug gern nutzen, um ihren Arbeitsplatz in Kremmen erreichen zu können. "Die Unzuverlässigkeit ist furchtbar", schimpft sie und setzt sich lieber ins Auto, um pünktlich ihren Job antreten zu können.

Sofortaktionen gefordert

Seit Jahren – und in jüngster Zeit verstärkt – sind die beiden Linien RE 6 und RB 55 von Verspätungen und damit verpassten Anschlüssen von und zur S-Bahn in Hennigsdorf betroffen. Dazu kommen auf der eingleisigen Strecke immer wieder und teilweise sehr kurzfristig angesetzte Streckensperrungen, wobei der Schienenersatzverkehr für weitere Fahrtzeitverlängerungen sorgt.

Alexander Moser-Haas, der selbst zu seinem Job von Velten nach Potsdam mit dem Zug pendelt, will diese in seinen Augen unhaltbaren Zustände nicht länger hinnehmen. Mit der von ihm initiierten und verfassten Petition will er die Landesregierung, die Deutsche Bahn und den Verkehrsverbund VBB auffordern, endlich das Bahn-Desaster zwischen Hennigsdorf und Neuruppin durch kurz- und langfristige Maßnahmen zu beenden.

Zu den zehn Forderungen, die der Veltener Stadtverordnete der Linken aufgezählt hat, gehört allem voran ein Pünktlichkeitsmanagement. Unabhängige Gutachter, so seine Idee, sollen die Ursachen für die gehäuften Verspätungen analysieren. An einem Runden Tisch sollen Landes- und Kommunalpolitik, Verkehrsverband und die Bahn nach Lösungen suchen. Er schlägt auch vor, dass die Zugführer von S-Bahn und Regionalzügen miteinander im Funkverkehr stehen, um sich gegenseitig über geringfügige Verspätungen zu informieren, damit der Anschlusszug warten kann. Oftmals sind es gerade die zwei, drei Minuten, die den Fahrgästen in Hennigsdorf fehlen, um die Anschlussfahrt zu erreichen. Klappt dies nicht, sind Wartezeiten bis zu einer Stunde die Folge.

Kein Verständnis zeigt Moser-Haas auch dafür, dass die brandenburgische Landesregierung ebenso wenig wie die Deutsche Bahn in der Lage ist, einen Zeithorizont für den zweigleisigen Ausbau zumindest eines Teils der Strecke und damit für Veltens S-Bahn-Anschluss zu verkünden. Der Veltener will nicht mehr "auf die ganz große Lösung warten". Er schlägt vor, unabhängig von den für den Streckenausbau nötigen Planungen schrittweise das Angebot an Zügen auszubauen.

Zeithorizont für Streckenausbau

So soll die Möglichkeit geschaffen werden, dass die S-Bahn schon vor dem Bau des zweiten Gleises nach Velten verlängert wird. Der Takt auf der Regionalbahn R 55 (Hennigsdorf-Kremmen) und für den Prignitz-Express (RE 6) soll in den Stoßzeiten verkürzt und an den Wochenenden in die Nacht hinein verlängert werden. Schließlich klagt er das ein, was Veltener, Hennigsdorfer, Kremmener und Neuruppiner seit Jahren vergeblich fordern: "Die Landesregierung benennt einen verbindlichen Zeitrahmen für das Planfeststellungsverfahren zum Bau eines zweiten Gleises nach Velten und für die Taktverdichtung des RE 6. Die Landesregierung bekennt sich zur direkten Linienführung der RE 6-Verbindung nach Gesundbrunnen."

Der politische Weg

Die Bahnstrecke Hennigsdorf-Velten wird bei den sogenannten Korridoruntersuchungen im Rahmen des Projekts i2030 betrachtet. Dabei arbeiten die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg unter Beteiligung der Deutschen Bahn und des Verkehrsverbunds zusammen. Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Im Blickpunkt stehen dabei die Verlängerung der S-Bahn nach Velten, die Durchbindung des RE 6 nach Gesundbrunnen und dessen Taktverkürzung.⇥rol

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Michael Winks 19.10.2019 - 12:16:20

Verbesserungen im Bahnverkehr RE 6

Ich fahre zwar nicht täglich aber wiederkehrend und regelmäßig mit dem RE 6. Ich kann das Anliegen von Herrn Moser Haas nur unterstützen. Es geht schon damit los, dass man in Neuruppin Rheinsberger Tor bei Regenwetter im Nassen steht, da die Unterstellmöglichkeit viel zu klein ist für die vielen Fahrgäste sind. Bunte Fontane-Transparente, aber kein Dach. Das Dach des ehemaligen Bahnhofs ist seit Jahren gesperrt. Wenn der Zug dann - wie so oft - zu spät kommt, steht man eben im Regen.... Wirklich ein Vorzeigebahnhof. Gleiches gilt, wenn man während eines Gewittergusses ankommt und aus dem Zug muß. Auch die Zusage von Herrn Woidke vor der letzten Wahl, er wünsche sich einen 20-Minutentakt ist bahntechnisch mit dem einen Gleis auf Jahre hinaus Illusion. Bei der Planung der Streckenmodernisierung damals hat man die Ausweichstellen alle entfernt. Verspätet sich ein Zug, kommt der Rest der Züge für den Rest des Tages durcheinander. Das ist mit dem einen Gleis nich abzuwenden und für Pendler entnervend. Über den fehlenden Direktkurs über Tegel nach Gesundbrunnen kann man auch nur den Kopf schütteln. 30 Jahre nach dem Mauerfall steht die Mauer sinnbildlich auf der "Kremmener Bahn" noch immer. Und der "Express" fährt einen riesigen Bogen nach Gesundbrunnen. Über all das ist in der Presse herzlich wenig zu lesen. Wo bleibt da der kritische Blick ? Warum werden früh um halb 7 oder halb 8 nicht mal die Wartenden am Rheinsberger Tor interviewt ?

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