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"Kaum Rückstau"
A10 wegen Brandes beidseitig bis Sonntag gesperrt

Martin Stralau/jar/js / 17.10.2019, 12:53 Uhr - Aktualisiert 18.10.2019, 10:39
Rüdersdorf (MOZ) Die Mühlenfließbrücke zwischen Erkner und Rüdersdorf auf der östlichen A10 ist nach einem Brand am Donnerstag seit 11.30 Uhr in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt. Die Brücke bleibt bis voraussichtlich einschließlich Sonntag, den 20.10.2019, nicht befahrbar, wie die Gemeinde Rüdersdorf mitteilte. Mit großen Staus sei zu rechnen, deshalb empfiehlt die Gemeinde diesen Bereich weiträumig zu umfahren.

Nach erhöhtem Aufkommen am Freitagmorgen läuft der Verkehr auf den Umfahrungstrecken der gesperrten Rüdersdorfer Mühlenfließbrücke inzwischen wieder recht flüssig. Auch vor den Anschlussstellen Erkner und Rüdersdorf, über die die Fahrer abgeleitet werden. „Wir haben kaum Rückstau“, sagte Andreas Müller, Chef der Autobahnmeisterei in Erkner am Vormittag. Bisher scheine das Konzept frühzeitiger Information aufzugehen. So werden Autofahrer auf den Autobahnen 2, 9 und 13 über die elektronischen Verkehrsanzeigen rechtzeitig vor dem Berliner Ring informiert, dass sie den östlichen Berliner Ring mit der gesperrten Brücke meiden sollten. „Auf der A12 informieren wir die Fahrer, die aus Richtung Polen kommen, schon vor der Ausfahrt Frankfurt-West, dass sie besser die B1/B5 als Umleitung nutzen sollten“, sagte Müller.

Die Umfahrung ist ausgeschildert. Der Verkehr wird in Richtung Norden (Dreieck Pankow) an der Anschlussstelle Erkner und in Richtung Süden (Dreieck Spreeau) an der Anschlussstelle Rüdersdorf abgeleitet, wie die Polizei mitteilte. Wie Cornelia Mitschka, Sprecherin des Landesbetriebs Straßenwesen sagte, sei es im Zusammenhang mit Schweißarbeiten zu einem Brand an der Fahrbahnübergangskonstruktion gekommen.

Die Vollsperrung der Brücke werde nach derzeitigem Stand bis Sonntagmittag aufrecht erhalten. Am Sonnabend sollen Stahlplatten aus Österreich geliefert werden, die über den vom Feuer beschädigten Straßenübergängen auf der Fahrbahn befestigt werden. Der Verkehr kann dann wieder in beide Richtungen über die Brücke rollen – jeweils mit zwei Fahrspuren. „So sehen es unsere jetzigen Planungen vor“, sagte Müller. Die Brücke selbst sei vom Feuer nicht beschädigt worden. „Das wäre eine Katastrophe gewesen, dann würde die Sperrung viel länger dauern.“

Die Mühlenfließbrücke zwischen Erkner und Rüdersdorf auf der östlichen A10 ist wegen eines Brandes am Donnerstag seit 11.30 Uhr in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt.
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A10-Brücke zwischen Erkner und Rüdersdorf voll gesperrt

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Brand bei Schweißarbeiten

Die Gemeinde Rüdersdorf bestätigt, dass der Brand gelöscht werden konnte, aber dennoch dabei große Schäden an der Fahrbahn verursacht worden sei. Jetzt seien größere Sanierungsarbeiten notwendig. Nach MOZ-Informationen werden spezielle Platten gebraucht, die in Wien lagern. Sie werden zurzeit verladen und dann auf schnellstem Wege nach Rüdersdorf gebracht.  

Silvio Grabow, Einsatzleiter der Polizei sagte, zur genauen Ursache könne noch keine Auskunft gegeben werden. "Die kriminaltechnischen Untersuchungen am Tatort werden jetzt Brandermittler der Polizei übernehmen." Das Feuer sei gegen 10.30 Uhr ausgebrochen und dann von der Feuerwehr relativ schnell unter Kontrolle gebracht worden. Die polizeilichen Ermittlungen liefen in Richtung fahrlässige Brandstiftung, erfuhr diese Redaktion.

Die Sperrung betrifft die Richtungsfahrbahn nach Norden, auf der der Verkehr in den vergangenen Tagen mit je zwei Fahrstreifen in beide Richtungen gelenkt wurde. Dieser Teil war nach Bauarbeiten erst vor wenigen Wochen freigegeben worden. Die südliche Richtungsfahrbahn ist derzeit wegen Bauarbeiten an den Straßenübergängen ohnehin gesperrt.

"Die Straßenübergänge sind Konstruktionen aus Stahl und darunter Gummi, die die Schubwege der Brücke im Winter und Sommer ausgleichen, wenn sich diese aufgrund der Hitze und Kälte ausdehnt und zusammenzieht", erklärte Andreas Müller, Chef der Autobahnmeisterei Erkner. Unter diesen Übergängen befinden sich Isoliermatten, die in Brand geraten seien. Die Matten sollen den Lärm der Autobahn nach unten hin abdämpfen.

Gutachter entscheidet über Sperrung

Gegen 15 Uhr am Donnerstag sah sich ein Gutachter der Firma den Schaden an, die die Straßenübergänge auf der Fahrbahn Richtung Norden eingebaut hatten. "Die Übergänge sind noch in der Gewährleistungspflicht", sagte Müller. Wie lange die Sperrung dauere, sei vom Ergebnis des Gutachters abhängig.

Zunächst waren folgende Varianten am Donnerstag wahrscheinlich:

Variante eins wäre, dass die Vollsperrung solange bestehen bleibt, bis die Übergänge repariert sind. „Die Prüfung der Schäden und Reparaturmöglichkeiten wird definitiv Freitag und Samstag andauern“, sagte eine Sprecherin des Landesbetriebs Straßenwesen Brandenburg. "Die etwas bessere Variante wäre, dass der Gutachter sagt, dass die Statik der Brücke ein Drüberfahren dann zulässt. Aber auch dann könnten wir nur jeweils eine Spur frei lassen. Zweispurig wird es nicht gehen." Doch die Sperrung bis Sonntag stehe erst einmal fest.

Lange Staus am Donnerstag

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Durch die Sperrung kam es auf der A10 in beiden Richtungen zu Staus. Die Verkehrsinformationszentrale berichtete auf Twitter von Wartezeiten zwischen einer und eineinhalb Stunden. Auch auf der Woltersdorfer Landstraße und der Berliner Straße kam es zu Staus. Alles rundum die Autobahn ist hoffnungslos zugestaut. 

Der Auswichverkehr rollte durch Erkner 

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Michael Laue 18.10.2019 - 12:47:25

Predigten und Chaos.

Wenn man sich die Fotos vom Stau so ansieht, kommt man nur zu einem Schluss: Von der Rettungsgasse scheint niemand was zu halten. Traurig. Was die Ampel unten an der Abfahrt Erkner auf der Denkmalseite aus nördlicher Richtung (Grünheide) angeht: Dort würde sich ein unbeleuchteter Grüner Pfeil (die DDR-Variante) wirklich prima machen. Und was Erkner angeht: Nun rächt sich die jahrelange Verzögerung einer Umgehungsstraße durch den puren Geiz und Uneinigkeit der Länder Berlin und Brandenburg. Predigen ständig von der Einheit und labern von grenzüberschreitender Zusammenarbeit, bekommen das aber nicht mal in den eigenen Bundesländern zustande. Da redet man lieber mit 'ner Wand ... die hört wenigstens zu und widerspricht nicht.

Hubert Lumasegger 17.10.2019 - 16:53:15

Stümperhaftes Vorgehen

Also dieser Autobahnabschnitt wurde in den letzten Monaten so saniert das man auf der Strecke teilweise nur mehr 60 !!! km/h fahren durfte. Da die Ausbesserungsarbeiten an der Fahrbahn zu einer kleinen Sprungschanze geführt haben. Abgenommen wurde es aber anscheinend ohne das die Firma nachbessern musste. Jetzt wird an einer Brücke geschweißt. Da ich solche Arbeiten auch kenne und selbst gemacht habe muss man vorab den Brandschutz einplanen. Bedeutet ein Löschfahrzeug muss während der Schweißarbeiten bereit stehen. Man wusste doch das Dämmmaterial und Gummi brennbar sind. Wir reden hier von 4000 bis 10000 Grad Celsius an einem Lichtbogen. Für mich ist das Straßenbauamt zu 100% mitschuldig. Da so eine Tätigkeit ohne Brandschutz eigentlich nicht zulässig ist. Aber wie immer wollte man sich sicherlich die Kosten für das Löschfahrzeug sparen. Ich kenne die Strecke seit 1994. Was dort an Geld versenkt wurde ist einfach unglaublich. Demnächst soll die Strecke ja wieder saniert/ erneuert werden. Aber vorher werden nochmals Millionen für sogenannte Reparaturen ausgegeben. Wer der Dumme ist wissen wir ja - der Steuerzahlen und die Autofahrer.

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