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Giftattacke
Der kleine Terence rang um sein Leben

Frank Groneberg / 17.10.2019, 17:40 Uhr
Mixdorf (MOZ) Terence, der Zwerg-Yorkshire, ist ein Kämpfer. Seit Donnerstagvormittag ist der süße Kerl wieder zu Hause bei seiner Familie in Mixdorf. Noch stark geschwächt zwar. Und die Flex-Kanüle, über die er seit Dienstag versorgt worden ist, steckt immer noch in seinem kleinen Körper. Aber: Er hat überlebt.

Am Dienstagabend sah das noch ganz anders aus. Da rang der kleine Kerl, der gerade elf Wochen alt ist, buchstäblich um sein Leben. "Der Tierarzt in der Praxis in Müllrose hat mir am Dienstagabend gesagt, ich solle darauf vorbereitet sein, dass Terence die Nacht zu Mittwoch nicht überlebt", erzählt seine Besitzerin am Donnerstag am Telefon. "Ich hatte eine solche Angst."

Angst, weil der niedliche Hund möglicherweise Opfer einer Giftattacke geworden ist. Einer Attacke, die bereits am Wochenende begonnen hat und der möglicherweise eine zweite gefolgt war. "Wir waren am Sonntagnachmittag in Mixdorf spazieren, zusammen mit unseren beiden Kindern, und sind dabei auch auf dem Spielplatz Im Amselgrund gewesen", erzählt die junge Frau. "Ich hatte da schon feuchte, dunkle Flecken im Sand und an verschiedenen Geräten gesehen, mir aber zunächst nichts dabei gedacht."

Am frühen Abend begann dann die Leidensgeschichte des Hundes: Terence bekam starken Durchfall, seine Besitzer schoben das aber noch darauf, dass er vielleicht Gras gefressen hatte. Als es dem Zwerg-Yorki am Montag nicht besser ging, wurde er zum Tierarzt gefahren, wo er Tabletten gegen den Durchfall bekam.

Am späten Montagnachmittag fing Terence dann an, sich zum Durchfall auch noch zu übergeben. Er verlor immer mehr Flüssigkeit, nahm keine Nahrung mehr auf. Das verschlimmerte sich in der Nacht zu Dienstag immer mehr. "Er lag nur noch auf dem Boden, der Kopf war verdreht, die Augen waren verdreht, er kotete Blut – er hatte keine Kontrolle mehr über seinen Körper", beschreibt seine Besitzerin die Qualen des Tieres. Der Tierarzt hatte am Dienstagvormittag eine OP, wollte sich nach deren Ende sofort melden. "Ich rief eine Freundin in Frankfurt an, die in Erster Hilfe speziell für Tiere ausgebildet ist – sie kam sofort aus Frankfurt. Auch die Mitarbeiter der Tierpension Egerer in Frankfurt gaben mir am Telefon Tipps." Mit einer kleinen Spritze – so war es ihr empfohlen worden – drückte sie ihrem Hund überlebenswichtiges Wasser in die Schnauze. Die Freundin, kaum in Mixdorf eingetroffen, begann sofort mit der Mund-zu-Schnauze-Beatmung des Hundes.

Als dann der Tierarzt aus der Müllroser Praxis Schubert anrief, weil die OP beendet war, fuhren sie sofort in die Praxis. Dort bekam Terence einen Tropf gelegt – "wir haben sehr lange nach einer geeigneten Vene in dem völlig ausgetrockneten Körper gesucht" – und blieb dann bis Donnerstagmorgen in der Praxis.

Muind-zu-Schnauze-Beatmung

Ob die Qualen des Hundes von der Substanz, die auf dem Spielplatz ausgebracht worden war, verursacht worden sind, ist noch nicht endgültig geklärt. Eine Vergiftung ist wahrscheinlich. Seine Besitzerin suchte am Dienstag den Spielplatz ab, fand "neue großflächige Flecken, die am Sonntag noch nicht da waren", und informierte das Ordnungsamt. "Es dauerte nicht mal 20 Minuten, da war das Ordnungsamt vor Ort, auch die Polizei war schnell da und  brachte sofort die Kriminaltechnik mit – das ging alles wahnsinnig schnell", ist sie dankbar. Die Ermittlungen der Kriminaltechnik, worum genau es sich bei der gefundenen Substanz handelt, dauern weiter an.

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