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Gut zwei Monate nach einem Wasserschaden in der Ringstraße kämpfen Vermieter und Mieter noch immer mit den Folgen.

Wasserschaden
Bautrockner im Hochbetrieb

Wochenlang in Finow im Einsatz: Bautrockner, hier Mietgeräte  bei einem Baumaschinenhändler in Eberswalde.
Wochenlang in Finow im Einsatz: Bautrockner, hier Mietgeräte  bei einem Baumaschinenhändler in Eberswalde. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 21.10.2019, 20:15 Uhr
Eberswalde (MOZ) Das städtische Wohnungsunternehmen WHG kämpft noch immer mit den Folgen eines großen Wasserschadens von Anfang August. Betroffen waren bzw. sind sieben Wohnungen in der Finower Ringstraße 77/78.

Einer von ihnen ist Paul Wegner (Name geändert). Ein Freund Wegners meldet sich in der Redaktion der Märkischen Oderzeitung. Wegner lebe jetzt seit mehr als zwei Monaten "auf einer Baustelle", er wisse nicht mehr weiter. Wir machen uns vor Ort sogleich ein Bild.

Die Küche ist ausgeräumt, Herd, Spüle, Kühlschrank stehen im Wohnzimmer der kleinen Zwei-Raum-Wohnung. Es ist extrem eng. Zum Schlafzimmer eigentlich kein Durchkommen. Der Bodenbelag in Küche und Flur ist entfernt. Bis vor Kurzem seien hier noch die Lüfter, die Bautrockner gelaufen, erzählt der 57-jährige Mieter Wegner. Über den Fortgang der Arbeiten könne er nichts sagen. "Ich weiß es nicht." Seine Frau sei im Heim. Zur Kurzzeitpflege.

Kürzlich sei er selbst für neun Tage im Krankenhaus gewesen. Planmäßig. "Ich dachte, wenn ich rauskomme, ist alles erledigt", so Wegner. Aber der Zustand sei unverändert. Eine Wohnung, die im Prinzip nicht bewohnbar ist zurzeit. Ein Freund habe ihm einen kleinen Elektrokocher mit einer Platte zur Verfügung gestellt. "Damit ich mir wenigstens eine Suppe warm machen kann." Dort oben, zeigt der Mieter in der Küche auf die Decke, sei das Wasser durchgekommen. Das muss Anfang August gewesen sein. Wegner holt eine Bescheinigung der Sanierungsfirma, in der die Zählerstände für Strom erfasst sind. Der Beginn der Trocknung ist für den 12. August vermerkt. Die genaue Ursache für den Schaden kenne er nicht. "Es waren etliche Wohnungen hier betroffen", erinnert er sich an die Aufregung.

Die Geschichte bringe ihn noch immer ganz durcheinander, gesteht er. Die Verhandlungen und Gespräche mit der WHG führen seine Schwester und sein Betreuer. Aus Wegner spricht die Verzweiflung. Wenn die Wohnung nicht saniert ist, müsse seine Frau im Heim bleiben.

Teamleiter Jens Aßmann von der WHG räumt auf Anfrage ein, dass der Prozess der Bautrocknung deutlich länger als geplant gedauert habe. Eigentlich, so war die Verabredung mit dem Betreuer und der Schwester von Wegner, wohne der Mieter vorübergehend bei Angehörigen. Dass Wegner nun doch in der Wohnung geblieben ist, "ist für uns eine neue Situation". Aufgrund der prekären Lage habe er jetzt sofort noch einmal zum Bauleiter Kontakt aufgenommen und der Zeitplan sei verändert worden. Heute gingen Maler und Fußbodenleger in die Wohnung von Wegner. Sobald die Arbeiten abgeschlossen sind, werde die Küche wieder hergerichtet.

Maler rücken jetzt an

Ursache des Wasserschadens, so Aßmann, sei eine Anschlussverschraubung der Kaltwasserunterverteilung gewesen, die sich gelöst habe bzw. geplatzt sei. Die Auswirkungen hätten insgesamt sieben Wohnungen in den zwei Aufgängen zu spüren bekommen. Einen Mieter habe es besonders hart getroffen. "Den mussten wir umziehen." Was nicht so leicht gewesen sei. Geprüft worden war, auch im Fall Wegner, die vorübergehende Unterbringung in einer Gästewohnung. "Aber es war keine frei." Die WHG wickle den Schaden über ihre Versicherung ab. Die zusätzlichen Stromkosten hätten nicht die Mieter zu tragen. Zudem gebe es für die Zeit der Sanierung eine Mietminderung. "Wir richten wieder alles her", versprach Aßmann. Sollten aber Möbel, Inventar der Mieter beschädigt worden sein, müssten die Betroffenen dies ihrer Hausratversicherung melden.

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