Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

A10-Sperrung aufgehoben
Nach erster Reparatur nur noch 20kmh zwischen Erkner und Rüdersdorf

Uwe Spranger/Janine Richter/Martin Stralau / 18.10.2019, 16:47 Uhr - Aktualisiert 20.10.2019, 16:10
Rüdersdorf (MOZ) Die Mühlenfließbrücke zwischen Rüdersdorf und Erkner auf dem östlichen Berliner Ring ist seit Sonntag, 14.30 Uhr, wieder für den Verkehr freigegeben. „Es rollt ganz flüssig“, sagte Andreas Müller, Chef der Autobahnmeisterei Erkner. Dennoch können auf diesem Abschnitt zukünftig nur 20 kmh gefahren werden. 

This browser does not support the video element.

Video

Wie geht es mit der Reparatur der A10-Brücke voran?

Videothek öffnen

+++ Stand: 19. Oktober - Die Hintergründe zur Sperrung +++

Nach wie vor ist die A 10, östlicher Berliner Ring, wegen eines Brandschadens an der Fahrbahnübergangskonstruktion der Mühlenfließbrücke zwischen den Anschlussstellen Rüdersdorf und Erkner komplett gesperrt. Nach langen Staus am Donnerstag lief der A-10-Umleitungsverkehr Freitag besser, aber bisweilen dennoch im Schritttempo.

Wie der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg am Freitagabend mitteilte, ist inzwischen das Ausmaß des Schadens geprüft worden. Damit die Brücke schnell wieder befahren werden kann, sollen sogenannte Überfahrtsrampen installiert werden. Diese sind pünktlich angekommen (siehe Foto unten) und werden nun verbaut, bestätigte Andreas Müller, Leiter der Autobahnmeisterei am Sonnabend dieser Zeitung. Diese Überfahrtsrampen aus Stahl sind spezielle Bauteile, die aus Österreich geliefert wurden. Für die Befestigung der Stahlplatten werden mit einem Presslufthammer kleine Quadrate in die Autobahn gehämmert, Anker eingesetzt und dann die Stahlplatten hinaufgesetzt und verschweißt. "Nach aktuellem Sachstand werden die vorbereitenden Arbeiten und die eigentlichen Reparatur- und Montagearbeiten den ganzen Samstag in Anspruch nehmen", hieß dazu vom Landesbetrieb.

Die Mühlenfließbrücke zwischen Erkner und Rüdersdorf auf der östlichen A10 ist wegen eines Brandes am Donnerstag seit 11.30 Uhr in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt.
Bilderstrecke

A10-Brücke zwischen Erkner und Rüdersdorf voll gesperrt

Bilderstrecke öffnen

Nach Auskunft des Leiters der Autobahnmeisterei Erkner verzögert sich die Freigabe der Mühlenfließbrücke zwischen Erkner und Rüdersdorf auf dem östlichen Berliner Ring am Sonntag etwas nach hinten. „Wir rechnen mit etwa 15 Uhr“, sagte er. Die bisherigen Planungen hatten eine Öffnung gegen Sonntagmittag vorgesehen.

Doch auch nach Freigabe des Abschnittes wird es Einschränkungen für Autofahrer geben: Da die Beschädigungen der Fahrbahnübergangskonstruktion auch mithilfe der stählernen Überfahrtsrampen nicht vollständig kompensiert werden können, wird in diesem Bereich über 200 bis 300 m eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h angeordnet, teilte der Landesbetrieb mit. Müller warnt: "Das ist alles nur ein Provisorium und die Autofahrer müssen sich unbedingt ans Tempolimit halten. Wenn es kaputt geht, muss die Brücke wieder für längere Zeit gesperrt werden." Die vollständige Reparatur der Schwellen wird Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres erwartet. 

Zu den Hintergründen, Videos und mehr Fotos: A10 wegen Brandes beidseitig bis Sonntag gesperrt

Lange Staus in vergangenen Tagen

Die Brückensperrung auf dem Berliner Ring in Rüdersdorf hat auch am Freitag noch für volle Straßen gesorgt. Allerdings hatten sich Kraftfahrer soweit möglich darauf eingestellt, auch andere Strecken gewählt oder das Auto stehen lassen, so dass es zumindest auf einigen Abschnitten nicht so lange Schlangen gab wie noch am Vortag. "Ich habe zum Feierabend anderthalb Stunden bis nach Erkner gebraucht", berichtete eine Mitarbeiterin der Rüdersdorfer Verwaltung. "Da hätte ich vermutlich auch zu Fuß gehen können. Heute Morgen ging es aber gut", erzählte sie. Andere berichteten in sozialen Netzwerken von zwei oder zweieinhalb Stunden längeren Wegen.

Im Feierabendverkehr am Donnerstag ging es auf der B 1 zum Beispiel von der Autobahnabfahrt Hellersdorf in Richtung Müncheberg lange nur im Schritttempo voran, in Gegenrichtung ebenfalls stop and go kilometerweit. In Tasdorf und der Möllenstraße Herzfelde war es am Freitag nicht viel besser. Es staute sich weit zurück. "Problematisch wird es, wenn ein Krankenwagen kommt", erzählte eine Anwohnerin.

Post zu spät

Auf der Rüdersdorfer Thälmannstraße war es am Freitag hingegen leerer als am Vortag, als sich die Fahrzeuge bis hinter das DHL Paketzentrum gestaut hatten. Das Postzentrum hatte denn auch einige Probleme. Bei einigen Zulieferfahrten sei es zu größeren Verspätungen gekommen, bestätigte Unternehmenssprecherin Anke Blenn. Es seien noch am Donnerstag betrieblich "alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet worden, um über Nacht trotzdem so viele Sendungen wie möglich zu bearbeiten". Für den Großteil der eingegangenen Pakete sei das gelungen, sagte sie. Die DHL-Fahrzeuge seien indes auf den Ausweichrouten auch von Staus und Behinderungen betroffen. "Einige Sendungen werden daher ihre Empfänger mit einer Verzögerung von einem Tag erreichen", so die Sprecherin, die die Kunden um Verständnis bat.

Busse mit erheblicher Verspätung

Mit im Stau gestanden haben auch die Busse des öffentlichen Personennahverkehrs, insbesondere die Linien 950 und 951 der Märkisch-Oderland Bus GmbH (mobus). Das Unternehmen hat eine Information für die Fahrgäste auf seiner Internetseite veröffentlicht, bei der auf mögliche "erhebliche" Verzögerungen hingewiesen wird. Wie lange sich die Fahrzeiten wirklich verlängert haben, konnte man auf MOZ-Anfrage nicht genau sagen. Dies sei ja von der Tageszeit und Verkehrslage abhängig. Es habe jedenfalls keine Anrufe oder Mails in dem Zusammenhang gegeben, sagte eine Mitarbeiterin. Im Moment seien ja auch noch Ferien, so dass weniger Passagiere betroffen seien. Man hoffe, dass die Reparatur der Brücke wirklich am Sonntag abgeschlossen werden könne, so dass zum Berufsverkehr am Montag wieder alles normal laufe.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Hubert Lumasegger 20.10.2019 - 10:35:07

Ende 2019 - Anfang 2020

Jetzt ist die Sache passiert. Ich denke das die Autobahn sicherlich auch ohne Stahlplatten befahrbar ist. Es wäre dort mit einem Tempolimit von 40km/h und einer Verengung auf 1-2 Spuren auch getan. Dann sollte es doch möglich sein solche Baustellen - Schäden mit einer Firma die **Rund um die Uhr arbeitet zu beheben. Aber wie immer bei diesem Straßenbau Amt. Da siehst du 8 Leute davon stehen mindestens 4 rum und unterhalten sich (Erfahrung der letzten 20 Jahre auf dieser Autobahn). Aber bis Ende des Jahres sind es noch 70 Tage !!!! - was macht man in dieser Zeit. Autos über Stahlplatten fahren lassen ? Wie gesagt für mich ist dieses Vorgehen nicht nachvollziehbar.

Michael Laue 19.10.2019 - 16:51:24

Fachkräftemangel

Mit 20 km/h über eine deutsche Autobahn. Wir sind zur Lachnummer verkommen :'( Ja, wir haben einen akuten Fachkräftemangel ... und zwar in der Bundes- und Brandenburger Landesregierung.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG